Kreis Heinsberg - „Wertvolle, aber auch schwierige Arbeit”

„Wertvolle, aber auch schwierige Arbeit”

Von: g.s.
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Sie feierten das zehnjährge B
Sie feierten das zehnjährge Bestehen der Caritas-Jugendwerkstatt in Geilenkirchen: Abteilungsleiter Karl-Ernst Dahmen, Werkstattleiter Werner Löb, Einrichtungsleiterin Simone Jansen, Geschäftsführer Gottfried Küppers und Vorstandsmitglied Monika Karim (v. l.). Foto: Georg Schmitz

Kreis Heinsberg. „Zehn Jahre Schulwerkstatt bedeutet zehn Jahre wertvolle, aber auch schwierige pädagogische Arbeit mit schulpflichtigen Jugendlichen mit hohen Schulabsenzen”, umriss der Leiter des Kreisjugendamtes, Hans-Jürgen Oehlschläger, das Aufgabengebiet der Caritas-Einrichtung.

Die Schulwerkstatt der Caritas in Geilenkirchen hatte ihr erstes Jubiläum. Und darüber freuten sich alle Beteiligten bei einer kleinen Feierstunde.

Caritas-Geschäftsführer Gottfried Küppers nannte zwei Gründe, warum das Jubiläumsfest wichtig sei. Zum einen könne die Schulwerkstatt auf eine kleine Tradition in der Unterstützung von Schülern zurückblicken und auf diese Weise zeigen, wie im Kreis Heinsberg von Seiten des Schulamtes und des Kreisjugendamtes sehr früh erkannt worden sei, dass die Arbeit mit Schulverweigern ein wichtiger Ansatz in der Jugendhilfe sei. „Zum anderen möchte ich das Jubiläum zum Anlass nehmen, die Bedeutung der Schulwerkstatt nochmals zu unterstreichen und aufzuzeigen, dass heute durch veränderte gesellschaftliche Problemlagen die Arbeit der Schulwerkstatt nicht an Wichtigkeit verloren hat und hier täglich konkret und nachhaltig Hilfe geleistet wird, die für eine gute Zukunft der Schüler unersetzlich ist”, so Küppers.

Es werde immer wieder darüber diskutiert, wie man dem Problem der Schulverweigerung Herr werden könne. Küppers: „Fehlende Motivation, fehlende Unterstützung aus der Familie und prägende Misserfolgserlebnisse sind häufig Ursache der Schulmüdigkeit.” Gemeinsam und auf Anregung des Kreisjugendamtes sei vor zehn Jahren ein Konzept erarbeitet und stetig weiterentwickelt worden, das den noch schulpflichtigen jungen Menschen gerecht werde. Dabei sei es das vorrangige Ziel, den sogenannten schulmüden Jugendlichen ein Angebot zu machen, bei dem sie motiviert würden, wieder Freude am Lernen zu finden und einen geregelten Tagesablauf kennenzulernen.

Den Teilnehmern solle über die Werkpraxis ein neuer Bezug zur Schule aufgezeigt werden. „Die Möglichkeit, ganz individuell auf die Bedürfnisse dieser oft wenig motivierten Schüler eingehen zu können, ist in den Regelschulen meistens schon aufgrund der Klassengröße kaum gegeben”, fuhr Küppers fort. Kleine Arbeitsschritte und direkte Erfolgserlebnisse seien notwendig, um Lern­erfolge zu erreichen. Darüber hinaus würden mit den Schülern ihre beruflichen oder schulischen Ziele erarbeitet und Möglichkeiten aufgezeigt, wie sie diese erreichen können. Der Caritas-Geschäftsführer weiter: „Einen Schulabschluss hier in der Schulwerkstatt zu erlangen, ist für uns und die Schüler ein Sahnehäubchen.”

Sollten die Schüler aufgrund der häufigen Schulversäumnisse aber nicht mehr den Anschluss an den Lernstoff erreichen, sei es auch möglich, sie in weiterführende berufsvorbereitende Maßnahmen zu vermitteln oder sie durch betriebliche Praktika in die Lage zu versetzen, doch noch eine Ausbildung beginnen zu können. Küppers dankte dem Jugendamt und den Kooperationspartnern für die finanzielle Unterstützung.

Kreisjugendamtsleiter Hans-Jürgen Oehlschläger lobte die Einrichtung der Caritas in Geilenkirchen. Bei der Neugestaltung der schon seinerzeit bestehenden Jugendwerkstatt habe man damals zukunftsweisend erkannt, dass die Einrichtung einer Lernhilfe für schulmüde Jugendliche eine sinnvolle Ergänzung zu der bestehenden Werkeinrichtung darstelle. Vorrangiges Ziel der Schulwerkstatt sei es, den Schülern ein Angebot zu machen, das aus werkpädagogischen, sozialpädagogischen und schulischen Inhalten bestehe. „Defizite und Probleme frühzeitig zu erkennen, ist die eine Seite, diesen auch frühzeitig durch geeignete Maßnahmen zu begegnen, aber die andere Seite. Rück­blickend könne gesagt werden, dass es damals eine gute Entscheidung des Jugendhilfeausschusses des Kreises gewesen sei, sich für die Schulwerkstatt auszusprechen.

Simone Jansen, die Leiterin der Schulwerkstatt, blickte zurück: „In zehn Jahren unterrichteten wir 174 Schülerinnen und Schüler in der Schulwerkstatt.” Davon hätten 89 die Werkstatt bis zum Ende durchlaufen und 38 sogar einen Hauptschulabschluss geschafft. Derzeit nutzten zwölf Schüler im Alter von 14 bis 16 Jahren die Caritas-Einrichtung in Geilenkirchen.

Ein Film vermittelte den zahlreichen Festbesuchern einen ersten Eindruck über die Schulwerkstatt. Daneben hatten die Schülerinnen und Schüler für die Feier zusammen mit ihrer Lehrerin Anke Kreutz ein Theaterstück mit Schwarzlichtatmosphäre einstudiert.

Die Mädchen und Jungen der Jugendwerkstatt in Hilfarth waren für die Verpflegung der Besucher zuständig.
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