Zeitweise gespenstische Stille bei „Mahnwache” der Nazis

Von: anna
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Auf dem Heinsberger Marktplatz
Auf dem Heinsberger Marktplatz standen den zwölf Neonazis rund 70 Gegendemonstranten gegenüber. Wie später in Erkelenz verlief auch diese Veranstaltung ohne nennenswerte Zwischenfälle. Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg/Erkelenz. Mit zwei sogenannten Mahnwachen haben Neonazis am Samstag auf den Markplätzen in Heinsberg und anschließend in Erkelenz für geplante Aufmärsche geworben.

Ein Dutzend von ihnen verteilte zunächst in Heinsberg entsprechende Flugblätter und hielt ein weißes, beschriftetes Tuch hoch. Rund 70 Gegendemonstranten hatten sich mitten auf dem Platz versammelt. Hinter dem Transparent vom Bündnis gegen Rechtsextremismus, für Demokratie und Toleranz im Kreis Heinsberg fanden sich Vertreter verschiedener demokratischer Parteien in ihrem stillen Protest zusammen, unter ihnen auch die Bürgermeister Wolfgang Dieder aus Heinsberg und Heinz-Josef Schrammen aus Waldfeucht. „Wir wollen hier Gesicht zeigen, Flagge zeigen, dass für derartiges Gedankengut im Kreis Heinsberg kein Platz ist”, erklärte Olaf Renner vom Sprecherkreis des Bündnisses die Gegendemonstration.

Norbert Reyans, Fraktionssprecher der CDU im Kreistag, zitierte Bundespräsident Joachim Gauck aus seiner ersten Rede nach der Vereidigung: „Speziell zu unseren rechtsextremen Verächtern der Demokratie sagen wir in aller Deutlichkeit: Euer Hass ist unser Ansporn. Wir lassen unser Land nicht im Stich. Wir schenken euch auch nicht unsere Angst. Ihr werdet Vergangenheit sein, und unsere Demokratie wird leben.”

Die Veranstaltung in Heinsberg verlief ruhig. Zeitweise herrschte sogar eine gespenstische Stille vor Ort. Auffällig war da allein die große Zahl derjenigen, die auf der Hochstraße „zufällig” am Markt vorbeiflanierten, um das Geschehen zu beobachten.

Kurz laut geworden war es nur gleich zu Anfang, als einer der Neonazis sich an die Antifaschisten wandte, die sich neben dem Bündnis in Stellung gebracht hatten: „Ich weiß genau, wer ihr seid!”, rief er. „Wer Widerstand mit ie schreibt, ihr seid echt Helden!”, schallte es von den teilweise vermummten, ebenfalls schwarz gekleideten Gestalten zurück. Dann war Ruhe.

Ebenfalls begleitet von Einsatzkräften der Polizei ging es anschließend für zwei Stunden in Erkelenz weiter. Hier standen 15 Neonazis rund 150 Gegendemonstranten gegenüber, die Bürgermeister Peter Jansen als „echten demokratischen Block” begrüßte und die mit Reden und lautstarker Musik auf sich aufmerksam machten. Mit dabei waren hier auch die beiden Landtagsabgeordneten Dr. Gerd Hachen (CDU) und Dr. Ruth Seidl (Bündnis 90/Die Grünen) sowie zahlreiche Erkelenzer Stadtverordnete.

Auch diese Kundgebung verlief friedlich und ohne nennenswerte Zwischenfälle.
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