Kreis Heinsberg - Wie ist es um die soziale Lage im Kreis bestellt?

Wie ist es um die soziale Lage im Kreis bestellt?

Von: hewi
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Versammlung in Erkelenz: Die regionale Armuts- und Arbeitsmarktkonferenz wurde im Haus des DRK gegründet.

Kreis Heinsberg. Vertreter von Kirchen und Gewerkschaften, Wohlfahrts- und Sozialverbänden sowie weiterer Initiativen trafen sich im Haus des DRK in Erkelenz zur Gründung einer regionalen Armuts- und Arbeitsmarktkonferenz für den Kreis Heinsberg.

In einem offenen Brief an Landrat Stephan Pusch forderten sie eine detaillierte Untersuchung der sozialen Lage im Kreis und eine entsprechende Veröffentlichung.

„Wir haben das Rad nicht neu erfunden”, erklärte der Kreisgeschäftsführer des Deutschen Roten Kreuzes, Wilfried Mercks. „Aber wir können durch eine Vernetzung unserer Angebote zu einer Verbesserung der Situation beitragen.” Gerade Menschen, die aus dem gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen seien, wiesen oftmals Ansätze von Lebensunfähigkeit auf. Daher bedürften sie der Hilfe in Form von sozialer Beratung. Gemeinsam mit Johannes Eschweiler vom Oberbrucher Verein Amos koordiniert Mercks die weiteren Schritte. Noch vor dem Sommer soll es zu einem zweiten Treffen kommen. Gemeinsam sollen Strategien entworfen werden, wie das Armutsproblem im Kreis überwunden werden kann. Daher sollen eine gemeinsame Plattform geschaffen und Synergien genutzt werden, wo es möglich ist. Mit Lösungsansätzen und einem vernetzten Angebot soll den von Armut betroffenen Teilen der Bevölkerung geholfen werden.

Dazu würden aber konkrete Informationen aus den Kommunen benötigt, die nicht nur die Zahl der Bedarfsgemeinschaften beinhalteten, sondern auch Auskunft geben würden über die Zahl der sogenannten „Aufstocker”, sprich Arbeitnehmer, die ihren Lebensunterhalt nicht allein mit ihrem Lohn sichern können. „Sie sind in den derzeitigen Zahlen nicht berücksichtigt”, sagte Karl Panitz vom Deutschen Gewerkschaftsbund. Die Bedeutung des Blicks in die einzelnen Kommunen betonte auch Corinna Beck vom Paritätischen Wohlfahrtsverband. Daher sei die Mitarbeit von Politik und Verwaltung unerlässlich, um ein umfassendes Bild von der Situation im Kreis zu erlangen. Mercks betone, dass es „unerklärlich” sei, weshalb die vorliegenden Zahlen vom Kreis noch nicht veröffentlicht worden seien. „Diese Zahlen sind natürlich nicht attraktiv für den Standort”, vermutete er.

Im Gegensatz zu Armutskonferenzen in anderen Städten und Kreisen wollen die Teilnehmer im Kreis Heinsberg auch den Arbeitsmarkt in ihr Wirken mit einbeziehen. „Die Existenzsicherung durch die eigene Arbeit muss möglich sein”, zeigten sich die Gründungsmitglieder einig.

Informationen über die regionale Armuts- und Arbeitsmarktkonferenz für den Kreis Heinsberg, ihre Ziele und die weitere Vorgehensweise erteilen Johannes Eschweiler, 02452/1063790, und Wilfried Mercks, 02431/8020.

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