Gangelt-Schierwaldenrath - Wenn Eisenbahn und Kutsche ein Rendezvous haben

Wenn Eisenbahn und Kutsche ein Rendezvous haben

Von: Georg Schmitz
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Immer wieder eine schöne Begegnung: Nikolaus trifft Kinder in der Selkantbahn. Foto: Georg Schmitz

Gangelt-Schierwaldenrath. Bereits seit 1971 unternimmt das Team der Selfkantbahn in der Adventszeit mit den Dampfzügen seine Nikolausfahrten. Diese erfreuen sich derart großer Beliebtheit, dass alljährlich bis zu 15.000 Fahrgäste aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden die Möglichkeit dieser Sonderfahrten nutzen. Nun haben sich die ersten Nikolauszüge in diesem Jahr in Bewegung gesetzt.

Großer Andrang herrschte schon am Vormittag am Bahnhof Gillrath, als die Dampflok 101 – von Schierwaldenrath kommend – einfuhr. Viele zückten ihre Kameras oder Handys für ein Erinnerungsfoto. Die Personenzüge der Selfkantbahn sind ohnehin ein beliebtes Fotomotiv – und das zeigte sich auch bei den Nikolauszügen.

Für die Nikolausfahrten ist der Bahnhof Gillrath immer Start und Ziel. Schön und zweckmäßig präsentiert sich das neue Bahnhofsgelände nach dem über ein Jahr andauernden Umbau.

Bea Paustenbach war am ersten Tag für die Fahrkartenausgabe in Gillrath zuständig und hatte alle Hände voll zu tun. Seit 35 Jahren hat sie sich mit Fleisch und Blut der Eisenbahnromantik verschrieben. Mit Blick auf den in einem Waggon eingerichteten Glühweinstand entgeht ihr nichts, was sich da im Bahnhof abspielt. Paustenbach erzählte, dass Bahnhofsvorstand Helmut Kommans aus gesundheitlichen Gründen zum ersten Mal nicht bei den Nikolausfahrten dabei sein könne. Weiterhin weiß die „Kartenverkäuferin“, dass sich ein Paar am 12. Dezember im Zug das Ja-Wort geben wird. Für den Eintritt in den Ehestand seien die historischen Züge der Selfkantbahn ein beliebtes „Trauzimmer“.

Am Nachmittag fuhr die nächste Dampflok in Gillrath ein. Sie hatte zehn Personenwagen im „Schlepptau“, und es wurde richtig voll, denn 350 Fahrgäste stiegen zu. Zugführer Günther Steinhauer, der seit „Urzeiten“ dem Verein der Selfkantbahn, der Interessengemeinschaft Historischer Schienenverkehr (IHS), treu zur Seite steht, gab das Zeichen zur Abfahrt. Schon bald danach kam es zum Rendezvous „Eisenbahn – Kutsche“, denn in Letzterer näherte sich der Mann der Bahn, der diesen Fahrten den Namen gibt: der Nikolaus. Im Vorbeifahren winkte er den vielen Kindern zu, die hinter den Fenstern gespannt zuschauten. Dann hielt die von einem Pferd gezogene Kutsche ganz vorne am Personenzug an.

Der „Heilige Mann“ stieg in den Zug um. Er wurde dabei von einem „dunklen Gesellen“ begleitet, der ihm nicht von der Seite wich. Die Mitarbeiter der Selfkantbahn schleppten jede Menge Weckmänner an, die der Nikolaus während der Fahrt an die Kinder verteilte. Der Mann mit dem langen weißen Bart hinterließ bei den Jungen und Mädchen jedenfalls einen bleibenden Eindruck – und alle können ihren Freunden von dem tollen Erlebnis, zu dem stets auch die kleine Nikolausfeier im beheizten Festzelt am Bahnhof in Schierwaldenrath gehört, erzählen.

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