Zum Bonsai wird der Baum nicht geboren

Von: hewi
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Margret Simons, Frank Teckenbr
Margret Simons, Frank Teckenbrock und Eddi Tetz vom Bonsai-Arbeitskreis nehmen ihre Schützlinge genau unter die Lupe. Foto: Wichlatz

Hückelhoven. Der Bonsai-Arbeitskreis Hückelhoven stellt seine Bäume alle zwei Jahre im Foyer der Aula aus. Doch auch in der Zwischenzeit haben die Miniaturgärtner alle Hände voll zu tun, denn die kleinen Bäume in ihren flachen Schalen brauchen viel Pflege. Wie das geht, verraten die Bonsai-Freunde Interessenten gerne.

Die Gründung des Arbeitskreises ist schon 21 Jahre her. Seit Januar ist der Arbeitskreis ein eingetragener Verein mit elf Mitgliedern.

Zum Bonsai ist kein Baum geboren. Er wird dazu gemacht. Und das geht an sich ganz einfach: Man setzt den jungen Trieb in eine flache Schale und verhindert so, dass er tiefe Wurzeln bilden kann. Dann bracht man viel Geduld und Fingerspitzengefühl.

Gerade heimische Bäume wie Ahorn, Buche, Eiche oder Fichten- und Kiefernarten eignen sich gut für den Garten, wo sie bis zum Frosteinbruch gut aufgehoben sind. „Jeder Baum, der verholzt, geeignet sich zum Bonsai”, erklärt der Vorsitzende Frank Teckenbrock.

Im Gegensatz zu den asiatischen Bäumen brauchen die hiesigen Bonsai-Bäume den Temperaturunterschied und sind resistent gegen das hiesige Wetter. „Regen stecken sie gut weg”, betont Teckenbrock. Allerdings darf die Erde nicht zu lehmig sein, weil sonst die Wurzeln faulen. Ideal ist eine Drainage aus Lavaerde, die die Feuchtigkeit nach unten abführt. Nimmt man den Bonsai aus der Schale und pflanzt ihn in den Boden, wächst er zu einem normal großen Baum heran.

Durch Zufall ist Eddi Tetz auf den Baum gekommen. Seine Tochter schenkte ihm zu Weihnachten ein Starter-Set. Mittlerweile besitzt er rund zwei Dutzend Bonsais. Margret und Kurt Simons aus Katzem beschäftigen sich seit 25 Jahren mit Bonsais und haben mittlerweile 16 der kleinen Bäume in Schalen in ihrem Garten stehen.

„Der Wert der Bäume lässt sich schwer schätzen”, erklärt Kurt Simons. „Er hängt davon ab, wie wertvoll der Baum für den Besitzer ist und wie viel Arbeit er in den Baum gesteckt hat.” Und das ist eine ganze Menge. Immer wieder rückt man dem Bonsai mit der Schere zu Leibe, um den Wuchs der kleinen Äste zu steuern.

Der falsche und hartnäckige Eindruck, dass Bonsais automatisch auch teuer sind, stammt aus den Anfängen der Verbreitung, als sie über Japan nach Europa kamen. Die ersten Bonsai waren dementsprechend exotische Gewächse. In Asien wird die Bonsai-Pflege schon seit rund zweitausend Jahren betrieben.

Diese Kunst erlernt Teckenbrock gerade vom Fachmann. Regelmäßig belegt er Kurse über Schnitt und Pflege der kleinen Bäume. Noch zwei Jahre, dann darf sich Teckenbrock „Bonsai-Meister” nennen. „Man lernt, die Bäume mit anderen Augen zu sehen”, betont er. Denn die Vorbilder für die eigenen Kreationen stammen oftmals aus der Natur. Die Beschäftigung mit den Bonsais hat ein meditatives Element, weshalb fast alle Befragten auch die beruhigende Wirkung auf den Gärtner hervorheben. Wichtige Voraussetzungen beim Bonsai sind auch ein zielgerichtetes Denken und Vorstellungskraft, denn das Bild dessen, was entstehen soll, muss schon vorhanden sein.

Interessenten sind beim Arbeitskreis immer willkommen. Denn ihr Wissen über die Kunst der Bonsai-Gestaltung geben die Mitglieder gerne weiter. Deshalb laden sie regelmäßig zu Vorträgen oder Vorführungen über den richtigen Schnitt oder die Düngung der Miniaturbäume ein.

Die Bonsai-Arbeitsgemeinschaft trifft sich jeden zweiten Mittwoch im Monat ab 19 Uhr in Heinsberg im Haus Nobis. Informationen erteilt der Vorsitzende Frank Teckenbrock telefonisch unter Telefon 02452 / 68 78 015 oder per Mail unter Bonsai-AK@online.de
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