Wunderschön: Ausstellungseröffnung im Kunstverein Region Heinsberg

Von: defi
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Evelina Velkaite zeigt zurzeit
Evelina Velkaite zeigt zurzeit im Kunstverein Region Heinsberg aktuelle Arbeiten unter dem Ausstellungstitel „wunderschön”. Foto: defi

Heinsberg-Unterbruch. „Ich finde, es ist kein Verlass auf die Titel von Bildern oder Ausstellungen. Die Bilder sind das, was sie sind oder das, was sie nicht sind”, sagt Evelina Velkaite, Künstlerin, geboren in Litauen und zurzeit mit einer Ausstellung im Kunstverein Region Heinsberg zu Gast.

Woran es auch immer gelegen haben mag, an der schönen Künstlerin, an ihren „wunderschönen” Bildern, oder vielleicht wollten viele Besucher nach den Karnevalstagen mal eine andere Form von Kultur genießen; die Hütte, also die Räume des Kunstverein aus dem Horster Hof in Unterbruch, war brechend voll. Alwin Hintzen, Vorsitzender des Kunstvereins, konnte auch Kreisdirektor Peter Deckers, Heinsbergs Bürgermeister Wolfgang Dieder und den Vorsitzenden der Kreissparkassen-Kunststiftung, Dr. Richard Nouvertné, begrüßen.

„wunderschön” hat Evelina Velkaite ihre Ausstellung betitelt und zwar nach dem einzigen ihrer Bilder das einen Titel trägt. „wunderschön” entstand im Januar 2011 und fällt nicht nur aufgrund des Titels etwas aus dem Rahmen, es ist auch das Bild, das dem Betrachter die meisten figürlichen Anreize bietet. Ein Männlein mit Affenohren und Gurkennase schielt den Betrachter aus der Bildmitte heraus an. Die Figur könnte aus einem Comic herausgerissen sein. Ein Coca-Cola-Schriftzug ist zu finden und ein roter Klebestreifen „Vorsicht Glas”. Unten rechts noch angedeutet ein grüner Zweig, wer genau schaut, findet noch etwas wie einen halben Finger. Bildstrukturierend sind einige Kastenformen. Wie sagt es die Künstlerin selber so schön: „Die Bilder sind das, was sie sind oder das, was sie nicht sind.” Da denkt man unwillkürlich an „Eine Rose ist eine Rose ist eine Rose ist eine Rose”, stammt ursprünglich nicht von Helge Schneider sondern von Gertrude Stein. Die Frage nach Sinn oder Unsinn von Kunst und Kunstwerken ist sicher müßig. Aber trotzdem schön, wenn man mal was versteht. Bietet Evelina Velkaite in ihrem Bild „wunderschön” dem Betrachter noch Zugangsmöglichkeiten und Denkansätze über die eingearbeiteten figürlichen Elemente, muss sich der Kunstfreund bei ihren übrigen Bildern schon etwas mehr mühen.

Zum Glück gibt es ja Kunsthistoriker wie Thomas Janzen vom Kunstmuseum Krefeld. Er erläuterte dem aufmerksam lauschenden Vernissagepublikum, in welchem kunsthistorischen Zusammenhang die Arbeit der 1982 in Klaipeda geborenen Evelina Velkaite zu sehen ist. Die Meisterschülerin bei Bernard Lokai, Stephan Paul Schneider und Christiane Hantzschan an der Freien Akademie der bildenden Künste in Essen hat offensichtlich Freude am Spiel mit Farben und Formen. Manche ihrer Bilder, die mit Öl, Lack und Kreide auf Leinwand entstehen, zeigen noch leicht angedeutet etwa ein Treppengeländer, etwas wie einen Himmel oder eine Kanne. Manchmal belässt Evelina Velkaite das Bild im scheinbar unfertigen Zustand. Einige Bildelemente sind nur durch Kreide- oder Bleistiftstriche angedeutet. „Bilder der Woche” hat sie ganz klein oben rechts in die Ecke eines ihrer Bilder geschrieben. Da sieht man einen gelb/schwarz gestreiften Stab, der aufragt und nur noch angedeutet die Gerade verlässt.

Auch zur Ausstellung „wunderschön” bietet der Kunstverein eine Edition an. Evelina Velkaites Edition besteht aus 25 handsignierten Arbeiten, „Schleifkissen” und Polyplatte”. Diese kleinen Unikate sind sozusagen Werkzeuge, die die Künstlerin beim Malen benutzt, mit der Polyplatte werden Farben aufgetragen und mit dem Schleifkissen Partikel des auf die Leinwand aufgetragenen Lackes entnommen. Noch bis zum 18. März geöffnet

Die Ausstellung „wunderschön” von Evelina Velkaite auf dem Horster Hof in Heinsberg-Unterbruch ist noch bis zum 18. März freitags von 15 bis 18 Uhr und sonntags von 11 bis 17 Uhr zu besichtigen oder nach Vereinbarung unter der telefonnummer 02452/65598.
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