Wo sich Solardächer lohnen, steht jetzt im Internet

Von: disch
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Stolz aufs Solarpotenzialkataster: Die Spitzen der Kommunen und die Vertreter der Förderer schauten dem Geilenkirchener Bürgermeister Thomas Fiedler bei der Internet-Präsentation über die Schulter. Foto: Georg Schmitz

Kreis Heinsberg. Ende September war in der Stadt Erkelenz das erste Solarpotenzialkataster im Kreisgebiet öffentlich vorgestellt worden. Inzwischen hat es im Internet bereits 2000 Zugriffe gegeben, berichtete der Erkelenzer Bürgermeister am Donnerstag, als die Arbeitsgemeinschaft der Bürgermeister im Rathaus von Geilenkirchen die nächste Stufe in diesem Projekt verkündete.

Ab sofort stehen Kataster für alle zehn Städte und Gemeinden online zur Verfügung. Stellvertretend für alle sprach Thomas Fiedler, Bürgermeister der Stadt Geilenkirchen, von einem „ganz großen Fortschritt“ auf dem Weg, die kommunalen Klimaschutzziele zu erreichen und die Potenziale erneuerbarer Energien auszunutzen. Und er zitierte Dr.-Ing. Stephan Wilforth von der Tetraeder.Solar GmbH, die das Kataster erstellt hat. Aus dessen Sicht sei es eine der wichtigsten politischen Aussagen, „dass allein die Nutzung der bereits vorhandenen Dachflächen ausreichen würde, um bilanziell den gesamten Strom, der in Privathaushalten benötigt wird, mittels der Solarenergie zu gewinnen“.

Thomas Fiedler machte gleich einmal die Probe aufs Exempel und tippte seine eigene Wohnanschrift in Geilenkirchen in den Computer ein. In Sekundenschnelle gab es via Internet das Ergebnis für dieses Gebäude: „Eignung: Gut geeignet. Geeignete Fläche: 35 m². Vorgeschlagene Anlagengröße (PV): 3,3 kWp (22 m²). Erwartete Einnahmen (20 Jahre): 8497 Euro. Rendite: 7,52 .“

Der Erkelenzer Bürgermeister meldete nicht nur die 2000 Zugriffe, sondern merkte auch an, dass es in der Stadtverwaltung kaum telefonische Nachfragen gegeben habe, wohl aber sehr positive Rückmeldungen. Das Kataster ermögliche einen sehr informativen Einstieg in das Thema, sagte Peter Jansen.

Auf der Startseite der Solarpotenzialkaster wird zwar darauf verwiesen, dass „gebäudescharfe Informationen“ abgerufen werden können, ebenso Hinweise zu Planung und Bau einer eigenen Solaranlage und Links auf weiterführende Seiten. Doch zu beachten sei, dass die Analyseergebnisse des Solarpotenzialkatasters auf einem automatisierten Verfahren (Datenbasis der Laserscandaten ist das Jahr 2011) basieren würden, das heißt die Ergebnisse würden der ersten Information dienen, sie würden aber nicht die Fachberatung durch einen qualifizierten Installateur ersetzen, und sie erfolgten zudem ohne Gewähr.

Wie ein solches Kataster entsteht, wird ebenfalls auf den Internetseiten erklärt: Grundlage für die Solarpotenzialanalyse sind Laserscannerdaten, die aus einer Überfliegung des Stadt- oder Gemeindegebietes stammen. Aus diesen Informationen wird ein vereinfachtes Modell der Häuser und der umgebenden Objekte (zum Beispiel Bäume) erstellt. Im nächsten Schritt werden die Dachflächen automatisch erkannt. Einstrahlung und Verschattung werden berechnet. Stark verschattete Bereiche werden als nicht geeignet identifiziert. Für die übrigen Dachflächen wird die Einstrahlung für den Verlauf eines ganzen Jahres bestimmt.

Aber: Einstrahlung ist nicht gleich Ertrag! Wirkungsgrad und Beschaffenheit der verwendeten Bauteile bestimmen die gewonnene Menge elektrischer Energie und somit auch den finanziellen Ertrag.

Die Kosten für das Solarpotenzialkataster wurden bei dem Pressegespräch auch auf Nachfrage nicht genannt, allerdings wurde darauf verwiesen, dass dieses Projekt ganz entscheidend finanziell unterstützt worden sei von West Energie und Verkehr, NEW Netz und ­Alliander sowie von den Volks­banken und Raiffeisenbanken im Kreis Heinsberg. Ihnen galt deshalb am Donnerstag der ausdrückliche Dank der Bürgermeister-Runde.

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