Wassenberger Lindenallee wird gefällt

Von: disch
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c Foto: die Rede. Angepflanzt werden sollten wieder Linden, empfahl der Beirat. (disch)

Wassenberg. Auch wenn es sich bei dieser Lindenallee um einen „geschützten Landschaftsbestandteil“ handelt: 20 Lindenbäume, die in Wassenberg an der Zufahrt zum Restaurant „Tante Lucie“ stehen und knapp 100 Jahre alt sein dürften, sollen in Kürze gefällt werden. Zu diesen Plänen des Kreises gab jetzt auch der Landschaftsbeirat einstimmig (bei zwei Enthaltungen) grünes Licht.

Allerdings widersprach das Gremium unter Vorsitz von Josef Schmitz der ins Auge gefassten Baumart für die Ersatzpflanzung: Von der Stadt Wassenberg war Feldahorn gewünscht worden, der Landschaftsbeirat favorisierte hingegen Linden.

Bereits seit vielen Jahren hatte der Kreis bei Baumkontrollen einen steten Rückgang der Vitalität der Bäume dokumentiert. Jetzt sieht er – insbesondere bei den Bäumen auf der Nordseite der Allee – die Standsicherheit und damit die Verkehrssicherheit gefährdet. Deshalb sollen diese Bäume aus Gründen der Gefahrenabwehr gefällt werden.

Auch wenn die Bäume auf der gegenüberliegenden Seite nach Einschätzung des Kreises akut noch keine Gefährdung darstellen, sollen auch sie jetzt gefällt werden und nicht erst in einigen Jahren. Denn, so war in der Sitzungsvorlage zu entnehmen, eine Neuanpflanzung wäre unter dem Schirm der auf der gegenüberliegenden Seite verbleibenden Linden „nicht zielführend“. Die neu gepflanzten Bäume würden einseitig wachsen, so hieß es. Und in einigen Jahren drohe dann das Bild einer asymmetrischen Allee mit schiefen Bäumen auf der dem Parkplatz zugewandten Seite und kleineren Bäumen auf der gegenüberliegenden Seite. Außerdem wäre ein Abtragen der Kronen bei einer zeitversetzten Fällung kaum möglich, ohne die neu gepflanzten Bäume zu beschädigen.

Da die 20 Bäume, die nun gefällt werden sollen, möglicherweise als Quartiere sowohl für höhlenbrütende Vogelarten wie auch für Fledermäuse dienen, soll kurz vor der Fällung mit Hilfe eines Hubsteigers von einem fachkundigen Biologen eine Überprüfung der Bäume vorgenommen werden. Außerdem sei beabsichtigt, so erfuhr der Landschaftsbeirat von Norbert Dismon (Amt für Umwelt und Verkehrsplanung), in der Umgebung, sprich im Wald künstliche Ruhestätten für Fledermäuse anzubringen.

Eine Diskussion gab es im Beirat um die Ersatzpflanzung: Von der Kreisverwaltung waren 20 Acer campestre (Feldahorn) vorgeschlagen worden; dies sei der Wunsch der Stadt Wassenberg, war in der Vorlage zu lesen. Doch auch der Hinweis auf den durchgehenden geraden Leittrieb und die schmalere Krone überzeugte die Beiratsmitglieder nicht. Im Gegenteil: Von einem „Christbaum“ war angesichts ­eines präsentierten Fotos die Rede. Angepflanzt werden sollten wieder Linden, empfahl der Beirat.

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