Kreis Heinsberg - „Wir müssen die Erträge deutlich steigern“

„Wir müssen die Erträge deutlich steigern“

Von: disch
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Zwei Vorstandsvorsitzende auf ­einem Bild: Sparkassendirektor Thomas Pennartz (rechts) begrüßte Philip Freiherr von dem Bussche von KWS Saat in der KSK-Filial­direktion in Heinsberg. Foto: defi

Kreis Heinsberg. „Bis heute hat die Ertragsentwicklung Schritt gehalten“, sagte Philip Freiherr von dem Bussche mit Blick auf die Frage: „Können wir die Welt ernähren?“ Gespräche über nachhaltige Intensivierung der Landwirtschaft und insbesondere den Beitrag der Pflanzenzüchtung.

Im Rahmen der Sparkassen-Gespräche zum Thema „Bevölkerungswachstum und Ressourcenverbrauch – eine globale Herausforderung“ beleuchtete der Vorstandsvorsitzende der KWS Saat AG, des weltweit viertgrößten Saatgutherstellers, vor rund 200 geladenen Gästen in der KSK-Filial­direktion in Heinsberg die nachhaltige Intensivierung der Landwirtschaft und insbesondere den Beitrag der Pflanzenzüchtung.

Um 1,6 Prozent jährlich würden Verbrauch und Produktion von Nahrungsmitteln in gleichem Maße ansteigen. Von dem Bussche zeigte sich zuversichtlich, dass dieser Trend fortgesetzt werden könne, „wenn wir der modernen Landwirtschaft eine Chance geben“. Der frühere Präsident der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft hatte zunächst unter der Fragestellung „War früher alles besser?“ die Entwicklung in Ackerbau und Tierhaltung skizziert.

Um 1900 seien 30 Arbeitskräfte je 100 Hektar nötig gewesen, heute seien es drei je 100 Hektar. Ein Landwirt habe damals vier Menschen ernährt, heute 132. Pflanzenzüchtung, Düngung und Pflanzenschutz sowie Mechanisierung hätten dazu beigetragen. Auch in der Sauenhaltung, die er als Beispiel wählte, gebe es eine verdeutlich verbesserte Nachhaltigkeit. Die Leistung habe sich vervielfacht, Ressourceneffizienz, Tierwohl, ­Arbeitsproduktivität und Entlohnung seien verbessert worden.

So kam der Freiherr zu dem Schluss, dass es „heute in jeder Beziehung besser“ sei. Der Anteil der Nahrungsmittelausgaben am privaten Verbrauch habe von 61 Prozent in 1850 über 23 Prozent in 1975 auf 15 Prozent in 2012 gesenkt werden können. Einsparungen in diesem Sektor von über 100 Milliarden Euro pro Jahr im Vergleich von 1975 zu 2012 stünden diskutierte Subventionen für die Landwirtschaft in Höhe von sechs Milliarden Euro im Jahr gegenüber.

Angesichts der wachsenden Weltbevölkerung und der nicht mehr nennenswert auszudehnenden Anbauflächen, aber auch angesichts zunehmender Herausforderungen (Stichworte: Hitze und Überflutungen) lautete die Botschaft des KWS-Saat-Chefs: „Wir müssen die Erträge deutlich steigern.“ Dies sei eine zentrale Aufgabe der Pflanzenzüchtung, für die es aber auch um die Verbesserung der Qualität, um Widerstandsfähigkeit gegenüber Schadorganismen und Toleranzen gegenüber Stressfaktoren sowie um die Verbesserung der Nährstoffaufnahme gehe.

So würden 15 Prozent des Umsatzes in Forschung und Entwicklung fließen. Pflanzenzüchtung heiße: „Nutzung von Hochtechnologie“. Trotzdem nehme die Entwicklung neuer Sorten aber zehn Jahre in Anspruch; jedes Jahr gebe es weltweit 300 neue Sorten.

Gentechnik

Zu der „Scheindiskussion“ um die Gentechnik in der Landwirtschaft nannte von dem Bussche eine Zahl: Auf fast 180 Millionen Hektar in der Welt würden gentechnisch veränderte Nutzpflanzen angebaut. Zu der Tatsache, dass hierzulande nur Forschung gehe, sagte er: „Das bedauern wir. Das nehmen wir zur Kenntnis.“ Im Haus der Sparkasse merkte der gelernte Landwirt an, nähme man es in Deutschland ganz genau mit dem Begriff „gentechnikfreie Region“, müsse sogar die Verbreitung von Geldscheinen eingestellt werden, da bei deren Herstellung gentechnisch veränderte Baumwolle zum Einsatz komme.

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