Wie entwickelt sich die Musikschullandschaft?

Von: disch
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Der Ausschuss für Kultur, Par
Der Ausschuss für Kultur, Partnerschaft und Tourismus besichtigte das Rheinische Feuerwehrmuseum im Erkelenzer Stadtteil Lövenich. Präsidentin Edith Schaaf (3. v. l.) und Vizepräsident Rainer Merkens (l.) vom Museumsverein führten die Besuchergruppe durch die Feuerwehrhistorie. Foto: Dahmen

Kreis Heinsberg. Wie entwickelt sich die Musikschullandschaft im Kreis Heinsberg? Diese Frage soll - „ergebnisoffen” und ohne Zeitdruck, wie betont wurde - mit Hilfe eines Gutachtens geklärt werden. Dazu erteilte der Ausschuss für Kultur, Partnerschaft und Tourismus einstimmig seine grundsätzliche Zustimmung.

Im Kreis existieren drei Musikschulen: Kreismusikschule Heinsberg, Jugendmusikschule Heinsberg (finanziell von der Stadt getragen) und Musikschule Geilenkirchen (bezuschusst von der Stadt). Die Kreismusikschule ist grundsätzlich offen für alle Einwohner des Kreises. Unterrichtet wird an knapp 40 Stätten in den Stadtgebieten von Erkelenz, Hückelhoven, Übach-Palenberg, Wassenberg sowie Wegberg. Für die Kosten der Kreismusikschule wird eine Mehrbelastung von den Kommunen erhoben, aus denen Schüler diese Einrichtung besuchen. Die Kosten werden bei dieser differenzierten Kreisumlage im Verhältnis der Schüler- und Belegungszahlen auf diese Kommunen aufgeteilt. Den Hauptanteil des Zuschussbedarfs in Höhe von knapp 400 000 Euro im Jahr trägt die Stadt Erkelenz mit über 180 000 Euro, da sie die meisten Schüler stellt.

In der Verwaltungsvorlage zur Kulturausschusssitzung wurde die Musikschullandschaft im Kreis als „derzeit sehr heterogen” bezeichnet. Das aktuelle Unterrichtsangebot orientiere sich stark an den vorhandenen Standorten, wobei bestimmte Bereiche im Kreis bei der Unterrichtsversorgung vor Ort gänzlich unberücksichtigt bleiben würden. Die zunehmenden Kooperationen der Musikschulen mit allgemeinbildenden Schulen im Rahmen des Ganztagsunterrichts würden zu stark veränderten Rahmenbedingungen führen. In Gesprächen zwischen Kreis und Stadt Heinsberg sei perspektivisch über eine - wie auch immer geartete - Kooperation oder Neuorganisation dieser beiden Musikschulen nachgedacht worden. „Dadurch könnten Doppelstrukturen vermieden sowie Synergien genutzt werden”, so die Kreisverwaltung. Die Stadt stehe diesen Überlegungen grundsätzlich offen gegenüber. Erste Gespräche seien auch mit Vertretern der Städte Erkelenz und Geilenkirchen geführt worden.

Genutzt werden soll ein Beratungskonzept vom Landesverband der Musikschulen NRW - zunächst mit einem für den Kreis als Mitglied kostenlosen Beratungs­gespräch, dann mit einem Gutachten, das circa 10 000 Euro kosten soll. „Ziel eines solchen Gutachtens könnte sein, die bisherigen schulischen, pädagogischen und finanziellen Gegebenheiten in der Musikschullandschaft des Kreises Heinsberg zu analysieren und auszuwerten sowie eine Entwicklungsprognose unter Berücksichtigung des demografischen Wandels und einer verstärkten Kooperation mit weiteren Bildungsträgern (insbesondere Schulen) zu erstellen”, so die Verwaltung. Sie wird nun erst einmal das Beratungsgespräch führen und dann den Ausschuss über den konkreten Auftrag an den Gutachter informieren. Dezernent Helmut Preuß wollte diesen Auftrag aber bewusst nicht zu eng gefasst sehen. Er sagte, das Gutachten solle - wie bei der kreisweiten Schulentwicklungsplanung praktiziert - „ergebnis­offen” erstellt werden. „Die Arbeit der Musikschulen wird sich grundlegend verändern. Wir wissen selbst nicht, wo der Zug hinfährt.”

Der Kulturausschuss des Kreises setzte seine „Museumstour” fort. Diesmal besichtigte er zunächst das Rheinische Feuerwehrmuseum in Erkelenz-Lövenich und tagte dann im Kulturellen Zentrum Haus Hohenbusch bei Erkelenz-Hetzerath. Empfangen wurde der Ausschuss von Heinz Küppers, dem Vorsitzenden des Fördervereins, im Gewand eines Kreuzherren.

Einstimmig votierte der Ausschuss dafür, auch das Kulturelle Zentrum Haus Hohenbusch in die Liste der vom Kreis zu fördernden Museen aufzunehmen und für dieses Jahr einen Betriebskostenzuschuss in Höhe von 500 Euro zu gewähren.

Mit Blick auf einen Zuschussantrag des Fördervereins für die Wiederherstellung des Portaloberlichtes im Herrenhaus mit dem Wappen des ehemaligen Kreuzherrenklosters (Gesamtkosten: circa 5500 Euro) will der Kreis - als Mitgliedskörperschaft des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) - einen Förderantrag im Rahmen der Regionalen Kulturförderung beim LVR für dieses Projekt stellen.
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