Wildunfälle drohen: Jäger warnen Autofahrer

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Da ist Vorsicht geboten: Die Paarungszeit der Rehe hat begonnen. Autofahrer müssen daher – wie auch hier zwischen Waldfeucht und Haaren – zurzeit mit besonders intensivem Wildwechsel rechnen. Foto: Stefan Klassen

Kreis Heinsberg. Seit Mitte Juli schwebt das heimische Rehwild wieder im siebten Himmel, dabei vergessen die Tiere oft jede Vorsicht und es kommt häufiger zu Wildunfällen. Jährlich ereignen sich mehrere tausend Unfälle mit Reh, Wildschwein und Co., dabei kommen etwa 30 Menschen ums Leben. Die Zahl der Verletzten liegt im Schnitt bei 3400 und der entstandene Sachschaden bei 330 Millionen Euro.

„Gerade ab Mitte Juli zu Beginn der Blattzeit, so nennt man in der Jägersprache die Paarungszeit der Rehe, ist die Gefahr besonders groß“, sagt Dr. Heiner Breickmann Vorsitzender der Kreisjägerschaft Heinsberg. „Besorgniserregend ist, dass viele Autofahrer die Gefahr unterschätzen. Ein Reh von nur 20 Kilogramm hat bei einer Kollision mit 100 km/h ein Auftreffgewicht von über einer halben Tonne. Das ist lebensgefährlich.“

In den Jahren 2015/2016 sind laut DJV-Wildunfallstatistik allein in NRW 26.240 Rehe im Straßenverkehr getötet worden. Jäger ergreifen Maßnahmen, wie das Anbringen von Wildwarnreflektoren und die Sensibilisierung der Autofahrer, um die Unfallgefahr zu minimieren. „Anders als in Frühjahr und Herbst, wo die Unfallgefahr durch Dämmerung und Zeitumstellung steigt, bewegen sich die Rehe während der Paarungszeit auch häufig tagsüber und queren nicht selten stark befahrene Straßen,“ warnt Dr. Breickmann.

Auch wenn das angefahrene Tier weiterläuft und keine Verletzungsspuren zu sehen sind, kann es an inneren Verletzungen qualvoll zu Tode kommen. „Hierfür haben Jäger speziell ausgebildete Hunde, mit diesen wird dann nach dem verletzten Tier gesucht“, erklärt Dr. Breickmann. Es gelte also, dass jeder Wildunfall zu melden ist. Dies sei auch eine gesetzliche Pflicht. Auch ein totes Tier dürfe nicht einfach eingepackt und selbst entsorgt werden oder gar auf dem eigenen Teller landen. „Das Wild darf sich nur der jeweilige Jagdausübungsberechtigte aneignen, alles andere erfüllt den Tatbestand der Jagdwilderei und ist eine Straftat,“ ergänzt Dr. Breickmann.

Für weitere Informationen gibt es entsprechende Broschüren des Landesjagdverbandes NRW – diese enthalten wertvolle Tipps, wie man einen Unfall vermeiden kann und sich im Fall der Fälle richtig verhält.

Die Kreisjägerschaft Heinsberg rät, im Falle eines Unfalls unter anderem unverzüglich die Polizei zu informieren und den Jagdausübungsberechtigten – gegebenenfalls über die Polizei – zu benachrichtigen sowie den Wildunfall durch Unfallmeldung bestätigen zu lassen, damit eine Regulierung des Schadens durch die Versicherung möglich ist.

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