Wehrchef Heinz-Peter Mühren wirft nach Dissonanzen das Handtuch

Von: sev
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Waldfeucht-Obspringen. Die Nachricht vom Rücktritt des Wehrleiters Heinz-Peter Mühren während der Jahreshauptversammlung kam für die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Waldfeucht doch sehr überraschend.

Die Gründe für seinen Schritt schilderte Mühren ausführlich, er ging auf die Geschehnisse zwischen der Löscheinheit Haaren und ihm ein. Schon Mitte vergangenen Jahres sei es zwischen der Wehrleitung und der Löscheinheit (LE) Haaren zu schwerwiegenden Meinungsverschiedenheiten gekommen. „Zur endgültigen Eskalation kam es dann im Oktober 2011, nachdem ich die Ernennung von Hans-Josef Hermanns zum Löschgruppenführer der LE Haaren abgelehnt habe”, sagte Mühren mit bewegter Stimme; er begründete seine Entscheidung damit, „dass durch einige Handlungen von Hans-Josef Hermanns die Basis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zerstört wurde”.

Da die Entscheidung weder vom Betroffenen Hermanns noch von der LE Haaren akzeptiert worden sei, habe er sich an Bürgermeister Heinz-Josef Schrammen gewandt, um ein weiteres Vorgehen zwischen Wehrleitung und Feuerschutzträger abzustimmen. Doch auch im Gespräch mit der LE Haaren in der vergangenen Woche, an dem auch Schrammen, Dezernent Herbert Thißen, Wehrleiter Heinz-Peter Mühren und Frank Pint von der LE Brüggelchen anwesend waren, sei kein gemeinsamer Konsens gefunden worden. Unter Berücksichtigung der geschilderten Geschehnisse und mit Hinblick darauf, dass der uneingeschränkte Feuerschutz der Gemeinde Waldfeucht nicht mehr gewährleistet sei, sah sich Wehrleiter Mühren nach eigenen Angaben gezwungen, sein Amt zum 31. März zur Verfügung zu stellen. Mit den Worten „Es war eine schöne Zeit in der Feuerwehr, die ich so schnell nicht vergessen werde” verließ Mühren das Rednerpult - sichtlich gerührt nach dem Beifall der Kameraden der Löscheinheiten Bocket, Braunsrath, Brüggelchen und Obspringen.

Anschließend ergriff Bürgermeister Schrammen das Wort, er stellte sich hinter Wehrleiter Mühren und wies des Weiteren auf eine erhöhte Sicherheitslage im Feuerwehrgerätehaus Haaren hin, denn dieses entspräche nicht mehr den Unfallverhütungsvorschriften, die für Feuerwehren gelten. Deshalb wurde durch den Bürgermeister eine Dienstanweisung erlassen, und diese ist vom Löschgruppenführer oder seinem Stellvertreter im täglichen Betrieb zu überwachen. „Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass ein Dienstbetrieb im Gerätehaus Haaren ohne Bestellung der verantwortlichen Funktionsträger unzulässig ist”, mahnte Schrammen die Haarener Feuerwehrleute. Der Bürgermeister, als oberster Chef der Gemeindefeuerwehr Waldfeucht, gab der LE Haaren Zeit, bis zum 15. Mai einen geeigneten Löschgruppenführer und Vertreter zu stellen, sonst müsse die Verwaltung über personelle Maßnahmen für die Löscheinheit Haaren und das Gerätehaus nachdenken.

Auch Mühren kann aufgrund des Ehrenbeamtenverhältnisses erst ab dem 15. Mai aus seinem Amt entlassen werden bzw. selbiges niederlegen. Einheitsführer Frank Pint sprach für die Löscheinheiten Bocket, Braunsrath, Brüggelchen und Obspringen und bezog Position für Wehrführer Mühren und die Verwaltung. Doch er ließ auch verlauten, dass rasch eine Lösung gefunden werden müsse, sonst würden die Einheitsführer ab dem 16. Mai nicht mehr für den Dienst- und Übungsbetrieb und damit Brandschutz verantwortlich zeichnen. Die Kameraden Ralf Schiffer und Bastian Friedrich aus Haaren versuchten zwar, ihre Sicht der Dinge darzustellen.

Doch ihre Worte fanden bei den meisten Anwesenden keinen Anklang, da sie unvorbereitet ans Rednerpult traten. Mit einem Rücktritt Mührens hatte wohl keiner gerechnet. Herbert Thißen warnte: „Die Löscheinheit Haaren steht unter dem Dach der gesamten Feuerwehr Waldfeucht.” Will heißen: Wird keine einvernehmliche Lösung gefunden, steht der Fortbestand der gesamten Feuerwehr auf dem Spiel.
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