Kreis Heinsberg - Wertvoller Dienst für die Gemeinschaft: „Danke, dass es das Pflegeherz gibt!“

Wertvoller Dienst für die Gemeinschaft: „Danke, dass es das Pflegeherz gibt!“

Von: anna
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Verleihung vom Pflegeherz 2016 der „Starken Partner“: Zu den Ausgezeichneten gehörte am Freitag in der Heinsberger Christuskirche auch die ­nordrhein-westfälische Ministerin Barbara Steffens (4. v. l.). Foto: Anna Petra Thomas
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Vorsitzender des Verbundes „Starke Partner – Pflegenetz im Kreis Heinsberg“: Gottfried Küppers.
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Beim Gottesdienst zur Verleihung vom Pflegeherz: Pfarrer Sebastian Walde (l.) und Markus Bruns.

Kreis Heinsberg. „Ich möcht‘, dass einer mit mir geht.“ So lautete nicht nur der erste Satz des Eingangsliedes. Die Pfarrer Sebastian Walde und Markus Bruns hatten damit den ganzen Gottesdienst zur Einstimmung auf die Verleihung des Pflegeherzens 2016 vom Verbund „Starke Partner – Pflegenetz im Kreis Heinsberg“ in der Heinsberger Christuskirche überschrieben.

Für seine Predigt wählte Walde das Märchen der Bremer Stadtmusikanten. Da habe sich als Erster der alte, für die Arbeit wertlos gewordene Esel auf den Weg gemacht, nur noch den Tod in Aussicht. Auch in der Leistungsgesellschaft falle es schwer zu erkennen, dass die Kräfte im Lauf des Lebens nachlassen würden.

„Irgendwann kommen wir da hin, aber es beschwert uns“, erklärte Walde. Die Erfahrung, nicht mehr gebraucht zu werden, belaste. Dass keiner mehr die Geschichten von früher hören wolle, verletze. Da sei es kein Wunder, dass Suizide älterer Menschen zunähmen. Rund 10.000 Menschen würden sich pro Jahr in Deutschland das Leben nehmen, meist im fortgeschrittenen Alter – „und es werden immer mehr!“

Das müsse nicht sein, wenn es Menschen geben würde, die mit entschlossenem Herzen mitgehen würden – Menschen, wie die mit dem Pflegeherzen ausgezeichneten.

Etwa 10.300 pflegebedürftige Menschen gebe es derzeit im Kreis Heinsberg“, erklärte Gottfried Küppers, der Vorsitzende des Verbundes „Starke Partner“. 7500 von ihnen würden zu Hause gepflegt, 5650 von Angehörigen. „Sie leisten einen wertvollen Dienst für und an unserer Gesellschaft“, sagte er über sie, aber auch über alle Ehrenamtler sowie die beruflich in der Pflege tätigen Menschen. Getan werde dieser Dienst oft im Verborgenen, „aber mit viel Herz“, so Küppers. Daher gelte es auch in diesem Jahr, Menschen mit dem Pflegeherzen auszuzeichnen, stellvertretend für viele andere.

Josef Aretz, Vorsitzender des Arbeitskreises Marketing der „Starken Partner“, bat die einzelnen Laudatoren für die in diesem Jahr insgesamt 14 Ausgezeichneten ans Mikrofon. Als Letzter hielt er selbst die Laudatio auf Barbara Steffens, die Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen.

Zwei Gründe gebe es für die Verleihung des Pflegeherzens an die Ministerin, so Aretz. Zum einen setze sie sich dafür ein, die sogenannten Quartiere, also das Wohnumfeld der Menschen so zu gestalten, dass sie im Alter länger zu Hause bleiben könnten. Zum anderen unterstütze sie die Bestrebungen, dass die Altenpflege ein eigenständiger Ausbildungsberuf bleibe. Aretz verband seine Laudatio mit dem Appell an die Ministerin, nicht alles zu reglementieren.

„Danke, dass es das Pflegeherz gibt!“ Dies betonte Steffens gleich zu Beginn ihrer Rede. „Die Gesellschaft muss sich daran messen lassen, wie sie mit den Schwächsten umgeht.“ Durch die Entwicklung zur Leistungsgesellschaft seien die alten Werte jedoch an den Rand gedrängt worden.

„Wir haben unsere Strukturen selbst wegbrechen lassen.“ Jetzt bestehe Verantwortung, innezuhalten und sich anzuschauen, wie die Gesellschaft 2030 oder 2050 aussehen solle. Der Prozess des Wandels müsse heute beginnen, sagte sie. „Wir sind dafür verantwortlich, dass unsere Strukturen zukunftsfest werden. Es gelte, den Wert des Alters wieder in den Mittelpunkt zu rücken.

Prävention heiße dabei, auch alten und pflegebedürftigen Menschen Normalität durch Teilhabe zu ermöglichen. Ressourcen seien notwendig, um Menschen länger vor Pflegebedürftigkeit zu bewahren. „Zuerst aber müssen wir unsere Haltung ändern“, mahnte sie. „Unser Land ist ein Sozialstaat und das soll er auch bleiben!“

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