Hückelhoven - Wird die Bahnlinie Baal-Ratheim reaktiviert?

Wird die Bahnlinie Baal-Ratheim reaktiviert?

Von: Norbert F. Schuldei
Letzte Aktualisierung:
Der alte Bahnhof in Ratheim wÀ
Der alte Bahnhof in Ratheim würde wahrscheinlich auch bei einer Reaktivierung der Bahnstrecke Baal-Ratheim nicht wieder in Betrieb genommen. Es würde dann andere Haltepunkte geben. Foto: Koenigs

Hückelhoven. Ende Februar hat sich die Bürgerinitiative IG Ratheimer Bahn gegründet. Ziel der Initiative ist es, die Option für eine Reaktivierung der Strecke Baal-Hückelhoven-Ratheim offenzuhalten. Die Stadt hat inzwischen die gesamte ehemalige Gleistrasse von der Deutschen Bahn gekauft und den „Antrag auf Freistellung von Betriebszwecken” beim Eisenbahn-Bundesamt in Köln gestellt.

Bürgermeister Bernd Jansen erläuterte in einem Schreiben an die Bürgerinitiative, warum man das getan hat: „Zum einen wird nach Genehmigung der Freistellung der Weg frei für das Inkrafttreten der planungsrechtlichen Festsetzung in dem für die Schaffung des Baurechtes für die L 117n notwendigen Bebauungsplan.” Es ist eine schwierige Materie, bei der eine Vielzahl rechtlicher und planungsrechtlicher Dinge ineinandergreifen.

Absolute Priorität

Die L 117n als Umgehungsstraße für Ratheim, das sieht auch die IG Ratheimer Bahn so, hat derzeit verkehrsplanerisch absolute Priorität. „Zum anderen”, so Jansen weiter, „bedarf der Neubau einer Bahnlinie nach Jahren der Nutzungsaufgabe der alten Trassse sowieso eines erneuten öffentlichen Verfahrens mit zeitnah gestellten Gutachten und Nachweisen wie beispielsweise des Lärmschutzes, des Artenschutzes und der Verkehrssicherheit bezüglich der Querung von Straßen und Wegen”.

Jansen bekräftigte in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses: „Ich bin genau so wie die Bürgerinitiative daran inteteressiert, dass die ehemalige Bahnverbindung Baal-Ratheim bei Bedarf wieder aktiviert werden kann.” Trotz dieser Versicherung des Bürgermeisters zeigt sich die IG Ratheimer Bahn „äußerst besorgt über die aktuellen verkehrspolitischen Fehlentwicklungen in Hückelhoven”.

In einer Erkklärung plädieren sie für ein „Moratorium” und fordern die Stadt auf, den „Antrag auf Entwidmung zurückzuziehen”. Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen hat sich dem angeschlossen: Der Rat solle am 9. Mai beschließen, den Antrag an das Eisenbahnbundesamt „auf Freistellung der Bahnstrecke Baal-Ratheim von Bahnbetriebszwecken [...] bis zur weiteren Entscheidung durch den Rat der Stadt Hückelhoven ruhend zu stellen”.

Ihre Forderung nach einem Moratorium begründet die Bürgerinitiative unter anderem mit der Vermutung, dass „hinter der von der Stadt geplanten Gesamt-Entwidmung längst nicht mehr Belange der L 117n, sondern vielmehr Konflikte mit den geplanten Straßen L 365n und B 57n bei Baal” stünden. „Das würde stimmen, wenn die L 364n nicht von der Autobahn an runter ins Rurtal in Hochlage gebaut würde”, sagt Dr. Achim Ortmanns, Technischer Beigeordneter der Stadt.

Einigung erzielt

„Wenn das nicht der Fall wäre, dann hätten wir in der Tat ein Problem.” Aber man habe in diesem Punkt - „obwohl die Straße dadurch teurer wird” - mit Straßen NRW Einigung erzielt. Auch dieser vermeintliche Konfliktpunkt sei also eigentlich keiner. Für Dr. Ortmanns ist der Wirbel, der um die Bahnlinie gemacht wird, ziemlich unverständlich: „Wir liegen mit unserer Auffassung gar nicht weit von der der Bürgerinitiative entfernt”, sagt er.

Man habe für die kommende Woche ein Gespäch zwischen Vertretern der Stadt und der Bürgerinitiative vereinbart. „Jeder will die Bahn, wir wollen sie auch”, so Ortmanns.
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