Kreis Heinsberg - Werke von Tony Cragg beim Kunstvereim

Werke von Tony Cragg beim Kunstvereim

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Beim Kunstverein Region Heinsberg in Unterbruch: Tony Cragg (Mitte) nahm sich im Rahmen der Ausstellungseröffnung viel Zeit für Gespräche mit Besuchern. Foto: Petra Wolters

Kreis Heinsberg. Unzählige, rund um den Horster Hof in Unterbruch geparkte Autos kündigten schon von Weitem an, dass es sich beim Kunstverein Region Heinsberg dieses Mal um eine ganz besondere Ausstellungseröffnung handeln musste.

Und so war auch in den Räumen kein Stehplatz mehr frei, als Vorsitzender Alwin Hintzen sich freute, den bekannten britischen Bildhauer Tony Cragg zur Vernissage persönlich begrüßen zu können. Sein Dank ging an Vereinsmitglied Reinhold Röser, der den neuen Rektor der Kunstakademie Düsseldorf zu der Ausstellung eingeladen hatte, in der zwei von Craggs neuen, großen Skulpturen erstmals in Deutschland zeigt.

Als „richtiger Knaller” sei ihm die Ausstellung vom Kunstverein angekündigt worden, erklärte Heinsbergs Bürgermeister Wolfgang Dieder. Der Horster Hof könne sich jetzt in eine schier unendliche Liste von hochkarätigen Ausstellungsorten einreihen, in der zuletzt die Orangerie von Schloss Belvedere in Wien und noch im vergangenen Monat das Museum der Moderne in Salzburg zu finden seien, sagte er. Mit der Ausstellung von Cragg werde der Kunstverein seinem Satzungszweck der Förderung regionaler und überregionaler zeitgenössischer Kunst mehr als gerecht.

In seiner Einführung blickte Professor Dr. Guido Reuter, Inhaber des Lehrstuhls für Mittlere und Neuere Kunstgeschichte an der Kunstakademie Düsseldorf, zurück in die Geschichte der Bildhauerei. Schon für den Betrachter der Bildhauerei des 16. Jahrhunderts habe sich der besondere Kunstgenuss dann eingestellt, „wenn dem Unbelebten also scheinbares Leben gegeben wurde.”

Tony Cragg stehe fest auf dem Boden dieser Tradition, indem er das Material nicht als gegeben ansehe, sondern selbst zum Gegenstand künstlerischer Reflexion erhebe. Dabei halte er Ausschau nach neuen, Form generierenden Themen, die dann ihrerseits neue Materialprozesse in Gang setzen würden.

Im Beispiel ging er auf die 2008 entstandene, 1,80 Meter hohe, sonnengelb lackierte Bronzeskulptur „Outspan” ein, die nach Paris und Moskau jetzt erstmals in Deutschland zu sehen ist. Dem Künstler sei eine wandlungsreiche Plastik gelungen, deren Formvokabular und Volumen variieren, zugleich aber durch eine besondere Einheitlichkeit bestechen würden, so Reuter, „ohne dass diese Geschlossenheit eintönig erscheint, sondern im Gegenteil formal vielfältig.”

Ergänzt wird die Präsentation der beiden großformatigen Objekte durch zwei kleinere, weniger als einen Meter hohen Bronzeskulpturen mit dem Titel „Level Head” und „Woman´s Head” sowie durch zwölf Zeichnungen und Aquarelle des Künstlers. Sie würden „einen hoch spannenden Einblick in die gedanklichen Prozesse des Künstlers erlauben, da sie uns Aspekte seiner Formfindungsprozesse offen legen”, so Reuter abschließend.

Nach der Eröffnung nahm sich Cragg viel Zeit für Gespräche mit den Besuchern.

Geöffnet ist die Ausstellung bis zum 13. Dezember - und zwar jeweils sonntags von 11 bis 17 Uhr und freitags von 15 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung.
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