Zum zweiten Mal: Ein Klima-Camp am Rand des Tagebaulochs

Von: hewi
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Die Vorbereitungen für das Klimacamp 2010 in Borschemich laufen auf Hochtouren. Die jungen Organisatoren stellten das Projekt in Erkelenz vor.

Erkelenz-Borschemich. .Im Januar 2008 machte ein Camp am Loch des Braunkohlentagebaus Garzweiler II bundesweit von sich reden. Bei klirrender Kälte hatten Umweltaktivisten eine zum Abbaggern freigegebene BUND-Obstwiese besetzt.

Bergbaubetreiber RWE Power setzte die sogenannte vorzeitige Besitzeinweisung durch. Die Obstwiese wurde geräumt und schließlich vernichtet.

In diesem Jahr wird es - wie bereits gemeldet - ein zweites Camp geben. Das Klimacamp 2010 findet vom 21. bis 29. August im Tagungshaus St. Josef in Borschemich statt. Veranstalter ist die BUND-Jugend NRW, die rund 100 Teilnehmer aus ganz Deutschland, Osteuropa und Afrika erwartet.

Der Standort ist bewusst gewählt worden. Denn wo sonst könnten die Einschnitte in das Leben der Menschen und die Zerstörung der Umwelt besser dargestellt werden, als an der Abraumkante von Garzweiler II, lautet das Argument der Organisatoren. Im Camp sollen die Teilnehmer viel über Klimawandel und Umweltschutz lernen. Auch die Frage, wie man persönlich aktiv vorgehen kann, wird diskutiert. Dazu werden Vorträge und Workshops veranstaltet. Auf dem Programm steht auch eine Fahrrad-Demo rund um Garzweiler II.

„Viele junge Menschen waren nach dem Weltklimagipfel im vorigen Jahr enttäuscht”, erklärte Andrea Schaupp. Die Bildungsreferentin beim BUND war ebenso wie der Geschäftsführer der BUND-Jugend NRW, Stefan Förster, im Klimacamp-Team mit der Planung befasst. Den Jugendlichen müsse eine gemeinsame Plattform geboten werden, auf der sie sich austauschen und auch organisieren könnten. Denn das Thema Klimawandel sei längst nicht so unpopulär bei den Jugendlichen, wie oft gedacht wird. Das weiß auch Swantje Kalthoff, die Sprecherin der BUND-Jugend in NRW. „Das Handeln der Verantwortlichen ist für viele junge Menschen oft nicht nachvollziehbar”, betonte die 15-Jährige.

Daher solle das Klimacamp auch als Appell verstanden werden, sich gegen die ihrer Meinung nach falsche Klimapolitik und den weltweit zu hohen Ausstoß an Kohlendioxid einzusetzen.

Der BUND weise seit Jahren Alternativen zur Braunkohle auf und fordere ein Umdenken in der Politik und in der Gesellschaft. Daher werde für die Veranstaltungen immer wieder bewusst die Nähe zum Tagebau gewählt.

„Das Problem, auf das wir hinweisen wollen, wird bei Borschemich für jeden klar sichtbar”, sagte Stefan Förster. Klar sei derzeit auch, dass das Camp in den kommenden Jahren wiederholt werden solle. Unklar ist hingegen die derzeitige Finanzierung, denn obwohl das Landesministerium für Familie, Frauen und Integration als Förderer genannt ist, liegt derzeit keine eindeutige Förderzusage vor. „Das haben die Juristen zu entscheiden”, so Förster. „Wir wähnen uns auf jeden Fall in der Förderung.”

Zum Abschluss des Klimacamps gibt es am Samstag, 28. August, ab 14 Uhr ein Straßenfest am Marienstift mit Teilnehmern und Gästen. Neben Spielen, Infos und Spenden ist ein kostenloses Konzert mit Künstlern aus der Umgebung geplant. Die Abschlussaktion beginnt um 17 Uhr. Von den Borschemichern fühlen sich die Umweltaktivisten gut angenommen. „Die Leute stecken mitten drin im Thema und verstehen unser Anliegen”, ist Schaupp sicher.
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