Welche Wege führen auf den Arbeitsmarkt?

Von: disch
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Kreis Heinsberg. Mit neuen Aktivitäten im Kreis Heinsberg in drei verschiedenen Themenfeldern wartete der Zweckverband Region Aachen am Dienstag bei einem Pressegespräch im Kreishaus auf: Seit Januar existiert im Rahmen des Programms „Teilzeitberufsausbildung – Einstieg begleiten – Perspektiven öffnen“ (TEP) eine Gruppe zur Unterstützung von Teilzeitberufsausbildung.

Ab sofort wird es bei der Volkshochschule (VHS) eine Fachberatungsstelle zur Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse geben. Und die Region hat mit einer Informationsveranstaltung für Geflüchtete zum Thema Arbeitsmarkt in Deutschland einen Impuls gesetzt auch für weitere solche Angebote.

Sowohl Manfred Bausch von der Geschäftsführung des Zweckverbandes als auch die Sozialdezernentin des Kreises, Liesel Machat, zeigten sich erfreut, dass dank Trainings- und Bildungszentrum (TBZ) Meuser aus Erkelenz eine TEP-Gruppe mit zehn Plätzen im Kreis Heinsberg etabliert werden konnte. Machat zeigte sich davon überzeugt, dass angesichts von 865 arbeitslosen Alleinerziehenden im Kreis, darunter 780 Frauen, viele ohne abgeschlossene Berufsausbildung, Bedarf für ein solches Angebot bestehe.

Manuela Meuser vom TBZ berichtete allerdings davon, dass es gar nicht so einfach sei, geeignete Kandidaten zu finden. Und bei den meisten Unternehmen sei Teilzeitberufsausbildung als Option noch nicht angekommen. Dafür werben und Überzeugungsarbeit leisten will die Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Heinsberg (WFG), denn, so WFG-Geschäftsführer Ulrich Schirowski, mit dem TEP-Programm werde Teilzeitberufsausbildung gut vorbereitet und begleitet.

Eine neue weitere Aufgabe übernimmt die Anton-Heinen-Volkshochschule des Kreises Heinsberg an diesem 1. Juni. Sie hat nunmehr auch eine Fachberatungsstelle zur Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse. Ohne eine solche Anerkennung bestehe nur eine geringe Chance, auf dem Arbeitsmarkt einen entsprechenden Berufszugang oder eine angemessene Vergütung zu erlangen, zeigte sich VHS-Leiter Franz Josef Dahlmanns überzeugt.

Im Kern geht es um eine maximal neunstündige kostenfreie Fachberatung. Vermittelt werden sollen Informationen über gesetzliche Rahmenbedingungen und Handlungsmöglichkeiten, Abläufe eines solchen Verfahrens, mögliche Auflagen sowie Anpassungsqualifizierungen. Unterstützung soll geleistet werden bei der Antragstellung und Verfahrensbegleitung, aber auch bei der Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten. Die Volkshochschule strebt eine enge Zusammenarbeit mit Jobcentern und Arbeitsagenturen an.

Auf Einladung der Region Aachen hat es im Kreis Heinsberg im Mai eine Informationsveranstaltung für Geflüchtete gegeben: An zwei Tagen ging es unter dem Titel „How to get a job in Germany“ um den Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt. Aufgezeigt wurde, wie die Wartezeit bis zu einem Aufenthaltstitel sinnvoll genutzt werden kann: mit dem Erlernen der deutschen Sprache, der ­Beschaffung von Zeugnispapieren und dem Vorbereiten von Bewerbungsunterlagen.

Unter anderem wurde auch über Beratungsmöglichkeiten informiert. Die Einladung wurde sehr gut angenommen: von mehr als 160 Teilnehmern aus 17 Nationen aus dem gesamten Kreisgebiet. Das Konzept und die Lernmittel wolle das Deutsche Rote Kreuz, das in seinen Räumen in Erkelenz der Gastgeber war, für weitere Veranstaltungen dieser Art nutzen, berichtete die Region. Auch Deutsch-Lehrende hätten die Unterlagen angefragt, um sie in ihrem Unterricht für Geflüchtete einzusetzen.

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