Wer hilft bei einer Depression?

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„Depression - wir tun was”: Die Gruppe mit Traudel Reissmüller (3.v.l.) trifft sich regelmäßig zum Gespräch in der Kontakt- und Beratungsstelle für psychisch kranke Menschen in Ubach-Palenberg. Foto: Caritasverband

Kreis Heinsberg. „An wen kann ich mich wenden, wenn ich an einer Depression leide?” Hilfe und Rat holen können sich Erkrankte und Angehörige bei den Kontakt- und Beratungsstellen für psychisch kranke Menschen des Caritasverbandes für die Region Heinsberg in Erkelenz, Heinsberg und Übach-Palenberg.

Darauf weist Hermann-Josef Ronkartz, Leiter der Abteilungen Gefährdeten- und Behindertenhilfe und Gemeindedienste des Caritasverbandes, hin.

„Der erste Schritt aus einer Depression ist, nach außen Kontakt aufzunehmen”, sagt Ronkartz. Die Kontakt- und Beratungsstellen mit ihrem sozialpsychiatrisch qualifiziertem Fachpersonal seien der Ort, wo den Erkrankten weitergeholfen werde durch vertrauliche, individuelle Beratung, Vermittlung weiterführender Hilfen sowie Gesprächs- und Gruppenangeboten.

Daneben gebe es Selbsthilfegruppen, deren Adressen über das Selbsthilfe- und Freiwilligenzentrum im Kreis Heinsberg zu erfahren seien. Eine weitere Anlaufstelle sei die Beratungsstelle für Alkohol-, Medikamenten- und Drogenfragen in Hückelhoven. Denn nicht selten werde bei einer Depression Alkohol konsumiert, dem die Betroffenen eine vermeintlich antidepressive Wirkung zuschreiben würden, so Ronkartz.

Obwohl mehr als drei Millionen Menschen in Deutschland an einer Depression leiden würden, handele es sich um eine Erkrankung, die allgemein von den Mitmenschen nicht anerkannt werde. „Zirka fünf bis zwölf Prozent der Bevölkerung erkranken mindestens einmal in ihrem Leben an einer behandlungsbedürftigen Depression”, betont Hermann-Josef Ronkartz.

Die Weltgesundheitsorganisation gehe sogar davon aus, dass im Jahr 2020 Depressionen auf Platz zwei der größten Gesundheitsprobleme der Erde stehen. „Was in den Betroffenen vorgeht, kann jeder Mensch annähernd nachfühlen, der einmal depressiv verstimmt war.” Doch im Unterschied dazu, handele es sich bei einer Depression um einen länger andauernden Zustand über Wochen und Monate, aus dem man nicht ohne ärztliche Hilfe herausfinde. Eine Depression sei eine behandlungsbedürftige, häufig sehr schwere psychiatrische Erkrankung, in den meisten Fällen begleitet von Todes- beziehungsweise Selbstmordphantasien und fast immer einhergehend mit körperlichen Beschwerden wie Schlaf- und Essstörungen, Kreislaufproblemen, Kopf- und Magenschmerzen. Ein einheitliches Erscheinungsbild gebe es nicht. Eine Depression beginne fast immer schleichend. Sie zeige sich anhand von Symptomen wie ständig gedrückter Stimmung, Interessen- und Freudlosigkeit, vermindertem Antrieb, Schlafstörungen, Appetitlosigkeit oder Heißhungerattacken.

Hilfe und Rat bei einer Depression finden Betroffene bei den Kontakt- und Beratungsstellen für psychisch kranke Menschen in Erkelenz, Roermonder Straße 18, 02431/81544, in Heinsberg, Apfelstraße 55, 02452/919271, und in Übach-Palenberg, Aachener Straße 86, 02451/49412, sowie beim Selbsthilfe- und Freiwilligen-Zentrum in Heinsberg, Hochstraße24, 02452/156790, und bei der Beratungsstelle für Alkohol-, Medikamenten- und Drogenfragen in Hückelhoven, Parkhofstraße 93a, 02433/86238.
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