Weiter Trend zu illegalen Drogen

Von: anna
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Kreis Heinsberg. Die Zahl der klassischen Alkoholiker nimmt ab. „Es trinken immer weniger Menschen, aber diejenigen, die trinken, trinken mehr”, so das Fazit von Wolfgang Sommer, Leiter der Suchtberatung des Kreises Heinsberg, als er jetzt im Gesundheitsamt zusammen mit seinem Team den Jahresbericht vorstellte.

Auch den klassischen Heroinabhängigen gebe es nicht mehr, fügte Johannes Müllers hinzu, auch wenn die Zahl der Drogenabhängigen in der Beratung erneut gestiegen sei. In diesem Segment konzentriere sich die Beratung aktuell eher auf Abhängige von modernen Designerdrogen wie zum Beispiel Ecstasy.

In den Beratungsstellen der Suchtberatung des Kreisgesundheitsamtes in Erkelenz, Geilenkirchen und Heinsberg wurden im vergangenen Jahr insgesamt 715 Personen intensiv betreut, davon waren mehr als 500 Männer. Nur 120 von ihnen wurden einmalig beraten. Die Zahl der Ratsuchenden mit Alkoholproblemen betrug 253. Im Jahr 2009 waren es 282. Höher lag die Zahl derer, die Probleme mit illegalen Drogen wie Opiaten, Cannabinoiden, Amphetaminen oder Ecstasy hatten. 367 Personen waren dies und damit 20 mehr als 2009.

Der ungebrochene Trend der Beratungs- und Betreuungszahlen zu illegalen Drogen sei auffällig, betonte Sommer. „Hierbei rücken vor allen Dingen die jungen Konsumenten, vorrangig Cannabiskonsumenten, in den Vordergrund.” Allein 100 der 367 Ratsuchenden mit Drogenproblemen seien im vergangenen Jahr unter 20 Jahre alt gewesen. Gleichzeitig habe aber auch eine intensive Informations- und Aufklärungsarbeit in der Vergangenheit die Schwelle zum Erstkontakt mit ­einer der Beratungsstellen wesentlich senken können, „sodass in vielen Fällen der frühe Therapieansatz zu einer erfolgreichen und nachhaltigen Rehabilitation führt”.

Ein wichtiger Baustein in der Beratung sei die Ambulante medizinische Rehabilitation Sucht (ARS), die gemeinsam mit der Caritas und dem Diakonischen Werk angeboten werde. Bereits seit 1988 seien die Beratungsstellen im Kreisgebiet anerkannte Behandlungsstellen, so Sommer. 41 Patienten seien 2010 in den Beratungsstellen in Behandlung gewesen, entweder als Ergänzung oder auch als eigenständige Alternative zu einer stationären Langzeittherapie. Vorteil sei, dass diese Menschen weiter ihrer Arbeit nachgehen und in ihr soziales Umfeld eingebunden bleiben könnten.

Ein wichtiger Baustein in der Arbeit des Kreisgesundheitsamtes im Bereich Sucht sei neben Beratung und Therapie auch die Suchtvorbeugung, betonte der Leiter der Beratung. Diese werde bereits seit neun Jahren mit einer Vollzeitstelle geleistet, sowohl im Elementarbereich als auch in Grund- und Förderschulen sowie in weiterführenden Schulen.
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