Wie kann man die Kirmes im Dorf retten?

Von: agsb
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Ein Bild aus dem Jahr 2014: Die Paraden stehen für Tradition im Schützenleben genau wie die Ideale „Glaube, Sitte und Heimat“. Früher gehörte die Kirmes als kultureller Höhepunkt im Dorfleben dazu. Heute ist sie in Gefahr. Foto: agsb

Gangelt-Birgden. Heiß diskutiert wurde bei der Versammlung der Vereine im Bürgerhaus Birgden die Frage „Wie kann man eine Kirmes und andere dörfliche Feste attraktiver gestalten, um sowohl Alt- wie auch Neubürger wieder mehr anzulocken?“

Früher wurde am Kirmesmontag häufig Urlaub genommen und auch die Kinder sparten über Wochen ihr Taschengeld, um es an den Kirmesbuden und beim Karussellfahren auszugeben. Die Veranstaltungen waren bestens besucht und die Kirmesstimmung prächtig. Heute klingt das fast wie ein Märchen.

Vor Wochen feierte die St.-Urbanus-Schützenbruderschaft ihre Kirmes. Lediglich der Königsball war gut besucht. Auf dem Großen Pley aber hatte jedes Kirmesflair gefehlt, keine einzige Kirmesbude war zu sehen gewesen. „Wir haben viele Schausteller angesprochen, aber die sehen keine Gewinnmöglichkeit und kommt deshalb nicht“, erklärt Adrian Wiesmann von der Schützenbruderschaft.

„Aber ohne Kirmesbuden lockt man keine Kinder an und ohne Kinder kommen auch die Eltern und Großeltern nicht zum Kirmesplatz“, waren sich die Diskussionsteilnehmer einig. Klar war auch, dass nicht allein Birgden sich mit dem Problem konfrontiert sieht. Viele Ortschaften beklagen einen Rückgang der traditionellen Kirmesveranstaltungen und nicht jede neue Idee fruchtet.

Der Nachbarort Stahe-Niederbusch wagte zum Beispiel eine Warm-up-Fußballparty zur Eröffnung der Fußball-Europameisterschaft, allerdings ohne großen Erfolg.

Ist die Musik zu laut? „Früher konnte man sich beim Kirmesball mit dem Nachbarn unterhalten, heute ist es zu laut“, trug Heinrich Aretz Beschwerden vieler Senioren vor. Er erhielt Zustimmung aus der Versammlung. „Wir wollten zum Kirmesball mit Freunden gehen, hörten dann vor dem Zelt die Musik und haben anderweitig gefeiert“, sagte auch ein anderer Vereinsvertreter. Auch die Preise für die Getränke seien sicherlich für den einen oder anderen ein Problem, gäbe es doch wegen der vielen Vereine vor Ort – 25 an der Zahl – auch viele Veranstaltungen.

Und nicht zuletzt zögen auch viele Familien an den Wochenenden einen Familienausflug dem Kirmesfeiern vor. „Aber wie kann man generell die Kirmes retten?“ war die Kernfrage dieser Diskussionsrunde. Die Birgdener Schützen haben jetzt eine Arbeitsgemeinschaft zu diesem Thema gebildet und aus der Reihe der Vereinsvertreter wurde Bereitschaft zur Mithilfe bekundet – keiner möchte die Kirmes im Dorf verlieren.

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