Wibke Brems: „SPD alleine bekommt den Kohleausstieg nicht hin“

Von: hewi
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Sprecherin für Klimaschutz- und Energiepolitik der Grünen im Landtag: Wibke Brems. Foto: Wichlatz

Kreis Heinsberg. Die Grünen laufen sich für den Endspurt des Wahlkampfs warm. Der Kreisverband hatte Wibke Brems eingeladen. Die Sprecherin für Klimaschutz- und Energiepolitik in der Grünen NRW-Landtagsfraktion erinnerte in der Doverener Mühle an die dringend notwendige Wende in der Energiepolitik und sprach von einer der Kernkompetenzen der Grünen.

„Die SPD alleine bekommt den Kohleausstieg nicht hin“, erklärte sie und betonte, die Partei sei der Kohle noch heute zu sehr verbunden. So warb Brems für die Fortsetzung der Koalition mit den Sozialdemokraten.

Die Energie und der Umweltschutz seien derzeit als Themen zwar „out“, trotzdem sei es wichtig, sich auf diese Kernkompetenzen der Grünen zu besinnen und diese auch den Wählern gegenüber zu kommunizieren. Dass eine Verkleinerung des Braunkohle-­Tagebaus Garzweiler II habe erreicht werden können, sei den Grünen zu verdanken. „Doch es ist nur der erste Schritt“, mahnte sie.

Ein totaler Ausstieg aus der Kohle und eine deutliche Verbesserung der Kohlendioxid-Bilanz seien möglich. Noch sei NRW Verursacher von rund einem Drittel des deutschen Kohlendioxid-Ausstoßes. Da müsse die Landesregierung eindeutige Schritte gehen und sich der Führungsrolle bewusst werden, die NRW als Industrieland zukomme. „Energiewende ist mehr als Windräder und Photovoltaik“, rief Brems den Zuhörern in Erinnerung. Im Bereich des Verkehrs müssten dicke Bretter gebohrt werden, da die Straßen des Transitlandes NRW nicht nur von den eigenen Bürgern genutzt würden. Eine Umstellung auf Elektromobilität alleine werde auch keine Staus verhindern. Daher plädierten die Grünen für das sogenannte „Zwei-Euro-Ticket“, das eine Nutzung des kompletten Öffentlichen Personennahverkehrs in NRW für zwei Euro pro Tag ermöglichen solle.

Im Bereich der erneuerbaren Energie plädierte Brems für einen Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung und die Schaffung einer Speichertechnologie für die sinnvolle Nutzung der regenerativen Energie. „NRW muss ein Speicherland werden“, forderte sie und regte Investitionen in die entsprechende Forschung und Entwicklung an. Die Stromversorgung sei am Industriestandort NRW ein sensibles Thema, bei dem die Grünen eine Vorreiterrolle einnehmen sollten, wenn denn eine Energiewende mit Signalwirkung gelingen sollte.

Mit der FDP als Koalitionspartner der SPD sehe sie schwarz für Kohleausstieg und Kohlendioxid-Bilanz. In den Streetscootern, die in Aachen von der Post gebaut werden, sah sie einen guten Start in die richtige Richtung. Die Post sei mit ihrem Anliegen, einen Elektrotransporter für den Einsatz in der Stadt zu bauen, bei den Automobilherstellern auf taube Ohren gestoßen. Da sei die Politik gefragt, auf ein Umdenken in der Wirtschaft hinzuarbeiten. Dies werde in Land und Bund nur mit den Grünen gelingen.

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