Wissenschaft mal anders: Der „Physikant“ lässt selbst Lehrer staunen

Von: Markus Bienwald
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Der „Physikant“ Sascha Ott zeigte an der Schule der Begegnung in Birgden spannende Experimente. Foto: Markus Bienwald

Gangelt-Birgden. Irgendetwas war ganz anders in der Mehrzweckhalle an der Schule der Begegnung der Katholischen Grundschule (KGS) in Birgden. Denn das Sportzeug war weggeräumt, vorne nahe der Bühne stapelten sich ein paar Kisten und Kartons, mittendrin erhob sich ein Tisch, und die Bankreihen sorgten für eine provisorische Zuschauerumgebung.

Nachdem sich die Halle mit Kindern und ihren Lehrern gefüllt hatte, betrat unter ohrenbetäubendem Jubel und Applaus Sascha Ott das Szenario. Er erntete nicht nur vorab den Jubel, den er sich später mit einem tollen naturwissenschaftlich-technischen Programm verdiente, sondern er stellte sich auch gleich als ein „Physikant“ vor. Was der macht, war schnell klar, denn auf spielerische und sehr unterhaltsame Art und Weise lernten die Kinder bei ihm das, was oft in Physik und anderen naturwissenschaftlichen Fächern in mühsamer Kleinarbeit zum Unterrichtsinhalt wird. Thema des Vormittags war Energie, und so stellte Ott den Grundschülern gleich auch die alles entscheidende Einstiegsfrage: „Wo steckt eigentlich überall Energie drin?“

Die Antworten waren vielseitig, sie reichten von „im Essen“ über „im Feuerwerk“ und „in Karate“ bis zur Steckdose und Batterien. Was sich schon mit der einfachen Bewegungsenergie alles so umsetzen lässt, demonstrierte der „Physikant“ Ott dann gleich mal mit einem gut gefüllten Glas Wasser. Das steckte er in eine Art Schaukel, die er schnell im Kreis schwang, und bevor sich die Befürchtungen der vorne sitzenden Kinder von einer ungewollten Dusche erfüllten, bremste er das fliegende Glas ganz einfach wieder ab. „Dahinter steckt die Fliehkraft“, erläuterte der Lehrer auf Zeit, und er nahm die Kinder aus Birgden noch auf viel mehr interessante Entdeckungsreisen mit.

Da sich so ein mit Benzin betriebener Automotor ziemlich schlecht bei der Arbeit unter den Zylinderkopfdeckel schauen lässt, übertrug Sascha Ott das Prinzip des Ottomotors einfach auf eine große Wasserflasche, in der er – natürlich völlig gefahrlos für die staunenden Kinder – das zu einem zündfähigen Gemisch mit Luftanteil verwirbelte Benzin einfach entzündete. Wie das geht mit der Luft, das durften dann auch zwei Jungs aus der ersten Klasse ausprobieren, die mit einem zur überdimensionalen Luftröhre umfunktionierten Bratschlauch aus der Küche das Prinzip der Verdichtung erlebten. Knalleffekte, Staunen und auch ein wenig Magie gehörten zu den Vorführungen, mit denen der „Physikant“ die alles umgebende Energie sichtbar machte.

Sein Ausflug in die praktischen Seiten von Physik, Biologie und Chemie sorgten aber nicht nur für viel Spaß, sie mischten Lehrreiches so geschickt mit gekonnter Unterhaltung, dass Kinder wie auch Lehrer kaum noch aus dem Staunen herauskamen. Und dafür darf es dann ruhig auch einmal ein bisschen anders aussehen als sonst in der Birgdener Mehrzweckhalle.

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