Westzipfelhalle: In Rekordzeit Großes geleistet

Von: dawin
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Bürgermeister Herbert Corsten und Dorothee Teschers, die Vorsitzende des Vereins „Ues Tüddere“, vor dem neuen Logo, das bei der Eröffnung der Westzipfelhalle präsentiert wird. Foto: dawin
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Noch weist nur der Fahrradständer auf die Westzipfelhalle hin. In Kürze aber wird ein großer Schriftzug an der Fassade montiert, der auch illuminiert werden kann. Foto: dawin

Selfkant-Tüddern. Der illuminierte Schriftzug, der auch optisch erkennen lassen soll, dass dort, in der Straße An der Fummer in unmittelbarer Nachbarschaft zum Nahversorgungsbereich, die neue Westzipfelhalle ihren Platz hat, fehlt zwar noch.

Ansonsten aber ist für die offizielle Eröffnungsfeier am Samstag, 27. August, 17 Uhr, alles an Ort und Stelle und bestens gerichtet.

Beim Rundgang wird schnell klar, warum Dorothee Teschers, die Vorsitzende des Vereins „Ues Tüddere“, und Selfkants Bürgermeister Herbert Corsten voll des Lobes für das neue Gemeinschaftshaus sind. Allein schon die zimmerhohen Fenster schaffen eine lichtdurchflutete, einladende Atmosphäre. Hier lässt sich gut feiern, hier lässt sich gut das dörfliche Miteinander pflegen.

Dorothee Teschers zeigt sich mehr als zufrieden mit der Realisierung des Projektes: „Nur ein knappes Jahr haben wir für den Bau gebraucht, über 12.000 Arbeitsstunden haben wir investiert.“ Wir – damit meint sie die vielen freiwilligen Helfer vor allem aus den ortsansässigen Vereinen; sie opferten vornehmlich an Wochenenden ihre Freizeit und packten hemdsärmelig an, um die vielfältigen handwerklichen Arbeiten voranzutreiben. „Dass wir in Rekordzeit fertig wurden, ist natürlich auch dem Umstand geschuldet, dass wir den relativ milden Winter nahezu ungehindert durcharbeiten konnten.“

Dabei waren die Vorbereitungen für die Westzipfelhalle – im Übrigen nach der geografischen Lage der Gemeinde im äußersten Westen benannt – eher schleppend in Gang gekommen. Bürgermeister Corsten blickt zurück: „Die ersten Gedankenspiele wurden 2010 im Rahmen einer Interessengemeinschaft angestellt, weil da schon feststand, dass der Saal Hostenbach schließen würde.“

Dieser Saal war bis dato das Domizil für die lokale Vereinswelt. 2011 wurde er abgerissen. Die auslaufende Schule wurde kurz als alternative Vereinsstätte ins Kalkül gezogen, die Idee aber wieder verworfen – „aus Immissionsgründen“, wie sich Corsten erinnert. Da war guter Rat, aber vor allem ein Neubau teuer.

Bürgermeister Corsten setzte alle Hebel in Bewegung, um aus dem Topf der Leader-Region Selfkant, deren Mitglied die Gemeinde damals war, Geld lockerzumachen. Zugleich wurde „Ues Tüddere“ Ende November 2011 aus der Taufe gehoben. Dieser Zusammenschluss von 16 Tüdderner Vereinen – angefangen von den Schützen über die Büsch-Band bis hin den katholischen Frauen – hat sich als Gründungszweck die Realisierung der Westzipfelhalle in die Satzung geschrieben.

Doch zurück zum Geld. „Um uns bei Leader einzubringen, mussten wir klären, was wir brauchen, was überhaupt geht und wie hoch die Kosten in etwa sein werden.“ Und natürlich musste die zuständige Bezirksregierung Köln mit handfesten Argumenten, die das Vorhaben stützen, überzeugt werden. Die Westzipfelhalle soll die Plattform für den „Ues Tüddere“ bilden, um Kunst, Kultur, Heimat- und Brauchtumspflege, Sport und Jugendarbeit zu fördern und den dörflichen Zusammenhalt zu festigen, begründete die Verwaltung unter anderem ihren Antrag – und war erfolgreich.

Am 6. Januar 2014 nämlich kam der Zuwendungsbescheid, das Projekt zu 55 Prozent aus Leadermitteln zu bezuschussen. Der Selfkänter Gemeinderat hatte bereits grünes Licht für die Ko-Finanzierung zu 45 Prozent gegeben, so dass dem Neubau nichts mehr im Wege stand.

Mit dem Ersten Spatenstich im Dezember 2014 fiel der Startschuss für die Arbeiten. „Die Kosten für die Westzipfelhalle beliefen sich am Ende auf 670.000 Euro netto, davon 370.000 Euro aus dem Leader-Topf“, bilanziert Bürgermeister Corsten. Den Rest musste die Gemeinde selbst aufbringen; einen Großteil davon steuerten die Tüdderner Vereine in schweißtreibender Eigenleistung bei. Trotz allem Engagement, am Ende schlugen die Kosten für die Westzipfelhalle mit rund 100.000 Euro mehr zu Buche als geplant.

Für Bürgermeister Herbert Corsten ist diese Teuerung aber erklärbar: „Wir hatten zunächst nur Kostenschätzungen für Leader. Später, als die konkreten Angebote vorlagen, konnten wir exakt die Kosten berechnen. Da zeichnete sich die Kostensteigerung ab, vor allem bedingt durch nicht vorhergesehene, aber notwendige Schallschutzmaßnahmen.“

Geld hin oder her: Ohne das freiwillige bürgerschaftliche Engagement stünde die Westzipfelhalle nicht da und würde auch nicht eingeweiht. Und so kann ein Dorf beim Festabend am Samstag, 27. August, voller Stolz auf das Geleistete zurückblicken.

Die Westzipfelhalle dient in erster Linie den Ortsvereinen als Domizil und den Einwohnern als Kommunikationsstätte. Diese Selbstverständlichkeit stilisiert auch das neue Logo: das T für Tüddern legt sich als Dach über zwei Außenwände. Allerdings soll das neue Gebäude darüber hinaus auch dem von der Verwaltung formulierten Anspruch gerecht werden, „zu einer regionalen Besonderheit mit einem eigenen grenzüberschreitenden Profil“ zu werden. Das heißt: „Auch Vereine aus anderen Orten und Privatpersonen können in Absprache mit ,Ues Tüddere‘ ihre Veranstaltungen abhalten“, erklärt Vorsitzende Dorothee Teschers.

Und für den Bürgermeister scheint es mehr als vage Zukunftsmusik zu sein, wenn er sagt, dass in der Halle ein herbstliches Musikfest noch in diesem Jahr und darüber hinaus als jährlich wiederkehrendes Event denkbar sei. Auch für die Karnevalsvereine im Selfkant tun sich ganz neue Perspektiven auf: Die Jecken überlegen bereits eifrig, nach den traditionellen Rathauserstürmungen in Tüddern zur närrischen Sause in das Dorfgemeinschaftshaus einzuladen.

Fest steht: Ob für oder wider den tierischen Ernst – die modern gestaltete Westzipfelhalle ist multifunktional zu nutzen.

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