Kreis Heinsberg - West-Harmony geht als Projektorchester neue Wege und wird gefeiert

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West-Harmony geht als Projektorchester neue Wege und wird gefeiert

Von: sche
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Kreis Heinsberg. Zeigen, wo der Hammer hängt. Haben die hiesigen Musikvereine das nötig? Niemand ist so alt oder klug, als dass er nicht noch etwas hinzulernen könnte.

West-Harmony, das neue Kreisorchester des Volksmusikerbundes, geht als Projektorchester nicht nur neue Wege. Es will auch Zeichen setzen. Zum Abschluss des Pfarrfestes der Evangelischen Kirchengemeinde Heinsberg wurde es bei einem Benefizkonzert in der Christuskirche frenetisch gefeiert und weckte Wünsche nach mehr. So ist die Vorfreude groß auf den nächsten Auftritt am 10. September in Wegberg.

Wieder einmal zeigten die Japaner, wie gut sie nicht nur im Fußball, sondern auch in der Musik sind. Da macht ein Naohiro Iwai selbst den Holländern etwas vor. Das von ihm verfasste Dschungelbuch verfügt musikalisch über so ziemlich alles, was Musiker wie Hörer verhext: (Spiel-)Witz, Tempo, Rhythmus. Der Urwald ruft, und nicht nur Tarzan wird angelockt. Die Zugabe kam so gut an, dass sie wiederholt werden musste.

Auch schon zuvor hatte das mit Pauken und Trompeten besetzte Orchester gezeigt, was es drauf hat. Leiter Martin Kirchharz, 26 Jahre, ein waschechter Kölner, dem darum zum Dank auch ein Fässchen Kölsch serviert wurde, weiß um alle Vor- und Nachteile der Blasmusik. Sie hat nach wie vor ein Imageproblem, weil viele sie am liebsten bei der Straßen- und Kirmesmusik aufgehoben sähen. Dabei ist der studierte Klarinettist überzeugt, wie wichtig gerade diese „Geigen der Harmonie” sind, aber auch wie oft es da blastechnisch hapert, auch wenn nicht jeder Laie sich an Sabine Meier orientieren kann. Reinheit und Intonation sind aber durch vieles Üben zu erzielen.

Höheres Ansehen, besserer Klang

Kirchharz kämpft an der Uni Bonn und in vielen Stammvereinen sowohl um höheres Ansehen als auch um besseren Klang. Auch hierzulande, in einer blühenden Blasmusiklandschaft, lasse sich nach seiner Überzeugung noch einiges bewerkstelligen. Kirchharz hat überhaupt nichts dagegen, Nachbarn nachzueifern. Wohl hat er etwas gegen langweiligen Mainstream. Dafür bevorzugt er Nischen.

Das Internet hilft ihm, sie zum Beispiel in Amerika aufzuspüren. Er liebt es, unmittelbar mit den Komponisten in Kontakt zu treten, wie mit dem belgischen Musikprofessor Jan van der Roost, der wie auf einer Orgel gern alle Klangfarben eines Blasorchesters zum Leuchten bringen möchte, wie das Beispiel „Flashing Winds” zeigt. In Bonn hat Kirchharz sich mit seiner Arbeit Zugang zum Feuilleton verschafft. Die generationsübergreifende Bedeutung der Musik ist ihm sehr wichtig.

Auch wenn er musikalisch Weltreisen für ziemlich langweilig hält, wenn sie, bildlich gesprochen, nicht ein Aufbruch zu neuen Ufern darstellen, liebt er das Wasser und holt sich von dort die Inspirationen für „Gullivers Reisen”, „Seamen” und deren Knochenarbeit oder auch bei verwegenen Gestalten wie Piraten oder James Bond und Co. Da war das Programm schnell knallvoll. An Klaus Badelt und Hans Zimmer führte auch da der Weg nicht vorbei. Ihre Filmmusik aus „Fluch der Karibik” ist und bleibt ein Bestseller.

Kreisjugendleiter Stefan van ­Koert, war dankbar, Pfarrer Sebastian Walde ein wenig helfen zu können und sich zugleich in dieser Formation präsentieren zu dürfen. Den Wunsch nach mehr weckten die Musiker selbst.
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