Kreis Heinsberg - Zu Besuch beim Rettungsdienst

Zu Besuch beim Rettungsdienst

Von: disch
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Zu Gast in der Rettungswache Heinsberg: Abonnenten unserer Zeitung. Fotos (3): Anna Petra Thomas Foto: Anna Petra Thomas
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Der Geschäftsführer: Ralf Rademacher stellte den Rettungsdienst im Kreis Heinsberg vor.

Kreis Heinsberg. 20.807 Notfalleinsätze mit Rettungswagen – davon 7128 mit Notarzt – hat die Rettungsdienst-Gesellschaft im Kreis Heinsberg im vergangenen Jahr absolviert; hinzu kamen 8751 Krankentransporte. Diese Zahlen hat Ralf Rademacher, Geschäftsführer der gemeinnützigen, kommunalen Gesellschaft, präsentiert, als Abonnenten unserer Zeitung bei einem exklusiven Blick hinter die Kulissen die Rettungswache in Heinsberg an der Industriestraße besuchen durften.

„Der Rettungsdienst hat sich gewandelt“, sagte Rademacher. Aufgaben, die früher alleine von Ärzten wahrgenommen werden durften, würden heute zum Teil auch vom qualifizierten Personal des Rettungsdienstes erfüllt. Die Beschäftigten hätten einen medizinischen Fachberuf und seien nicht nur einfach Krankenwagenfahrer. „Wir leben von der Qualität unserer Mitarbeiter“, sagte der Geschäftsführer und betonte, wie wichtig das gute Zusammenspiel der Rettungsteams vor Ort sei. Schließlich gehe es in diesem „Hochsicherheitsbereich“ oft um Leben und Tod. Deshalb sei eine standardisierte Ausbildung so wichtig, sprach Rademacher unter anderem auch das neue Berufsbild des Notfallsanitäters an.

Als große Herausforderung bezeichnete Rademacher die Vorgaben: Im 628 Quadratkilometer großen Kreisgebiet müsse in mindestens 90 Prozent aller Fälle binnen zwölf Minuten Hilfe vor Ort sein; in den Kernbereichen von Erkelenz, Heinsberg und Hückelhoven binnen acht Minuten. Wie groß der Apparat und der Kostenaufwand sind, um diese Vorgaben zu erfüllen, machten Zahlen deutlich: An den vier Hauptwachen, fünf Nebenwachen und vier Krankenhäusern (von denen die Notärzte gestellt werden), stehen tagsüber als Spitzenlast 14 Rettungswagen und in der Nacht zehn RTW bereit; plus sieben Krankentransportwagen. Die insgesamt rund 40 Fahrzeuge der Rettungsdienst gGmbH legen im Jahr mehr als eine Million Kilometer zurück. Rund 180 Mitarbeiter im Einsatzdienst zählt die Gesellschaft; „ein mittelständisches Unternehmen“, so Rademacher. Und das Ganze kostet rund 15 Millionen Euro im Jahr – fast komplett getragen von Krankenkassen und Berufsgenossenschaften.

Die fünf W im Falle eines Notrufs wurden erläutert: Was ist geschehen? Wo ist es geschehen? Wie viele Verletzte? Welche Art sind die Verletzungen? Warten auf Rückfragen! Letzteres ist wichtig, damit die Mitarbeiter in der Leitstelle Tipps und Hinweise zur wichtigen Ersten Hilfe bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes geben können. Stolz wurde darauf verwiesen, dass der Kreis Heinsberg mit Blick auf erfolgreiche Telefon-Reanimation eine der führenden Leitstellen in Deutschland besitze.

Wie Reanimation konkret abläuft, führten Melanie Düttmann und Dennis Herzberg, Auszubildende als Rettungsassistenten, unter der Regie von Praxisanleiter Daniel Hammer gekonnt am „Phantom“ vor. Und auch Leser durften da am Modell die lebensrettende Herzdruckmassage üben.

Bei einem Rundgang präsentierten Wachleiter Michael Ollig und sein Stellvertreter Oliver Müller die Rettungswache. Im Mittelpunkt stand ein Rettungswagen, den die Gäste auch von innen erkunden durften – in der Hoffnung, ihn nie als Patient nutzen zu müssen. Und sie erlebten hautnah mit, wie die Besatzungen von zwei anderen Rettungswagen binnen wenigen Sekunden nach der Alarmierung mit Martinshorn und Blaulicht zu Einsätzen ausrückten.

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