Zielhäfen des Erka-Schiffes sind definiert

Von: hewi
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Im neuen Kaisersaal in Immerat
Im neuen Kaisersaal in Immerath (neu) empfing Bürgermeister Peter Jansen geladene Gäste aus Erkelenz zum Neujahrsempfang und legte in seinem ausführlichen Bericht eine positive Bilanz 2011 vor. Foto: Dahmen

Erkelenz-Immerath. Zum zweiten Mal in Folge hat der Neujahrsempfang des Bürgermeisters im Immerather Kaisersaal stattgefunden. Neben einem Jahr liegen aber auch einige Kilometer zwischen den beiden Empfängen.

Denn nach der Einweihung des neuen Kaisersaals am Umsiedlungsstandort war der Neujahrsempfang die erste „richtige” Veranstaltung im gerade fertiggestellten Gebäude.

Auch wenn das Jahr 2011 international von Katastrophen geprägt war, sei es für Erkelenz ein erfolgreiches Jahr gewesen. Ein Jahr mit Herausforderungen und Pro-blemen, dessen Bilanz sich sehen lassen könne, so Peter Jansen. Dabei seien nachhaltiges Denken und die Bereitschaft, Beschlüsse mit Blick auf die Zukunft zu fassen, die Grundlage dafür, dass „das Erka-Schiff in Fahrt und auf Kurs” gehalten werden könne.

Zum Thema Finanzen betonte Jansen, dass das Land es den Kommunen schwer gemacht habe. Immer mehr werde ihnen aufgebürdet und die Spielräume dadurch immer enger. Dies sei heute mehr denn je Realität. „Die Kommunen haben heute leider nur wenige Fürsprecher in der großen Politik”, erklärte er. Während Banken, die die Finanzkrise teilweise mit zu verschulden hätten, mit Milliarden unterstützt würden, weil sie „systemwichtig” seien. Die Systemwichtigkeit der Kommunen werde nicht gesehen. Dabei seien sie die unterste Ebene im föderalen Gefüge der Bundesrepublik und Basis der Gesellschaft.

Erkelenz biete seit Jahren ein hohes Angebot an Infrastruktur sowie Angebote zur Daseinsfürsorge der Bürger. Neben Schulen und Kindertagesstätten sei dies auch die freiwillige Feuerwehr, die sich in Erkelenz auf rund 400 Aktive stütze. Auch sei die Stadt für die lokalen Betriebe ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. „Hoffentlich merkt man bald, wie systemrelevant Kommunen sind”, betonte Jansen.

Die Entscheidung zur Erhöhung der Gewerbe- und der Grundsteuer sei im breiten Konsens getroffen worden. Dies sei nötig gewesen, weil die Überweisungen des Landes um rund neun Millionen Euro reduziert worden seien. Dies entspreche rund zehn Prozent des Haushaltes. Dazu komme eine Mehrbelastung durch soziale Aufgaben, wodurch der Haushalt mit rund 13 Millionen Euro negativ belastet sei. Durch eine Senkung der Gebühren im Abwasserbereich konnten die Bürger jedoch um rund acht Millionen Euro entlastet werden. Spielräume, um Erkelenz lebenswert zu erhalten, könnten auch in Zukunft nur im breiten Konsens getroffen werden. „Nur dagegen sein und keine Alternativen nennen, bewirkt nichts”, betonte Jansen.

Auch auf die Umsiedlung als eines der bestimmenden Themen ging Jansen ein. „Mit einer nötigen Portion Zuversicht ist vieles zu erreichen”, erklärte er mit Blick auf den Stand der Umsiedlung und die geschaffene Infrastruktur an den neuen Standorten. „Gemeinsam, ohne Polemik und mit großer Sachlichkeit” seien die schwierigen Aufgaben gelöst worden. In diesem Jahr müssten Entscheidungen getroffen werden, die „das Leben für Generationen beeinflussen werden”.

Den Bau des neuen Erka-Bades, die Entwicklung der Innenstadt und vor allem die Möglichkeit, den Bahnhof optisch und funktional aufzuwerten, führte er als Belege der richtigen Entwicklung an. Auch vom Amtsgericht wusste er Gutes zu berichten. „Zwei Jahre lang wurde das Thema durch die Landesinstanzen bewegt, ohne dass sich vor Ort etwas bewegt”, erklärte er. In diesem Jahr werde sich dort etwas bewegen. Dies sei eine „städtebauliche Herausforderung” und „eine Chance für den Einzelhandel und neue Potenziale”.

Bewegung komme auch endlich in das Thema Kreisverkehr an der Tenholter Straße. Früher als erhofft habe die Stadt die Zusage für die Fördergelder bekommen. Durch gute Vorarbeit konnte schnell reagiert und ein entsprechender Beschluss gefasst werden. Zu der Zusage sei es gekommen, weil andere Kommunen nicht mehr in der Lage waren, bei geplanten Projekten die erforderlichen Eigenleistungen zu erbringen.

Auch die Erkelenzer Bevölkerung wachse, denn die Baugebiete boomen. Allen voran das Oerather Mühlenfeld, das schon zehn Jahre früher als geplant erweitert werden müsse. Vollbelegung sei auch im Gipco zu vermelden, denn Erkelenz sei ein beliebter Wirtschaftsstandort, der bereits Ende 2010 über 11.000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze aufweisen konnte - Tendenz steigend. Eine Erweiterung des Gipco sei in Planung und werde im Laufe des Jahres unter Dach und Fach gebracht.

Als größten Arbeitgeber vor Ort hob Jansen die Hermann-Josef-Stiftung hervor, die rund 900 Menschen beschäftigt. Das Krankenhaus wächst auch: Wurde 2005 noch von der Erweiterung des Krankenhauses gesprochen, sei nun schon von der „Erweiterung der Erweiterung” die Rede. Geplant seien eine Erweiterung des Facharztzentrums, des Altenheims und eine Aufstockung des Parkdecks an der Tenholter Straße.

Die Lebensqualität in Erkelenz werde auch durch die Vereine und die aktiven Ehrenamtler aufrecht erhalten. Ohne die wäre die Stadt „ein ganzes Stück ärmer”. Die Einführung der Ehrenamtskarte sei Anerkennung dieses Engagements.

Stellvertretend für die vielen Vereine in Erkelenz hob Jansen das Engagement der „Freunde der Burg” hervor, die sich für die Pflege und den Erhalt der Burg einsetzen.

Das „Schiff Erka” sei gut gerüstet und die Mannschaft motiviert, betonte Jansen. „Die Zielhäfen sind definiert.”
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