1. Öcher Hunnenhorde: König Attila in friedlicher Mission unterwegs

Von: ehg
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Darauf muss der Kelch gehoben werden: Das Sommerlager der 1. Öcher Hunnenhorde außerhalb der Aachener Stadtgrenzen war wie immer ein Magnet nicht nur für befreundete Vereine, sondern auch für viele Schaulustige. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. Die Zufahrtsstraßen waren auch in diesem Jahr derart zugeparkt, dass es für den fließenden Verkehr kaum ein Durchkommen gab. So groß war der Ansturm auf die Schützenwiese an der Steingasse, als dort die 1994 als Karnevalsverein gegründete 1. Öcher Hunnenhorde zum 15. Mal ihr Sommerlager aufschlug.

Wieder einmal gelang den Aachener Hunnen der Spagat zwischen karnevalistischen und historischen Aktivitäten. Worauf ihr König Attila (Norbert Kaussen) am Ende der beiden Tage stolz sein durfte. Der Wermutstropfen: Am frühen Samstagabend beendete ein Starkregenschauer vorübergehend das farbenprächtige Treiben.

Aus dem gesamten Rheinland – von Mönchengladbach im Norden bis nach Siegburg im Süden – waren Hunnenhorden ausgereist, um dem Öcher König Attil ihre Aufwartung mit Geschenken und Darbietungen zu machen. Aber auch dessen Bruder König Bleda (Hermann-Josef Queck), Schamanin Manindra (Franziska Engels), Fürstin Honoria (Ilona Kreutz), Köningin Rubina (Karin Queck) und Sunilda (Gisela Kaussen). In ihrer festlichen-fantasievollen Gewandung und mit verwegener Schminke wurde jeder zum Hingucker. Alle Kleidungsstücke in Lederimitationen – mit Fellen und Federbüschen üppig garniert – waren selbst gefertigt. „Die können wir nicht kaufen“, erklärte Königin Rubina den interessierten Besuchern. Bei den Entwürfen sei viel Fantasie im Spiel. Denn originale Vorlagen gebe es nicht.

Bewundert werden konnten auch in diesem Jahr wieder allerlei Alltagsgegenstände in den errichteten Jurten, ebenfalls von Hand gefertigt. Ins Auge sprangen vor allem die Kostbarkeiten unterworfener Völker – auf Raubzügen erbeutet ... Die Sammlerstücke gewährten – ebenfalls fantasievoll nachempfunden – Einblicke ins Leben des innerasiatischen Reitervolkes, das Ende des zweiten Jahrhunderts in der Mongolei ein eigenes Reich begründete, aber schon bald von den Chinesen unterworfen wurde. Zu Beginn des fünften Jahrhunderts machten sich die Hunnen auf den Weg Richtung Westen und eroberten das oströmische Reich. Attila, der selbst Schamane war, stieg zum Alleinherrscher auf, nachdem er seinen Bruder Bleda ermordet hatte. 451 plünderten sie, was historisch belegt ist, die französischen Städte Metz und Orleans. Attilas Reich dehnte sich vom Kaspischen Meer bis nach Gallien aus. Es überdauerte in dieser Größe nur ein halbes Jahrzehnt dessen Tod. Dann war der Hunnenspuk in Europa zu Ende, wie die 1. Öcher Hunnenhorde auf ihrer Homepage zu berichten weiß.

Doch keine Sorge: Im Würselener Stadtteil Morsbach hatte die Horde in friedlicher Mission und keineswegs als Okkupanten ihr Lager aufgeschlagen, um ihre freundschaftlichen Beziehungen zu den Karnevalsvereinen zu vertiefen. Während die Jurten vor allem am ersten Tag zum Mekka verschiedener befreundeter Horden wurde, gaben sich am Tag danach die Karnevalisten aus Aachen und Umgebung die Klinke in die Hand. Zur Stelle war auch der 1. Würselener Karnevalsverein, der kräftig die Werbetrommel für sein 88-jähriges Jubiläum am 5. November 2016 rührte.

Gemeinschaftsproduktion

An beiden Tagen lief ein von DJ Roberto moderiertes vielseitiges Programm ab, das weitgehend von den Gästen zu Ehren der Gastgeber gestaltet wurde. Die vielen Besucher sicherten sich nicht nur durch ihre Gaben, sondern auch durch ein langes Durchhaltevermögen die Gunst Attilas, zumal der Wettergott bis auf den einen überraschenden Ausreißer mitspielte. Angesichts dessen, was an beiden Tagen geboten wurde, zollten die Gäste ihren Gastgebern großes Lob. Keine Frage: Es war wie in den 14 Jahren zuvor eine großartige Gemeinschaftsproduktion.

König Attila bedankte sich vor allem bei den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern, die neben den Aktiven mehrere Tage lang Hand angelegt hatten, um das Lager aufzuschlagen.

Bereits seine Schatten voraus wirft das 2x11-jährige Bestehen der Hunnenhorde. Es wird am Samstag, 12. November, in der Mehrzweckhalle An Wilhelmstein in Bardenberg gefeiert.

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