Winterkonzert: Ein Bild von Amerika, gezeichnet mit Musik

Von: hl
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Hückelhoven/Wassenberg. Es gehört zur guten Tradition der Aula des Gymnasiums, dass sie auch benachbarten Vereinen zur Verfügung steht. So sorgte wieder einmal der Musikverein Eintracht Birgelen bei seinem nun schon 44. Winterkonzert für ein volles Haus gesorgt.

Die mehr als 700 Zuhörer waren restlos begeistert von den musikalischen Leistungen des Jugendorchesters und des großen Orchesters. In diesem Jahr war das Thema „Amerika”, das bei seiner Begrüßung der Vorsitzende Frank Kämpfer vorstellte und das durch kleine Flaggen auf der Bühne auch optisch angezeigt wurde.

Im Verlauf des Konzertes ordneten Mitglieder der beiden Orchester vor den einzelnen Stücken diese jeweils geografisch und musikhistorisch ein, so dass mit der Musik für die meisten wohl ein Bild von Amerika entstand, das sie bisher nicht kannten.

Das 24-köpfige Jugendorchester begann unter der Leitung des zweiten Vorsitzenden und für die Ausbildung zuständigen Michael Dilsen temperamentvoll mit „Shackelford Banks” von Jay Bocook. Bei dieser Musik sah und hörte man mit etwas Fantasie die wilden Mustangs über die Prärie galoppieren.

Mit „Gershwin Classics”, bei denen natürlich die „Rhapsodie in Blue” und Stücke aus „Porgy and Bess” nicht fehlen durften, und der „Music from Cars” von Paul Murtha, in der in einem Animationsfilm Autos sich wie Menschen verhalten, beendeten die jungen Musiker ihren gelungenen Auftritt, um sich dann endgültig mit einer Zugabe „Karibische See” von der Bühne zu verabschieden.

Mehr als ein halbes Hundert Musiker boten dann unter dem ebenso präzisen wie das Orchester immer wieder neu fordernden Dirigat von Jan van Hulten einen Konzertabend, der von Anfang bis Ende für Spannung und Dynamik sorgte und den Geist der einzelnen Beiträge mit großem Einfühlungsvermögen vermittelte.

Eines der Geheimnisse

Und vielleicht ist das eines der Geheimnisse des Birgelener Musikvereins, dass er gleichermaßen die leisen Töne, wenn die bei einem so großen Orchester überhaupt möglich sind, wie das geradezu gewaltige Fortissimo eines solchen Klangkörpers überzeugend entfaltete.

So hätte eigentlich jedes der folgenden Stücke eine ausführliche Würdigung verdient. „Conquest of Paradise” (Eroberung des Paradieses) von dem griechischen Komponisten Vangelis beschreibt die Entdeckung Amerikas durch Kolumbus; „American Salute” von Morton Gould ist eine Erinnerung an den Amerikanischen Bürgerkrieg; „Amazing Grace”, sozusagen das Symbol der Gospelmusik, bietet im Arrangement von Takashi Hoshide eine überraschende Vielfalt an Rhythmen und Stilen; „The Hounds of Spring” (Die Jagdhunde des Frühlings) von Alfred Reed interpretiert ein lyrisches Gedicht.

Nach der für Musikanten und Zuhörer verdienten Pause ging es rasant weiter mit „Olympic Fanfare and Theme” von John Williams, der Musik für die Olympischen Spiele 1984 in Los Angeles; „The Lion King” von Elton John; „Puttin on the Ritz” von Irving Berlin, einem Song über die Problematik der Rassentrennung und dem markanten Schluss „When the saints go marchin in” im Arrangement von Goff Richards und Ray Woodfield, jenem berühmten Spiritual, bei dem sich der eine oder andere vielleicht gewünscht hat, auch demnächst zu ihnen zu gehören.

Lang anhaltender Beifall, Blumen für die beiden Dirigenten, Dank an die Ansagerinnen und natürlich Zugaben: das „Halleluja” aus dem Musical „Shrek”, gesungen von der 13-jährigen Angelika Wilms, und „Irish Washerwomen”, einem traditionellen Volkstanz.
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