Zeitreise durch die Geschichte der Filmtage

Von: Helmut Wichlatz
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Auch in diesem Jahr waren es e
Auch in diesem Jahr waren es es bei den Hückelhovener Filmtagen wieder die Kinder, die sich über Filmvorführungen freuen Foto: Koenigs

Hückelhoven. Es ist Freitagabend. Das 40. Belgisch-Niederländisch-Deutsche Filmfest hat vor wenigen Stunden mit dem deutschen Film „Vorstadtkrokodile 3” begonnen. Der Film ist ein Muss für Hückelhoven, denn einige der Szenen wurden auch hier gedreht.

Der Film hat neben den rund 350 Filmfestteilnehmern auch wieder viele Hückelhovener angezogen, die die Gelegenheit nutzen und einen recht aktuellen Film kostenlos auf großer Leinwand sehen wollen.

Seit einigen Minuten läuft der belgische Beitrag „Noir Océan” von Marion Hänsel. Festivalleiterin Gisela Münzenberg-Wiers und ihre Mitstreiter gönnen sich eine kleine Verschnaufpause. Rund 200 Gäste sind auf ihre Unterkünfte verteilt, das Programm besprochen und nahezu alle Fragen beantwortet.

Seit dem ersten Tag dabei

Das Programm unterscheidet sich ein wenig von dem der letzten Jahre. Denn es beinhaltet nicht nur aktuelle Produktionen aus Belgien, den Niederlanden und Deutschland. Es lädt auch zur Zeitreise durch die Geschichte der Filmtage ein.

Vier der Filme repräsentieren die Jahrzehnte, die das älteste Jugendfilmfestival Europas schon auf dem Buckel hat. Gisela Münzenberg-Wiers ist seit dem ersten Filmfest im Jahre 1971 dabei. Zuerst als Teilnehmerin, dann als Mitorganisatorin, heute als Leiterin. Trotzdem möchte sie nicht als „Mutter der Filmtage” bezeichnet werden, sagt sie. „Wenn man als Mutter von etwas so Großem bezeichnet wird, ist man alt”, erklärt sie. Und alt fühle sie sich noch nicht. Die Beschäftigung mit dem Medium Film, vor allem dem Jugendfilm, halte jung. „Wenn die Zeit es zulässt, schaue ich mir die Filme natürlich an”, sagt sie.

Eine andere Art Film

Deshalb verzichte sie auch darauf, die Filme schon im Vorfeld zu sehen. In diesem Jahr freue sie sich besonders auf den Film „Alice in den Städten”, mit dem Wim Wenders 1974 an den Filmtagen teilnahm. „Ich bin gespannt, wie heute das junge Publikum auf den Film reagiert”, erklärt sie. „Denn es ist eine andere Art Film.” Die Themen der Filme haben sich im Laufe der Jahre nicht geändert, aber die Umsetzungen und die Blickwinkel, aus denen heraus sie dargestellt werden. Dabei sei es immer schwerer, noch bezahlbare Filme als 35-Millimeter-Kopien zu bekommen. Die Kopien sind teuer und bei älteren Filmen auch oftmals in einem schlechten Zustand.

Davon wissen auch Chris Benesch und Heiko Fischer ein Lied zu singen. Die beiden Filmvorführer sind für die Filmstreifen zuständig, die sie auf den Maschinen abspielen, die seit fast 40 Jahren zu den Filmtagen gehören und ursprünglich aus einem Münsteraner Kino stammen. „Viele Kopien der Filme aus den 70er Jahren sind heute in einem schlechten Zustand”, weiß Benesch. „Wenn dann auch noch die Masterbänder verschwunden sind, sieht es düster aus.”

Wenn mit herkömmlicher Technik kein Blumentopf mehr zu gewinnen ist, kommt Ralf Olbrich ins Spiel. Er ist für die digitalen Medien zuständig und wird einige der Filmfest-Klassiker auf DVD abspielen. Im Saal der Aula wird man den Unterschied wohl nicht bemerken. Doch die Sehgewohnheiten haben sich verändert, weiß Olbrich. Während ältere Zuschauer noch das weiche Bild der 35-Millimetertechnik kennen, hat sich das junge Publikum schon an die digitale Schärfe gewöhnt.

Gedanklich im nächsten Jahr

Zurück zu Gisela Münzenberg-Wiers: Sie wird nach dem Abendessen und dem Kurzfilm „Reis und Currywurst” des Literaturkurses des Hückelhovener Gymnasiums die Filmtage eröffnen, die Reden und Grußworte hören und sich ins Goldene Buch der Stadt eintragen. Im Kopf ist sie dann wohl schon bei der Planung der 41. Filmtage im nächsten Jahr.
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