„Wohnungsneubau ist die beste Mietpreisbremse“

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Kreis Heinsberg. Es wird gebaut: Für 444 Wohnungen gab es im ersten Quartal dieses Jahres im Kreis Heinsberg eine Baugenehmigung.

Die Bauherren und Investoren gaben dabei an, in den Bau von Wohnhäusern rund 66,2 Millionen Euro investieren zu wollen. Das teilte der Bezirksverband Aachen der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) mit. Die Bau-Gewerkschaft berief sich dabei auf aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes.

Doch die IG BAU warnte vor zu großen „Neubau-Fantasien“: „Nicht hinter jedem Bauantrag, der einen Stempel bekommt, steckt auch eine ernsthafte Bauabsicht. Oft werden Baugenehmigungen nur eingeholt, um damit den Wert des Baulands zu heben – um also die Grundstückspreise nach oben zu jubeln“, erklärte Friedrich Feldmann. Der Bezirkschef der IG BAU Aachen sieht beim Wohnungsneubau im Kreis Heinsberg „noch Luft nach oben“.

Insbesondere auch beim altersgerechten Umbau vorhandener Wohnungen bestehe noch „ein enormer Nachholbedarf“. Seniorengerechte Wohnungen seien nach wie vor „Mangelware“. Auch bei der energetischen Gebäudesanierung gebe es noch eine Menge zu tun.

Feldmann appellierte an Haus- und Wohnungseigentümer im Kreis Heinsberg, dabei die Förderprogramme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) intensiver zu nutzen. Die staatliche Förderbank biete für den altersgerechten Umbau beispielsweise einen zinsgünstigen Kredit von bis zu 50.000 Euro oder einen Investitionszuschuss von maximal 6250 Euro pro Wohneinheit.

992 neue Wohnungen in 2015

Insgesamt sind laut IG BAU im vergangenen Jahr im Kreis Heinsberg 992 Wohnungen neu gebaut worden – darunter nur 65 Eigentumswohnungen. „Der Wohnungsneubau ist die beste Mietpreisbremse. Jede Wohnung, die neu entsteht, zählt im System von Wohnungsangebot und Mieternachfrage“, so Feldmann.

Um den Wohnungsneubau attraktiver zu machen und ihm einen schnellen Impuls zu geben, müsse es hier allerdings bessere steuerliche Anreize geben: Die lineare Absetzung für Abnutzung (kurz AfA) müsse von zwei auf drei Prozent erhöht werden. In Ballungsräumen und Universitätsstädten, wo die Wohnungsnot besonders hoch sei, bedürfe es zusätzlicher Anreize für Investoren im Mietwohnungsbau. Diese Förderung müsse sich dann aber auch in den Mietpreisen niederschlagen.

„Diese Botschaft müssen die heimischen Bundestagsabgeordneten mit nach Berlin nehmen“, forderte Feldmann. Der Wohnungsbau werde auch im Bundestagswahlkampf im kommenden Jahr eine zentrale Rolle spielen, so der IG BAU-Bezirkschef.

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