Witzige Dialoge, überraschende Gags

Von: hl
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Erkelenz. „Eine etwas andere Liebesgeschichte”, so heißt es im Untertitel des Bühnenstückes „Roses Geheimnis” des amerikanischen Erfolgsautors Neil Simon, das in der voll besetzten Stadthalle am Ende mit Standing Ovations bedacht wurde. Und dabei war es nicht immer leicht, einem Geschehen zu folgen, das zwischen Komödie und Tragödie, Drama und Harmlosigkeit, Realität und Einbildung schwankte.

Im Mittelpunkt der Handlung steht Rose, eine gealterte Schriftstellerin mit Diva-Allüren, die hauptsächlich in der Erinnerung an eine glanzvolle Vergangenheit lebt und immer noch mit ihrem verstorbenen Mann, dem Krimiautor Walsh McLaren kommuniziert. Dieser hat ihr ein unvollendetes Manuskript hinterlassen, das sie von ihren finanziellen Sorgen befreien soll. Aber da sie nicht in der Lage ist, dieses Manuskript zu vollenden, engagiert sie den jungen und eher erfolglosen Autor Gavin Clancy als Ghostwriter. Behilflich ist Rose ihre Assistentin Arlene, die sich im Laufe des Geschehens als ihre Tochter entpuppt.

In einem luftigen Bühnenbild (Stephan Mannteuffel) mit Meerblick und Abendrot spielt sich die teils reale, teils irreale Geschichte eines Liebespaares ab, das eine stürmische Vergangenheit hinter sich hat und am Schluss dann gemeinsam durch den dunklen Tunnel mit dem großen Licht am Ende gehen wird.

Aber bevor es so weit ist, gibt es viele witzige Dialoge, überraschende Gags und Einfälle und eine Bühnenpräsenz der vier Akteure, die beim Publikum über gut zwei Stunden nie Langeweile aufkommen lässt.

Musik von Puccini

Angeführt wird das Ensemble durch eine brillant aufspielende Doris Kunstmann als Rose, die gleichermaßen ihre Ich-Bezogenheit, Realitätsverweigerung und Traumwelt auf faszinierende Weise verkörpert und die Grenze zur Sentimentalität nie überschreitet.

Wolfgang Häntsch ist der liebevolle Gatte mit Macho-Zügen, der seiner anstrengenden Frau auch noch als Gespenst zugetan ist und sich um ihre Zu-kunft Sorgen macht. Eine besondere schauspielerische Leistung liefert auch Ju-dith Toth als Freundin und Assistentin von Rose ab, die viele Jahre nach ihrer Kindheit und Jugend mit ihrer exzentrischen Mutter abrechnet und auf rührend-verzweifelte Weise eine späte Versöhnung (eigentlich müsste man sagen Vertöchterung) zustande bringt. Komplettiert wird die Schauspiel-Riege durch Johannes Richard Völkel als Jungautor Gavin Clancy, der mit seinem trockenen Humor am Rande der Trotteligkeit für eine heitere Note sorgt.

Roses Geheimnis, treffender charakterisiert mit dem Original-Titel „Rose´s Dilemma”, ist ein Boulevardstück, das von der Schauspielkunst seiner Darstel-ler/innen lebt, dem Wechsel von Ernst und Heiterkeit, dem vordergründigen Gag und der hintergründigen Psychologie - und der Kombination aus diesen Elementen. Und dies alles herausgearbeitet zu haben, ist auch das Verdienst des Regisseurs Frank Matthus.

Dass Musik Puccinis aus Madame Butterfly den Bühnenzauber noch erhöhte, sei nur am Rande erwähnt.
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