Wirtschaftsdünger: Gülle-Importe werden schärfer überwacht

Letzte Aktualisierung:

Kreis Heinsberg. Im Frühjahr und im Herbst wird auf den Äckern und Feldern reichlich so genannter Wirtschaftsdünger aufgebracht.

Vielfach werden nicht nur hofeigene Gülle oder Mist auf das Feld gebracht, sondern auch entsprechende Dünger wie Hühnertrockenkot, Gülle oder Gärsubstrat (aus Biogas-Anlagen) aus den Niederlanden oder Belgien importiert. Der Import dieser Wirtschaftsdünger darf nach EU-Vorschriften nur mit entsprechender Genehmigung erfolgen und stößt nicht überall auf Begeisterung. Die Betreiber von Wasserwerken wie auch ein immer größer werdender Teil der Bevölkerung beobachtet das Vorgehen der Landwirte und Importeure kritisch.

Während auf niederländischer und belgischer Seite die Einhaltung der restriktiven gesetzlichen Bestimmungen durch ein effektives satelliten-gestütztes Kontrollsystem (GPS) gewährleistet ist, standen den Behörden auf deutscher Seite bislang kaum angemessene Kontroll- und Eingriffsmöglichkeiten zur Verfügung.

Da ein großer Teil der Importe in das Gebiet des Kreises Heinsberg gelangt, hat sich die Kreisverwaltung das Ziel einer schärferen Überwachung der Importe gesetzt. Gemeinsam mit dem Landesumweltamt, dem Landesumweltministerium und der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen ist die Zusammenarbeit mit den niederländischen Behörden intensiviert worden. So konnte erreicht werden, dass der Kreis mit Hilfe von Informationen der niederländischen Behörden frühzeitig über geplante Importe von Wirtschaftsdüngern unterrichtet ist.

Durch den schnelleren grenzüberschreitenden Informationsfluss ist es nunmehr möglich, nicht nur die Endabnehmer, sondern auch die Importeure und die Transporteure zu überprüfen. Vielfach werden die Transporteure schon am Feldrand erwartet und dort kontrolliert. Genehmigungen und Transportpapiere sowie Herkunft und Zielort der Lieferungen werden überprüft. Die Ladungen der Fahrzeuge werden regelmäßig „beprobt” und untersucht.

Die notwendigen Kontrollen werden auch außerhalb der regelmäßigen Dienstzeiten der Kreisverwaltung und am Wochenende vorgenommen. Mit den niederländischen Behörden finden regelmäßige Arbeitstreffen statt. Die Behörden diesseits und jenseits der Grenze informieren sich gegenseitig über ungewöhnliche Vorgänge oder Auffälligkeiten. In einem nächsten Schritt ist die Durchführung gemeinsamer Kontrollen im deutsch-niederländischen Grenzbereich geplant. Auch die Kreispolizeibehörde ist in die Überwachung eingebunden. Frühzeitig und täglich von der Kreisverwaltung über die Regionen mit verstärktem Transportaufkommen informiert, überprüft die Polizei die Transporte im fließenden Verkehr.

Ein Aufwand, der sich laut Pressestelle des Kreises Heinsberg lohnt: Zahlreiche Verstöße konnten inzwischen festgestellt und geahndet werden. Die im Kreis Heinsberg gemachten Erfahrungen sind so positiv, dass das Land Nordrhein-Westfalen erwägt, die GPS-basierte Überwachung nach niederländischem Vorbild in Nordrhein-Westfalen flächendeckend einzuführen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert