Zwiegespräch mit der Kunst im Haus Spiess

Von: hl
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Herbert Albin Knops aus Köln
Herbert Albin Knops aus Köln erläuterte im Erkelenzer Haus Spies Kunstinteressierten die Werke von Prof.Dieter Crumbiegel und Marlies Foto: Koenigs

Erkelenz. „Im Dialog”, so heißt die doppeldeutige Ausstellung des Künstlerehepaares Crumbiegel aus Heinsberg, die in Haus Spiess zu sehen ist. Leider konnten Marlies Seeliger-Crumbiegel und Dieter Crumbiegel wegen Krankheit nicht anwesend sein. Kenntnisreich und eloquent führte der Maler, Designer und Architekt Herbert Albin Knops aus Köln in die Ausstellung ein.

Marlies Seeliger-Crumbiegels keramische Plastiken las Knops als „Raumerkundungen”, und an den Beispielen „Tore” und „Windungen” zeigte er auf, dass es dabei nicht nur um dreidimensionale Objekte geht, sondern um Hinweise „auf die verrinnende Zeit”. Vielleicht lässt sich dieser Gedanke fortführen mit der Erinnerung an den griechischen Philosophen Heraklit, dessen „panta rhei” (alles fließt) und „man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen” lehrt, dass es nichts Bleibendes gibt, sondern nur ein ewiges Werden und Wandeln.

Fortwährender Erkenntnisgewinn

Knops beschrieb den Schaffensprozess bei Dieter Crumbiegel „als eine produktive Handlungsform für aktiven und fortwährenden Erkenntnisgewinn”. Sein Atelier sei nicht als Bilderwerkstatt zu verstehen, sondern als „ein Labor für ästhetische Forschung? Nicht nur von Bild zu Bild, sondern im Werden jeder Arbeit verschieben und verwerfen sich Richtungen, Gewichte, räumliche Lagerungen zu neuen Konstellationen, denen man ihre Schichtung und damit ihre Entstehungs-Geschichte ablesen kann.”

Freigesetztes Kraftpotenzial

Und beim Betrachten der Bilder des Malers bestätigte sich Knops Charakterisierung: „Das freigesetzte Kraftpotenzial aus dem Gestaltungsverlauf, dessen Vorstöße und Rücknahmen, Ausbrüche, Relativierungen, Beschleunigung und Verlangsamung, das Auftürmen, Verdrängen, Überlagern, Verschieben, Verwischen speichert sich in diesen Bildern und ist nicht nur visuell lesbar, sondern teilt sich dem Betrachter viel unmittelbarer mit, ist nahezu physisch spürbar.”

So lässt sich an den energiegeladenen, meist aus kräftigen Farbkompositionen bestehenden Bildern bei Dieter Crumbiegel und den farb- und formenfrohen Keramiken bei Marlies Seeliger-Crumbiegel auch das Wesen eines Dialogs (hier mit dem Betrachter) ablesen.

Nämlich dass er ein fortschreitender Prozess ist (verwandt mit Dialektik), bei dem es nicht darum geht, das jemand Recht, sondern am Ende einen höheren Erkenntnisgewinn hat. Und ein weiterer Aspekt zum Stichwort „Dialog” könnten die nicht explizit ausgesprochenen Gemeinschaftsarbeiten des Künstler-Ehepaares bei einigen Keramiken sein, bei denen aus Dekonstruktion (also Zerlegtem und Zerbrochenem) wieder etwas Konstruktives (Neu-Zusammengesetztes) entsteht.

Im Namen aller Anwesenden wünschte die stellvertretende Bürgermeisterin Astrid Wolters „bei der Eröffnung des optischen Büffets” den Crumbiegels baldige Genesung und dass sie ihre schöne Ausstellung im Haus Spiess bald selber ansehen könnten.

Die Ausstellung im Haus Spiess ist noch geöffnet an den folgenden Samstagen (17. und 24. März) von 15 bis 18 Uhr und an den Sonntagen (18. und 25. März.) von 11 bis 18 Uhr.
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