Wenn „Johnny Controlletti” wie ein Sohn ist

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Hausmeister Harry Gehlen (l.) hängt gemeinsam mit einem Bewohner Bilder im Flur des Johanniter-Stiftes in Wassenberg auf. Foto: im Flur des Johanniter-Stiftes in Wassenberg auf.

Wassenberg. Wer sich einen leisten kann, darf sich glücklich schätzen. Er ist der gute Geist, der stets zur Stelle ist, wenn ein Wasserhahn tropft, eine Tür klemmt oder die Heizung streikt. Im Hintergrund sorgt er dafür, dass der reibungslose Betrieb in Schulen, Verwaltungen, Banken oder sonstigen Einrichtungen gewährleistet ist - der Hausmeister.

Oftmals liebevoll „Johnny Controlletti” genannt. Nicht selten sind jedoch nicht nur handwerkliche Fähigkeiten gefragt. Einer von denen, auf die dies ganz sicher zutrifft, ist Harry Gehlen. Er ist für einige Bewohner des Johanniter-Stifts Wassenberg wie ein Sohn. Zumindest für viele eine ganz wichtige Bezugsperson. Denn Harry Gehlen ist Hausmeister in allen Wohnbereichen der Johanniter-Hausgemeinschaft und des Betreuten Wohnens. Und als solcher pflegt er einen sehr guten Kontakt zu den Bewohnern, die ihn sogar duzen dürfen.

„Für alle bin ich einfach nur Harry”, sagt er. Dies schaffe ein sehr viel persönlicheres Verhältnis. Deshalb kommt es auch vor, dass der Hausmeister hin und wieder einen kleinen Plausch hält. Am Tisch der „Prinzessinnen” in Wohnbereich zwei, wie er liebevoll einige Damen nennt, komme er nie ohne ein Gespräch vorbei. „Die Zeit mit den und für die Bewohner muss man sich nehmen”, ist Harry Gehlen überzeugt. Und entspricht damit ganz dem „Geist unseres Hauses”, wie Sylvia Blesius, Leiterin Sozialer Dienst, sagt.

Mit Begeisterung geht Harry Gehlen seiner Hausmeister-Tätigkeit nach, zu der auch die Sicherheit des Hauses gehört. Deshalb hat er bereits einen Lehrgang als Sicherheitsbeauftragter absolviert. Und so kümmert sich Gehlen um die Beleuchtung, den Aufzug, Brandschutz und Stolperfallen. Gleichzeitig ist er für die Reparaturen und Renovierungen in den Gebäuden sowie die Außenanlagen zuständig. Liegen keine Dienstaufträge vor, so läuft er durch alle Abteilungen, um zu schauen, ob irgendetwas zu erledigen ist. Schließlich habe er als Hausmeister ja eine Kontrollpflicht.

„Das funktioniert super gut”, unterstreicht Sylvia Blesius. Die Arbeiten würden Hand in Hand laufen. Wenn ein Bewohnerzimmer renoviert werden müsse, habe Harry Gehlen dies bereits selbst in Angriff genommen. „So gibt es zwischen uns keine Zettelwirtschaft. Wir sind ein eingespieltes Team”, so Blesius.

Als Hausmeister, der in ständigem Kontakt zu den Bewohnern eines Senioren-Stifts steht, fallen Harry Gehlen auch Verhaltensauffälligkeiten auf, die er dann Sylvia Blesius mitteilt. „Die Kommunikation unter den Abteilungen des Hauses ist immens wichtig, da die Mitarbeiter Dinge sehen, die andere nicht sehen”, erklärt Blesius. Deshalb wird Harry Gehlen auch demnächst an einer Schulung im Umgang mit demenzkranken Menschen für Nicht-Fachkräfte teilnehmen.

Bereits seit Januar ist er Hausmeister der Einrichtung. Damals wurde er von seinem Vorgänger Hans Hohnen, der in die Altersteilzeit ging, in die Aufgabenbereiche eingeführt. Mittlerweile kennt er viele Abläufe. Allerdings wird er immer wieder mit Neuem konfrontiert. So ist seine Fachkompetenz gefragt, wenn das Johanniter-Stift Feste ausrichtet. Er kümmert sich dann um die Technik, die Bühne und Dekorationen. Dies gilt auch für jahreszeitliche Feste, wie das anstehende Weihnachtsfest.

Kein Tag verlaufe wie der andere, weiß Gehlen. Gerade habe er einen verstopften Abfluss in einem Bewohnerzimmer repariert. Und Bilder mit einem Bewohner aufgehängt. „Soweit wie es geht, beziehe ich die Bewohner mit ein”, sagt Harry Gehlen. Und fügt hinzu, dass er froh über seine Entscheidung sei, hier als Hausmeister zu arbeiten. Auch wenn das heißt, Rufbereitschaft am Wochenende zu haben und deshalb fast jedes zweite Wochenende ins Stift zu kommen. Denn schließlich wird er dann ja von einigen Bewohnern wie ein Sohn begrüßt.
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