Kreis Heinsberg - Wolfgang Clement spricht über die Zukunft der Energie

Wolfgang Clement spricht über die Zukunft der Energie

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Der ehemalige NRW-Ministerpräsident Wolfgang Clement sprach auf Einladung der Kreissparkasse zum Auftakt einer neuen Gesprächsreihe zum Thema „Zukunft der Energie - Energie der Foto: Petra Wolters

Kreis Heinsberg. „Was wird?” Mit dieser kurzen Frage leitete Thomas Pennartz, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Heinsberg, am Geschäftssitz in Heinsberg vor mehr als 200 geladenen Gästen in eine neue Gesprächsreihe des Geldinstituts ein. „Es gibt viele Themen und viele Fragen.

Aber die Antworten darauf können wir alleine nicht finden”, erläuterte er das Konzept der Veranstaltung, sich „zu Themen mit globaler Bedeutung, nationalem Diskussionsbedarf und regionalen Auswirkungen” mehrmals im Jahr das Fachwissen kompetenter Referenten einzuholen.

Den Anfang machte Wolfgang Clement, ehemaliger Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen und ehemaliger Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit zum Thema „Zukunft der Energie - Energie der Zukunft”. Sicherlich habe niemand erwartet, dass dieses Thema jetzt mit einer solchen Aktualität verbunden sei, kommentierte es Pennartz in seinem Einstieg.

„Wichtig ist, es nicht nur emotional anzugehen, sondern auch die Details anzuschauen.” Denn gerade das Thema Energie sei für den Mittelstand ein sehr wichtiges, verbunden mit Stichworten wie Kosten, Nachhaltigkeit oder gar Standortwahl.

„Energie ist das Kernstück der Wirtschaft und entsprechend wichtig ist die Energiepolitik”, machte Clement dann gleich zu Beginn seines rund einstündigen Vortrags die Bedeutung des Themas deutlich. Sie spiele eine zentrale Rolle für die Zukunft eines Landes.

Was die Katastrophe in Japan betrifft, folgte er der Meinung des japanischen Ökologie-Professors Yu Tanaka, nach der man Lehren aus Fukushima erst dann ziehen könne, wenn man genau wisse, was dort passiert sei.

Genau wie nach der Katastrophe von Tschernobyl, wo Deutschland mit seiner Ausstiegsphilosophie weltweit allein geblieben sei, „sind wir auch jetzt wieder auf dem Weg, einen Alleingang zu machen”, sprach Clement von einer „Stillegungsorgie”.

Wer die Gefährdung durch die Erderwärmung ernst nehme, der könne auf überschaubare Zeit nicht auf den Einsatz der Kernenergie verzichten, so seine klare Position. Die geplante Stilllegung von sieben Kernkraftwerken in Deutschland sah er darüber hinaus dann auch aus juristischer Sicht als problematisch an.

Hier schloss er sich der Meinung des ehemaligen Bundesverfassungsgerichtspräsidenten Hans-Jürgen Papier an, dass ein Stopp nur bei einer unmittelbar drohenden Gefahr verfügt werden könne.

Es gebe keinen technischen Fortschritt ohne Restrisiko, verteidigte Clement sein Ja zur Kernenergie. „Wir müssen weiterhin davon ausgehen, dass morgen passieren kann, was heute noch unvorstellbar ist. Das ist der Preis menschlichen Fortschritts”, betonte er. Und den würden die Menschen auf vielen anderen Gebieten auch in Kauf nehmen, etwa im Bergbau, beim Fliegen oder im Straßenverkehr.

Ausstieg alleine sei keine Lösung. „Wer aussteigen will, muss klar die Alternativen benennen”, gab er seinen Zuhörern dann einen Überblick zur aktuellen Forschung im Bereich alternativer Energiequellen. Wichtig seien vor allem europaweit einheitliche Regelungen, wenn es zu Veränderungen kommen solle, betonte Clement.

„Ich fechte für eine Wende im Maß!”, fasste er seine Ausführungen selbst zusammen. „Die Wende ist nicht zu schaffen mit einer Ruck-Zuck-Zick-Zack-Ideologie.” Mut zur Klarheit sei gefordert, auch im Hinblick auf die Kosten. „Wir müssten die Tassen im Schrank lassen!” Wenn alles gut gehe, sei man im Jahre 2050 vielleicht in der Lage, 50 Prozent der notwendigen Energie aus erneuerbaren Quellen zu gewinnen.

Ein klares Bekenntnis zu Braunkohle gab Clement in der anschließenden Diskussion mit seinen Zuhörern ab. „Sie ist die einzige heimische Energiequelle, die konkurrenzfähig ist.” In Bezug auf die Steinkohle gelte es zu überlegen, eine Kokskohlenzeche einzurichten, in der die Förderung nicht teurer sei als der aktuelle Weltmarktpreis.
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