Weltwassertag 2017 im Zeichen des Abwassers

Letzte Aktualisierung:
14252061.jpg
Aus der Vogelperspektive: Kläranlage in Hückelhoven-Ratheim. Foto: WVER

Kreis Heinsberg. Der internationale Tag des Wassers – auch Weltwassertag genannt – am Mittwoch, 22. März, steht unter dem Mottowort „Abwasser“. Damit wirft der Tag ein Schlaglicht auf einen der Kernaspekte der Wasserwirtschaft. Für die Reinigung von Abwasser ist im deutschen Einzugsgebiet der Rur der Wasserverband Eifel-Rur zuständig. Aber was heißt das genau?

Die Reinigung von Abwasser ist eine der Hauptaufgaben bei der Bewirtschaftung der Ressource Wasser. Das gilt auch für den Wasserverband Eifel-Rur (WVER), der im deutschen Einzugsgebiet der Rur – und damit auch im Kreis Heinsberg – für diese Aufgabe zuständig ist.

„Die Belastungen des Wassers durch menschliche Inanspruchnahme überfordern schon längst die natürlichen Selbstreinigungskräfte der Gewässer“, so Professor Dr.-Ing. Wolfgang Firk, Vorstand des WVER. „Die Verunreinigungen des Wassers gefährden unsere Lebensgrundlagen; deswegen gibt es zur Abwasserreinigung keine Alternative“, so Paul Larue, Vorsitzender des WVER-Verbandsrates und Bürgermeister der Stadt Düren.

So befinden sich zum Beispiel in der Eifel große Talsperren, die die Trinkwasserversorgung für viele Menschen sichern. Zum Schutz der Wasserqualität in diesen Stauseen muss laut WVER auch intensive Reinigung betrieben werden, um diese Rohwasserquellen zu erhalten. Fließgewässer, in die gewerbliche oder Abwässer aus Haushalten eingeleitet würden, wären zudem eine Gefährdung für die Gesundheit.

Wie wichtig der Erhalt sauberen Wassers tatsächlich sei, würden Beispiele aus Ländern zeigen, wo die Menschen keinen Zugang dazu hätten. Schnell würden dort Krankheiten und Seuchen aller Art grassieren. „Eine wirkungsvolle Abwasserreinigung ist deswegen wichtig für Mensch und Natur zugleich“, so der WVER. Im Einzugsgebiet der Rur leben circa 1,1 Millionen Menschen. In insgesamt 44 Kläranlagen reinigt der Verband nach eigenen Angaben jährlich etwa 130 Millionen Kubikmeter Abwasser, die sonst ungeklärt in die Gewässer eingeleitet würden.

Außerdem betreibt er über 800 Sonderbauwerke, die funktional mit der Abwasserreinigung in Zusammenhang stehen. Dazu gehören unter anderem Regenrückhaltebecken, Pumpstationen und Kanalnetzteile. Dies alles erfordert einen erheblichen technischen Aufwand. Der WVER setzt modernste Kläranlagentechnik ein, um die Aufgabe der Abwasserreinigung zu erfüllen. Dabei ist er eng mit entsprechenden Instituten der RWTH Aachen vernetzt, stellt diesen seine Anlagen zu Forschungszwecken zur Verfügung und profitiert umgekehrt von den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Dies zeigt sich zurzeit besonders auf der großen Verbandskläranlage in Aachen Soers, wo unter wissenschaftlicher Begleitung und Forschung in diesem Jahr eine Ozonungsanlage zur weitergehenden Abwasserreinigung entstehen wird. Durch sie sollen menschengemachte Spurenstoffe wie etwa Medikamentenrückstände weitgehend eliminiert werden.

„Kein Allheilmittel“

„Die Abwasserreinigung ist jedoch kein Allheilmittel“, so Professor Firk weiter. Nicht alle Stoffe dürften in den Kanal gelangen. So müssten etwa schwermetallhaltige Stoffe oder Altöl speziell entsorgt werden. Außerdem sei ein schonender Umgang mit dem Wasser durch die Vermeidung von Verschmutzungen natürlich der kostengünstigste Weg, um Wasser zu schützen. Dabei könnten natürlich jeder und jede Einzelne mithelfen.

Der Wasserverband wies darauf hin, dass Personengruppen, die sich für die Abwasserreinigung interessieren, auch über die Kläranlagen geführt werden können. Auf der Homepage des WVER sind zudem weitere Informationen etwa zur Funktionsweise und den Abläufen auf einer Kläranlage zu finden.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert