Wenn aus Bildern Informationen werden: Digitale Orthophotos

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Kreis Heinsberg. Welche Flächen im Stadtgebiet sind denn nun versiegelt? Wo sind Fahrbahnmarkierungen, Einläufe oder Kanaldeckel auf den Straßen? Wie viele Laternen hat die Gemeinde, wo sind sie platziert? Wie ist mit möglichst geringem Aufwand ein Friedhofskataster zu erstellen?

Diese Fragen wären von den jeweiligen Verwaltungen vor Jahren wegen des zu hohen Aufwandes wahrscheinlich gar nicht angegangen worden. Doch inzwischen lassen sich solche Fragen mit einem leistungsfähigen Rechner, entsprechender Datenquelle und Software und mit ein paar Mausklicks beantworten.

Der Schlüssel dazu sind „Digitale Orthophotos” (DOP) vom Kreis Heinsberg. 17 Projektpartner haben sich unter Federführung des Vermessungs- und Katasteramtes beim Kreis Heinsberg zusammengefunden, um gemeinsam dieses Projekt zu realisieren und zu finanzieren.

Hohe Auflösung

„Es werden zwar regelmäßig Aufnahmen vom Land durchgeführt, jedoch haben diese Aufnahmen einige Nachteile. So sind viele Einzelheiten wegen der Belaubung der Bäume und der geringen Auflösung von 20 bis 40 Zentimetern nicht erkennbar, die Aktualität reicht oftmals nicht aus”, erläuterte GIS-Koordinator Stefan Storms vom Vermessungs- und Katasteramt.

GIS steht für Geographisches Informationssystem. Diese Bilder reichen zwar für die Erfüllung der Landesaufgaben aus, aber eben nicht für viele kommunale Anwendungen.

Kreisgebiet überflogen

Deshalb wurde im Auftrag der 17 Projektpartner (im frühen Frühjahr 2008) eine Überfliegung des Kreisgebietes vorgenommen; im Zeitraum 2011/12 ist die nächste Aktualisierung geplant. Die Auflösung der Bilder beträgt fünf, zehn und 40 Zentimeter, je nach Anwendung. Das heißt, dass in der höchsten Auflösungsstufe Gegenstände, die größer als 20 Zentimeter sind, auf diesen Bildern mit einer Lagegenauigkeit von fünf Zentimetern bestimmt werden können.

„Wer jetzt einen allzu intensiven Blick in den privaten Bereich befürchtet, kann jedoch beruhigt sein”, erklärte die Pressestelle der Kreisverwaltung. Die digitalen Orthophotos stünden nur den Projektpartnern zur Erfüllung ihrer Aufgaben, sprich zum Dienstgebrauch zur Verfügung.

„Mit diesen Daten haben sich viele Arbeitsabläufe in den Verwaltungen verändert. Viele Arbeitsgänge, für die im Vorfeld Außentermine nötig waren, können nun bequem unmittelbar und schnell am Rechner erledigt werden. Der Nutzen der Orthophotos ist immens”, so Stefan Storms. So bilden diese beispielsweise auch für Einsatzplanungen von Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz eine wertvolle Grundlage.

Die Kommunen könnten vielerlei Dinge im öffentlichen Raum erfassen. Bestandsaufnahmen könnten kostengünstig und zeitsparend erledigt werden. Doch nicht nur die Kommunen seien beteiligt, auch diverse Betriebe der Grundversorgung wie Energie- und Wasserversorger.

Schaffung von 3D-Modellen

Mit neuen Techniken sind immer weitere Anwendungsmöglichkeiten gegeben, selbst die Schaffung von 3D-Modellen auf Basis der Orthophotos ist inzwischen Realität. Auch das nordrhein-westfälische Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz nutzt die vom Kreis Heinsberg geschaffene Datenbasis, so etwa in den Flurbereinigungsverfahren.

Das Verbundprojekt hat aufgrund der kostengünstigen, schnellen und erfolgreichen Umsetzbarkeit nach Angaben der Heinsberger Kreisverwaltung bereits bei einigen Kommunen außerhalb des Kreises Interesse geweckt und landesweit Nachahmer gefunden.
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