Weichen sind bei der SPD auf Neubeginn gestellt

Von: Norbert F. Schuldei
Letzte Aktualisierung:

Hückelhoven. War das der Befreiungsschlag, auf den manche in der Hückelhovener SPD und viele, die mit den Sozialdemokraten sympathisieren, schon lange gewartet haben?

Jedenfalls hat sich die alte Arbeiterpartei in der ehemaligen Bergbaustadt personell vollkommen neu aufgestellt.

Auslöser des personellen Bebens war der Verzicht des Fraktionsvorsitzenden Willi Spichartz auf sämtliche politischen Ämter, den er unter Hinweis auf persönliche Gründe Ende September bekannt gab. Nachfolger als Fraktionschef im Rat ist Jörg Leseberg. Seine Person ist politisch eng mit der von Spichartz verknüpft, nicht unbedingt ein Signal für einen Neuanfang.

Bei der Versammlung des Ortsvereins, also der Vollversammlung der Hückelhovener Genossen in der Doverener Mühle allerdings, hat Leseberg die Weiche für die erste, sehr wichtige Neuausrichtung der Partei gestellt: Der Ortsverein soll demnach das Organ sein, das der Fraktion die politischen Vorgaben macht.

Der Konflikt zwischen den einfachen Parteimitgliedern und den Mandatsträgern hat in der Hückelhovener SPD seit den Zeiten der Fraktionsvorsitzenden Ludovika Oberbusch Ende des vergangenen Jahrhunderts Tradition. Auch in den beiden letzten Legislaturperioden, in denen die einstmalige absolute Mehrheitspartei auf schmale 21,5 Prozent der Wählerstimmen abgerutscht ist, ist dieser Graben wieder mächtig aufgebrochen.

Das kurzzeitige Hoffnungspflänzchen eines Neubeginns keimte auf, als der Baaler Werner Schiffmann völlig überraschend im Sommer 2007 an die Spitze des Ortsverbandes gewählt wurde. Sehr schnell allerdings wurde dieser Neubeginn damals von Spichartz und seinen Getreuen revidiert.

Jetzt haben die Hückelhovener Sozialdemokraten mit dem 31-jährigen Volker Fajger erneut einen Baaler an die Spitze der Partei gewählt. Und der 22 Jahre alte Politikstudent Marc Fege als Schriftführer wird ebenfalls für frischen Wind im Vorstand sorgen. Mit Hubert Müller hat man einen agilen und bürgernahen Parteisoldaten in den Vorstand geholt und ihn zum Mitgliederbeauftragten gemacht. Anne Grambusch, Heinz Meißner und Michael Körber aus Baal, alle Stellvertreter des Vorsitzenden, gelten als wenig „vorbelastet” aus der Ära Spichartz.

Ob man dies von Dietmar Moll, der das Ratsmandat von Spichartz übernimmt, behaupten kann, wird sich zeigen. Angelika Rother, viele Jahre aktives Parteimitglied, legte unterdessen resignierend ihr Mandat im Rat nieder. Da warens nur noch zehn...
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