Kreis Heinsberg - Wie lebt es sich im heimischen Quartier?

Wie lebt es sich im heimischen Quartier?

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Kreis Heinsberg. „Wohnen und Leben im Quartier” lautete der Titel einer repräsentativen Befragung von Bürgern in Geilenkirchen, Heinsberg, Hückelhoven, Übach-Palenberg, Wassenberg und Wegberg, die das Geographische Institut der Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH) Aachen vorgenommen hatte.

Nach dem Landespflegegesetz sind alle Kreise und kreisfreien Städte verpflichtet, eine kommunale Pflegeplanung zu erstellen. Dazu gehören eine quantitative und eine qualitative Betrachtung des Pflegemarktes. Die Befragung sollte helfen, die Situation qualitativ zu bewerten.

Da in Gangelt, Selfkant und Waldfeucht sowie in Erkelenz bereits eigene Befragungen realisiert worden waren, konzentrierte sich die aktuelle Studie auf die übrigen sechs Kommunen. In einem weiteren Schritt sollen alle Daten zusammengeführt werden, um repräsentative Aussagen für das gesamte Kreisgebiet zu gewinnen.

Sandra Opitz, Leiterin des Projekts im Geographischen Institut, zeigte sich im Ausschuss für Gesundheit und Soziales erfreut über die Beteiligung an der Befragung, die in Form von Fragebögen erfolgte. Insgesamt lag die Rücklaufquote bei 36,8 Prozent. 4231 ausgefüllte Fragebögen standen zur Auswertung zur Verfügung.

Befragt wurden Bürger in den drei Altersgruppen: über 35 Jahre, über 50 Jahre und über 65 Jahre. Näher betrachtet werden sollte unter anderem die Bewertung der Kommune mit Blick etwa auf Wohnungssituation, Öffentlichen Personennahverkehr, medizinische Versorgung, Einkaufsmöglichkeiten oder individuelle Mobilität, aber auch im Hinblick auf zukünftige Lebensplanung und Vorstellungen zur persönlichen Wohnform.

„Stärken stärken” lautete die Empfehlung von Opitz an die Ausschussmitglieder. Insgesamt hätten die Fragebögen sehr viele positive Aussagen enthalten. Diese gelte es jetzt wahrzunehmen „und als Gunstfaktoren auch für künftige Wohnattraktivität” zu nutzen. Aus den Ergebnissen entwickelte sie acht Handlungsfelder, fünf für alle beteiligten Kommunen, drei weitere für einzelne Kommunen.

„Selbstbestimmtes Wohnen im Alter” lautet der Titel für Handlungsfeld eins. Barrierefreies Wohnen wird als politisches Leitthema empfohlen, darüber hinaus Informationen über alternative Wohnformen im Alter oder über Serviceangebote. Eine weitere Anregung ist der Aufbau von einem Hilfeservice mit Bürgerengagement für bestimmte Alltagshilfen.

Mit Blick auf die Versorgungsinfrastruktur (Handlungsfeld zwei) ist als Ergebnis der Studie eine Sicherstellung der wohnortnahen Versorgung mit Lebensmittel-Einzelhandel, ärztlicher Versorgung und Poststellen wichtig. Handlungsfeld drei gibt Empfehlungen zu „Mobilität/ÖPNV”, vor allem für die Entwicklung eines noch bedarfsorientierteren und flexibleren Mobilitätsangebots, auch durch die Förderung von Bürgerengagement in Form sogenannter semi-privater Fahrdienste. Eine bessere Information über gesellschaftliche Angebote fordert Handlungsfeld vier unter der Überschrift „Gesellschaftliche Teilhabe”.

Zudem sollten in Abstimmung mit den Bürgern in den Orts- und Stadtteilen Treffmöglichkeiten sowie zielgruppenspezifische Angebote geschaffen werden. Handlungsfeld fünf appelliert unter dem Motto „Jugendfreundlichkeit und -angebote” an die Verbesserung der Spiel-, Freizeit- und Kulturangebote für Jugendliche, „und zwar mit Beteiligung der Jugendlichen.”

Spezifische Handlungsfelder sieht die Studie schließlich für die Stadt Heinsberg im Hinblick auf gebührenfreie Parkmöglichkeiten oder Park-and-ride-Systeme und für Hückelhoven in der Förderung und Stärkung des Dialogs zwischen den unterschiedlichen Kulturen.

In Übach-Palenberg gelte es, die Gründe für die in der Studie sichtbar gewordene negative Wahrnehmung der öffentlichen Sicherheit zu ermitteln sowie Strategien für ein verbessertes Sicherheitsgefühl zu erarbeiten und umzusetzen, so Opitz.
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