Zeitzeuge für jüngere deutsche Geschichte

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Im Heinrich-Köppler-Haus bei der Veranstaltung der Kommunalpolitischen Vereinigung vom CDU-Kreisverband: Erwin Dahlmanns (KPV), Hartmut Richter, Hans Soiron (VdK), Hans-Josef Paulus (KPV) und Franz Lipperts (VdK).

Kreis Heinsberg. Im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung im Heinrich-Köppler-Haus war Hartmut Richter Gast der Kommunalpolitischen Vereinigung im CDU-Kreisverband Heinsberg.

Hartmut Richter, geboren 1948 in Glindow, glaubte als Jungpionier an die DDR als den besseren deutschen Staat. Zwei Erlebnisse erschütterten diesen Glauben: der Mauerbau und ein durch Mitarbeiter der Staatssicherheit erzwungener Haarschnitt auf dem Weg zur Schule.

Sein erster Fluchtversuch im Januar 1966 scheiterte, sein zweiter sieben Monate später glückte. Ab 1972 verhalf er dannn 33 DDR-Bürgern zur Flucht. 1975 wurde er am Grenzübergang Drewitz festgenommen. 1980 wurde er von der Bundesregierung freigekauft. Er engagiert sich für Opfer des Stalinismus, hält Vorträge und macht Führungen in ehemaligen Stasi-Gefängnissen.

KPV-Kreisvorsitzender Erwin Dahlmanns erklärte: „Gerne haben wir diesen Zeitzeugen für die jüngere deutsche Geschichte zum Gespräch eingeladen. Es ist toll, das der VdK Selfkant mit seinem Vorsitzenden Hans Soiron Hartmut Richter nun schon seit zehn Jahren zu Anfang eines jeden Jahres in den Kreis Heinsberg einlädt.

So konnte er schon Zehntausende Schülerinnen und Schüler bei seinen Besuchen in den Schulen im Kreis Heinsberg und viele Hundert Erwachsene während seiner Abendveranstaltungen über das Unrechtsregime in der DDR aufklären.“

Mit Filmbeitrag und Vortrag habe Richter auch an diesem Abend eindrucksvoll „das menschenverachtende Vorgehen der Stasi und die diktatorische Machtausübung der SED in der DDR“, insbesondere auch durch seine persönliche Betroffenheit, deutlich gemacht, so Dahlmanns.

Hartmut Richter: „Die Ostalgie nimmt zu, vor dem Brandenburger Tor lassen sich Studenten in NVA-Uniform fotografieren, und das stalinistische Unrecht wird verharmlost. Deshalb kämpfe ich weiter, weil noch mehr Aufklärungsarbeit geleistet werden muss: Jeder 16. DDR-Bürger war bei der Stasi, und bis heute wurde mancher ranghohe Beamte noch immer nicht zur Rechenschaft gezogen.

Die friedliche Revolution von 1989 haben viele Menschen als große Möglichkeit gesehen, verkrustete Verhältnisse aufzubrechen und neue Wege zu suchen. Doch statt Gerechtigkeit bekamen wir den Rechtsstaat, und den verstehen die alten Eliten für sich zu nutzen.“

Mit einem kleinen Geschenk bedankte sich Erwin Dahlmanns bei Hartmut Richter und dem VdK Selfkant für die Ermöglichung dieses Gesprächsabends: „Es ist immens wichtig und wertvoll, dass sie nun schon über Jahre gerade junge Menschen, die das geteilte Deutschland nicht mehr erleben mussten, über diese Epoche der deutschen Geschichte kundig und mit eigener Erfahrung informieren.“

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