Wehmut beim Jubiläumsfest: 100-jähriges Bestehen der St.-Josef-Kapelle

Von: dn
Letzte Aktualisierung:
100 Jahre St.-Josef-Kapelle Be
100 Jahre St.-Josef-Kapelle Berverath: Auf dem „Domplatz” feierten die Berverather Bürger mit vielen Freunden den Jubiläumsgottesdienst mit Pfarrer Franz Josef Semrau und Günter Salentin, Kirchenchor und
Musikverein. Foto: Dahmen

Erkelenz-Berverath. Der Erkelenzer Stadtteil Berverath, kirchlich der Pfarre Keyenberg angeschlossen und abseits der überörtlichen Durchgangsstraßen mitten in der Feldflur gelegen, feierte ein großes Fest: 100 Jahre St.-Josef-Kapelle.

Am 6. Mai 1912 ging bei Pfarrer Römer folgendes Schreiben zu: „Hochwürdiger Herr Pastor! Habe im Jahre 1909 auf einer Parzelle von mir im Dorfe Berverath eine Kapelle bauen lassen. Dieselbe ist nun fertig und schenke ich dieselbe hiermit der Pfarre Keyenberg zum vollen Eigentume. Euer Hochwürden ganz ergebenster Joseph Jansen.” Erst am 7. August 1913 nahm der Kirchenvorstand die Schenkung an, weil Pfarrer Römer bis dahin befürchtete, die Berverather blieben jetzt der Keyenberger Kirche fern.

Zum Jubiläum hatte die Dorfgemeinschaft alle eingeladen, die sich mit Berverath besonders verbunden fühlten. Und die Freunde kamen in Scharen, um zu gratulieren und zu feiern. Auf dem „Domplatz” vor der Kapelle zelebrierten Pfarrer Franz Josef Semrau und Günter Salentin zu Beginn den Festgottesdienst, der durch Mitwirkung des Keyenberger Kirchenchores und Musikvereins besondere Weihe erhielt.

Dieses Jubiläum hatte zuvor viele Berverather veranlasst, sich mit der Geschichte des Ortes auseinanderzusetzen. Man traf sich, sprach über Dorforiginale und Episoden, holte Bilder, Urkunden und Fotoalben hervor. Dazu trugen Schirmherr Rainer Merkens und sein Team alle Informationen zusammen und stellten eine Dokumentation in einer Festschrift „Kapelle Berverath 1912 - 2012” zusammen, die zu einer einmaligen Reise in die Vergangenheit von Berverath und der Kapelle einlädt. Sie berichtet in Bildern und Geschichten ausführlich, wie die Menschen hier lebten, arbeiteten, Bräuche pflegen und feierten.

Mit etwas Wehmut blätterten die Menschen in der Festschrift. „Dieses Jubiläum wird eines der letzten Feste sein, das in Berverath gefeiert werden kann. In wenigen Jahren werden die Berverather umgesiedelt und das Dorf durch den Braunkohlentagebau Garzweiler II vernichtet werden”, bedauerte Schirmherr Merkens in seinem Grußwort. Er wünschte den Menschen am neuen Umsiedlungsort die gleiche verschworene Gemeinschaft wie in der alten Heimat. Gleichzeitig sprach Merkens die Hoffnung aus, dass am neuen Ort einiges an das alte Berverath und der Kapelle erinnern möge.

Als Geschenk brachte Rainer Merkens neue Kreuzwegstationen mit. Die 1913 angebrachten Kreuzwegstationen waren in Holzrahmen mit Lithografien von Gebhard Fugel durch Feuchtigkeitsschäden im Mauerwerk so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass sie 1959 abgenommen wurden. Ihm war es gelungen, Reproduktionen der gleichen Kreuzwegstationen zu beschaffen.

Horst Rüdiger bedankte sich bei Rainer Merkens und den Berverather Bürger für das Mitwirken beim Jubiläumsfest und ganz besonders bei Resi Kockerols, die er als „Mädchen für alle Fälle” bezeichnete. Sie sei die gute Seele der Kapelle, wie sich jeder überzeugen könne.

Nach dem offiziellen Teil stand Geselligkeit auf dem Programm. Eine Bilderschau erweckte viele Erinnerungen und ließ zugleich erkennen, welche Werte in der alten Heimat in einigen Jahren für immer verloren gehen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert