Weißer Fleck auf der Landkarte verschwunden

Von: Helmut Wichlatz
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Fröhliche Eröffnung des Kind
Fröhliche Eröffnung des Kinderzentrums Triangel: Bürgermeister Bernd Jansen, Monika Kohnen, Monique Pauly, Barbara Jouck und Astrid Wolters (v.l.). Foto: Koenigs

Erkelenz. Wenn Edgar Johnen und Peter Jansen bei offiziellen Anlässen aufeinander treffen, diskutieren sie häufig über den „weißen Fleck” auf der Landkarte der Lebenshilfe Heinsberg. Denn ein solcher war Erkelenz bis vor einigen Jahren noch. Menschen mit Behinderung aus Erkelenz mussten weite Strecken zurücklegen, um in den Heinsberger Werkstätten zu arbeiten oder in behindertengerechten Wohnstätten zu wohnen.

Diese Zeiten sind spätestens seit der Ansiedlung einer Fertigungsstätte der Lebenshilfe im Gewerbeindustriepark Commerden (Gipco) und der Eröffnung des Lebenshilfe-Cafés Inclusio mit angeschlossener Wohnstätte in der Innenstadt vorbei.

Bald werden sich der Geschäftsführer der Lebenshilfe Heinsberg und der Erkelenzer Bürgermeister wohl oder übel etwas Neues ausdenken müssen für das rhetorische Pingpong. Denn am Issumer Ring im Neubaugebiet Oerather Mühlenfeld wurde nun bei der Eröffnung des Kinderzentrums Triangel eine weitere Lücke geschlossen, so dass Erkelenz auf der Karte der Lebenshilfe bunter erscheint. Triangel ist eine Beratungsstelle für Interdisziplinäre Frühförderung (IFF) und umfasst alle therapeutischen und pädagogischen Leistungen in der Frühförderung. Kinder mit Behinderung und Defiziten können von Geburt an ganzheitlich begleitet und gefördert werden.

Die Beratungsstelle am Issumer Ring ist die zweite Außenstelle neben der Kindertagesstätte in Bauchem. Organisiert wird das Angebot der Lebenshilfe, bei dem rund 25 Mitarbeiter im Einsatz sind, von Heinsberg aus. Das Angebot für Eltern und Kinder umfasst Heilpädagogik, Logopädie, Physiotherapie und Ergotherapie, wie die Heilpädagogin Barbara Jouck hervorhob. Sie ist die Leiterin der Beratungseinrichtung, die gleich neben der integrativen Kindertagesstätte angesiedelt ist.

Im Kreisgebiet werden rund 175 Familien betreut. „Eine Behinderung ist ein Thema für die ganze Familie”, betonte Johnen bei der Eröffnung. Ebenfalls folgen soll am Standort noch ein Kompetenzzentrum für Autismus-Spektrum-Störungen (KompASS). Dieses Angebot richte sich nicht nur an Kinder und Jugendliche, sondern auch an Erwachsene.

Jouck hob hervor, dass die Stadt Erkelenz die Idee einer Beratungsstelle aktiv unterstützt und gefördert habe. Unproblematisch gestalte sich auch die Zusammenarbeit mit der benachbarten städtischen Kita, deren Turnhalle für die Bewegungsübungen genutzt werden kann. Diese Kooperation werde ausgebaut, war sich auch die Kita-Leiterin Monique Pauly sicher.

Monika Kohnen vom Vorstand der Lebenshilfe Heinsberg bezeichnete Frühförderung als „zentrale Aufgabe” und „Angebot zum Wohle und Nutzen der Kinder”. Die Lebenshilfe bietet Frühförderung schon seit rund 30 Jahren im Kreis an. Bürgermeister Jansen hob hervor, dass die Daseinsfürsorge eine wichtige Aufgabe der Stadt sei. Triangel sei „Das I-Tüpfelchen” der bisherigen Entwicklung in diesem Bereich.

Sein Dank galt auch dem Investor und Bauherrn Hans Rütten, der durch Frank Diel vertreten wurde. Diel hat den Umbau der rund 85 Quadratmeter großen Wohnung für Rütten beaufsichtigt. Er betonte, dass vor allem die vielen Umbauwünsche der Mitarbeiterinnen den Umbau „so spannend” gemacht hätten. Aus der Erdgeschosswohnung wurde eine Beratungsstelle mit Behandlungs- und Beratungsräumen. Diese musste nur noch eingeweiht werden, wofür der Behindertenseelsorger des Kreises Heinsberg, Diakon Peter Derichs, zuständig war. Gemeinsam mit den Kindern durchtrennte er die symbolische Sperre am Eingang, bevor die Kinder ihre neue Anlaufstelle in Besitz nahmen.
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