Kreis Heinsberg - Zur Konkurrenz gewechselt: Krückel glaubt an Giessings Integrität

Zur Konkurrenz gewechselt: Krückel glaubt an Giessings Integrität

Von: Rainer Herwartz
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Thomas Giessing wird neuer Vorstandsvorsitzender der Kreisparkasse Heinsberg. Foto: Archiv

Kreis Heinsberg. Jetzt ist es offiziell: Der Verwaltungsrat der Kreissparkasse Heinsberg hat in seiner Sitzung am Mittwochabend Thomas Giessing mit Wirkung zum 1. November dieses Jahres zum Vorstandsmitglied bestellt.

Ab dem 1. Januar 2018 wird das bisherige Vorstandsmitglied der Volksbank Heinsberg zudem die Nachfolge von Thomas Pennartz als Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Heinsberg antreten. Pennartz wird bekanntlich zu diesem Zeitpunkt als Geschäftsführer zum Rheinischen Sparkassen- und Giroverband wechseln.

Die Wahl steht zwar noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die Verbandsversammlung des Sparkassenzweckverbandes des Kreises Heinsberg und der Stadt Erkelenz, die im Oktober darüber beschließen wird, gilt aber als sicher.

„Thomas Giessing verfügt durch seine langjährige Tätigkeit innerhalb der Sparkassenorganisation über sehr gute Voraussetzungen für diese verantwortungsvolle Aufgabe“, ließ der Verwaltungsratsvorsitzende Stephan Pusch in einer Pressemitteilung wissen. „Herr Giessing kennt nicht nur die komplexen Herausforderungen aus Niedrigzinsumfeld, Bankenregulierung und Digitalisierung, denen sich ein regional tätiges Kreditinstitut stellen muss. Er ist auch seit Jahren im Kreis Heinsberg verwurzelt und in der Bevölkerung bekannt. Wir gehen daher fest davon aus, dass er den erfolgreichen Kurs der Kreissparkasse zum Wohle aller Bürgerinnen und Bürger sowie der Unternehmen und Kommunen unserer Region fortsetzen wird.“

Der Aufsichtsratsvorsitzende der Volksbank Heinsberg, Bernd Krückel, bedauert nach eigenem Bekunden, dass Thomas Giessing die Volksbank verlassen wird. „Unser Aufsichtsrat hat ihn 2012 zum Vorstand bestellt, weil wir von seiner persönlichen und fachlichen Kompetenz überzeugt waren. Dass der Verwaltungsrat der Kreissparkasse ihn nun zum Vorstandsvorsitzenden bestellt hat, zeigt, dass wir uns in der Qualifikation von Thomas Giessing nicht getäuscht haben. Wenn er nun die Chance bekommt, das größte Kreditinstitut in unserem Kreis als Vorstandsvorsitzender zu führen“, könne er seine Entscheidung verstehen, erklärt Krückel.

„Da wir als Volksbank Heinsberg aufgrund der Fusion mit der HVB zurzeit vier Vorstände haben, sehen der Aufsichtsrat und ich personell für unsere Bank keinen Handlungsbedarf. “Also keine Angst, dass Giessing mit Insiderwissen der Volksbank nun der Kreissparkasse einen Wettbewerbsvorteil verschafft?

„Ich kenne Herrn Giessing über die Jahre hinweg“, antwortet Krückel. „Ich habe in seiner Person keinen Zweifel daran, dass er mit der Situation professionell umgeht und keine Kenntnisse aus den Strukturen und Kreditengagements bei der Kreissparkasse zulasten der Volksbank einsetzen wird. Wir haben ja auch jetzt schon gleiche Kunden. Viele intime Kenntnisse liegen bei beiden Kreditinstituten vor. Außerdem gibt es eine Verschwiegenheitspflicht. Und ich glaube nicht, dass er dagegen verstoßen wird.“

Thomas Giessing dankt in der Pressemitteilung dem Verwaltungsrat der Kreissparkasse für das in ihn gesetzte Vertrauen. „Ich freue mich, diese verantwortungsvolle Aufgabe übernehmen zu können. Gemeinsam mit Herrn Dr. Nouvertné, Frau Jakobs-Bolten und Herrn Schürmann im Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern möchte ich die sehr gute Arbeit der letzten Jahre zielgerichtet fortsetzen.“

Auch den Dank an die Vorstandskollegen und die Mitarbeiter der Volksbank Heinsberg „für die vertrauensvolle und erfolgreiche Zusammenarbeit in den letzten Jahren“ sowie an den Aufsichtsrat, dass er ihm den Schritt ermögliche, vergisst Giessing nicht. Weiter lässt er sich auf Nachfrage unserer Zeitung jedoch nichts entlocken.

Ob es etwa Bestürzung oder gar Verärgerung bei den Vorstandskollegen darüber gegeben habe, dass er nun zum ärgsten Rivalen wechselt? „Bitte haben Sie Verständnis, dass ich zum jetzigen Zeitpunkt keine zusätzliche Erklärung abgebe“, sagt Giessing. Nur aus Höfflichkeit habe er zurückgerufen.

Die Zeit bis zum 1. November werde er nutzen, um sich zu erholen. Auch ein Urlaub ist geplant. Wohin es gehen soll? Das stehe noch nicht fest, meint Giessing.

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