Zwei Gemeinden suchen das Glück

Von: Verena Müller
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Wer in den Gemeinden Wassenber
Wer in den Gemeinden Wassenberg und Roerdalen fleißig einkauft, kann einmal umsonst Schlittschuhlaufen - das ist eine Idee der Gewerbevereine der Grenzkommunen. Foto: dapd

Wassenberg. „Ein Stück vom Glück aus Wassenberg” - ist das ein Slogan, mit dem man Wassenberg als Marke - als Pendant zu „Klein Geluk uit Roerdalen” - etablieren könnte? Ist das besser als „Ich freu mich auf Wassenberg”?

Oder sollte man nach etwas Neuem suchen, nach einer Gemeinsamkeit? Etwa „MeinWeg, dein Weg, unser Weg - Roerdalen-Wassenberg”?

Bei der Präsentation der ersten Ergebnisse der Projektgruppen, die den Tourismus der beiden Kommunen voranbringen wollen, wurden diese Fragen leidenschaftlich diskutiert. Ein Ergebnis gab es noch nicht, da aber auch Roermond und Wegberg am Meinweg-Projekt beteiligt sind, kommt ein Wortspiel mit „Meinweg” wohl eher nicht in Frage.

Im Logo von Roerdalen marschieren bislang Mühle, Herz, Fahrrad, Wanderer, Baum und Wildschwein auf der Oberfläche einer Kugel. Sollte dieses Logo abgeändert übernommen werden, könnte der Burgfried von Wassenberg aufgenommen werden, war eine Anregung. Für die Beibehaltung des Wildschweins spricht, dass die Projektgruppe Gastronomie gerade das Wildschwein als regionale Spezialität vermarkten will. Es ist bereits das zweite Projekt der Arbeitsgruppe.

Bereits im Mai dieses Jahres hatten vier deutsche und vier niederländische Unternehmen die „Kulinarische Schmugglerroute” gestartet. „Die hatten wir innerhalb von sieben Wochen ausgearbeitet”, erzählte Projektmitglied Birgit Wilms-Regen. Alleine im Haus Wilms seien bislang 46 Gutscheine gekauft worden und 70 Gäste hätten dort Gutscheine eingelöst. Wie viele es bei den sieben anderen Betrieben waren, konnte sie nicht auf Anhieb sagen. Die Gutscheine umfassen ein Drei-Gang-Menu, das in Vorspeise, Hauptgang und Dessert geteilt an drei frei wählbaren Stationen bestellt werden kann; die Radroute mit den teilnehmenden Betrieben und ihre Öffnungszeiten sind mit auf den Gutscheinbogen gedruckt.

Als nächstes soll also das Wildschwein vermarktet werden, bereits im September wurde dazu das Erntedankfest in Vlodrop um einen Tag verlängert und ein Wildschweinmarkt organisiert. An die 1200 Besucher seien dort gewesen, so Wilms-Regen. Als nächstes sollen nach dem Willen der Projektgruppe Wildschweinrezepte - etwa als Gulasch mit Schokolade und Chili - als regionaltypisch verbreitet und Wildschweinskulpturen an markanten Kreuzungen oder Kreisverkehren aufgestellt werden. „Ah, Wildschwein! Wassenberg-Roerdalen”, soll dann irgendwann in den Köpfen der Menschen sein, so Wilms-Regen.

Finanzierung wackelt noch

Nicht minder aktiv sind derzeit die Gewerbevereine der beiden Partnergemeinden. Geplant ist ein Rabattkartensystem, an dem sich alle Mitglieder der Gewerbevereine beteiligen. Wer 30 Punkte voll hat, soll an der Gitstapper Mühle einmal kostenlos Schlittschuhlaufen dürfen. Im Januar und Februar soll dort eine Eisbahn stehen, auf der Schüler bis zur sechsten Klasse sogar generell kostenlos ihre Runde drehen dürfen. „Damit sich gleichaltrige Kinder von beiden Seiten der Grenze kennenlernen”, erklärte Georg Hensges, Vorsitzender des Wassenberger Gewerbevereins.

40.000 Euro soll das Projekt kosten, die Hälfte haben die beiden Vereine - wie vereinbart - bereits zusammen. Aber ob Zuschüsse über die Euregio fließen, wird erst am 15. Dezember entschieden. Ärgerlich, denn laut Hensges wäre es am besten, die Rabattkarten gleich Anfang Dezember unters Volk zu bringen.

Nahezu abgeschlossen ist das Projekt „Grenzenlos gruseln”. In einem zweisprachigen Buch stehen 40 Gruselgeschichten aus der Region, auf niederländischer Seite traten Grundschüler im Vortragen der Geschichten gegeneinander an. Auf deutscher Seite wurde die Sammlung bislang nur als Unterrichtsmaterial zur Verfügung gestellt.

Unter die noch im Aufbau befindlichen Projekte fällt der grenzüberschreitende Ausbau der Reit- und Kutschwege sowie eine Inventarisierung aller Motten, Schlösser und Adelshäuser innerhalb der Partnergemeinden. Radwanderwege sollen auf dieser Basis entstehen und den Menschen die Geschichte der Region vermittelt werden.

Und wie geht es mit der Marke Wassenberg-Roerdalen weiter? Sepp Becker vom Heimatverein Wassenberg schlug vor, die Bevölkerung am Findungsprozess zu beteiligen. „Allein schon, um die Menschen auf die Kooperation aufmerksam zu machen”, meinte er. Bürgermeister Winkens winkte nur ab. Also wird vielleicht ein Büro mit der Aufgabe betraut.
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