Weltgebetstag: Nöte der philippinischen Christen

Von: Anna Petra Thomas
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Laura Savelsberg (links) und Sirley Max verteilten in Geilenkirchen kleine Tütchen mit Reis an die Gottesdienstbesucherinnen. Foto: Anna Petra Thomas
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In Laffeld hatten die Frauen auch die Farben der philippinischen Flagge mit farbigen Tüchern und goldgelben Orchideen vor dem Altar symbolisiert. Foto: Anna Petra Thomas
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Maria Slagboom musizierte mit ihrem Chor in Geilenkirchen. Foto: Anna Petra Thomas

Kreis Heinsberg. Wie in vielen Kirchen weltweit, in Deutschland und in der Region haben auch in St. Mariä Himmelfahrt in Geilenkirchen und in St. Josef in Heinsberg-Laffeld anlässlich des Weltgebetstages Frauen Gottesdienste gefeiert. Sie haben dabei in diesem Jahr die Sorgen und Nöte der Frauen des Inselstaates Philippinen in den Blick genommen.

Philippinische Christinnen hatten die Gottesdienstordnung vorbereitet und dabei das Thema Gerechtigkeit in das Zentrum ihrer Liturgie gestellt.

In Geilenkirchen hatte der Junge Chor Hünshoven unter der Leitung von Maria Slagboom den Gottesdienst zusammen mit Frauen aus Geilenkirchen und Hünshoven vorbereitet. Er hatte zudem mit Kimberley und Shirley Max aus dem Geilenkirchener Ortsteil Nierstraß zwei junge Mädchen für die Mitgestaltung des Gottesdienstes gewinnen können, deren Mutter von den Philippinen stammt. Sie begrüßten die Gottesdienstbesucherinnen in Tagalog, einer der philippinischen Sprachen.

Gemeinsam mit weiteren Frauen trugen sie zunächst Gegenstände vor den Altar, die weitere Informationen über das Land symbolisierten, das in diesem Jahr im Mittelpunkt des Gottesdienstes stand. Neben dem offiziellen Plakat und einer Landkarte war da zum Beispiel das Kreuz, das für die Philippinen als das bevölkerungsreichste katholische Land Asiens stand.

Im 16. Jahrhundert sei das Christentum von der spanischen Kolonialmacht ins Land gebracht worden, hieß es dazu. Eine Schilfpflanze charakterisierte das Land der Extreme mit Naturschönheiten und zerstörerischen Naturgewalten wie Vulkanen, Taifunen und Überschwemmungen zugleich.

Der aufgespannte Regenschirm stand für das tropische, feucht-heiße Klima mit 27 Grad Celsius Durchschnittstemperatur, in dem Früchte wie Mangos, Kokosnüsse und Bananen gedeihen. Eine brennende Kerze symbolisierte schließlich die Stellung der Frau in der Gesellschaft. Frauen würden „Licht des Heims“ genannt, hieß es dazu.

„Was ist denn fair?“, lautete die zentrale Frage des Gottesdienstes, von den Frauen mit einer Waage symbolisiert. Im Interview berichteten drei Frauen stellvertretend für viele Filipinas von ihren Problemen. Da war Merlyn, die schon gleich nach der Grundschule als Haushaltshilfe arbeiten musste, dabei missbraucht und ausgebeutet wurde; oder Celia, der es als Tagelöhnerin und Straßenverkäuferin nicht gelingt, genug zu verdienen, um ihre Familie mit Essen zu versorgen. Schließlich berichtete die Witwe Editha, dass sie nach dem Taifun Haiyan im Jahr 2013 immer noch in einer provisorischen Hütte lebt.

Die Gottesdienstbesucherinnen hörten von dem Gleichnis der Arbeiter im Weinberg aus dem Matthäusevangelium (Mt 20, 1-16) und erfuhren von der philippinischen Tradition der Erntehilfe, die nicht entlohnt wird, bei der aber alle Helfer einen Teil der Ernte erhalten. Symbolisch dafür verteilten die Frauen in Geilenkirchen kleine Tüten mit Reis.

Genau hinsehen!

Mit dabei war auch Laura Savelsberg, die sich genauso gekleidet hatte wie die Frau auf dem von der philippinischen Künstlerin Apol gemalten Bild zum Weltgebetstag, die mit der rechten Hand ihre Augenbinde abnahm und in der linken eine Waage hält. Laura Savelsberg kam auch mit einer Augenbinde vor den Altar, nahm diese ab und lud alle Anwesenden ein, genau hinzusehen. „Vielleicht stehe ich für Gerechtigkeit – meine Waage deutet darauf hin“, erklärte sie.

In Laffeld, wo die Frauen zudem mit Tüchern in den Farben Weiß, Rot und Blau sowie mit gelben Orchideen die Farben der Flagge des Landes vor dem Altar symbolisiert hatten, erhielten die Besucherinnen alle ein Erinnerungsbändchen zum Weltgebetstag 2017 und folgten nach dem Gottesdienst gerne der Einladung zu einem Imbiss ins Vereinsheim. In Geilenkirchen trafen sich die Frauen auch noch zu einem Austausch im Jugendzentrum „Oase“ neben der Kirche.

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