Selfkant-Höngen - Was tun, wenn es brennt? Proben für den Ernstfall

Was tun, wenn es brennt? Proben für den Ernstfall

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Gefunden! Für die Kinder war es ein spannendes Spiel, für die Feuerwehr eine ernste Übung. Wie die Kinder sich im Brandfall richtig verhalten, hatte Mitglieder der Feuerwehr den kleinen Stöpsel vorher erklärt, bevor sie im Familienzentrum Höngen für den Ernstfall übten.
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Gefunden! Für die Kinder war es ein spannendes Spiel, für die Feuerwehr eine ernste Übung. Wie die Kinder sich im Brandfall richtig verhalten, hatte Mitglieder der Feuerwehr den kleinen Stöpsel vorher erklärt, bevor sie im Familienzentrum Höngen für den Ernstfall übten.

Selfkant-Höngen. Das Piepen des Rauchmelders war echt und echt ohrenbetäubend, nur der Rauch war es nicht. Er wurde mit einer speziellen Folie auf der Atemmaske simuliert. So bekamen die Atemschutztrupps der Löscheinheiten Höngen-Saeffelen und Hillensberg-Süsterseel, die zu einer Alarmübung in das Familienzentrum Höngen ausgerückt waren, einen realistischen Eindruck der Nullsicht in dichtem Rauch.

Den zuerst eintreffenden Kräften stellte sich die Lage zunächst unklar dar. Die laut piependen Rauchmelder in allen Räumen ließen jedoch auf einen Brand schließen. Tatsächlich war unter starker Rauchentwicklung ein Feuer in einem Lagerraum ausgebrochen. Die Erzieherinnen hatten beim ersten Alarm richtig reagiert und die komplette Tageseinrichtung sofort evakuiert. Gleich danach machte der Rauch die Fluchtwege wegen offen stehender Türen unpassierbar.

Beim Durchzählen der Kinder war dann der Schrecken groß: Vier Kinder fehlten, sie mussten sich noch irgendwo in den Räumen befinden. Nach einer ersten Erkundung der Lage drangen drei Trupps unter schwerem Atemschutz zur Menschenrettung in die verrauchten Bereiche vor.

Die Sicht war wegen des simulierten Rauches gegen Null. So mussten sich die Einsatzkräfte, die Strahlrohr und Schläuche oder Sicherungsleinen mitführten, tastend und im Krebsgang kriechend ihren Weg durch Flure, Räume und über Treppen suchen. Eine Lage, die so bei jedem Wohnungsbrand vorkommen kann.

Wer nachempfinden will, wie die Einsatzkräfte sich fühlten, kann einmal mit verbundenen Augen als „blinde Kuh“ durch die ihm bekannten Räume seiner Wohnung tasten. Es ist kaum zu glauben, wie schnell man selbst in vertrauter Umgebung die Orientierung verliert.

Sehr viel schwieriger ist es bei einem echten Einsatz für Feuerwehrleute, in ihrer schweren Einsatzkleidung, mit 16 Kilo schwerem Atemschutzgerät auf dem Rücken, in völlig unbekannter Umgebung in Hitze, Lärm und Rauch nach eingeschlossenen Menschen zu suchen und zu retten. Bei jedem Schritt kann es irgendwo in die Tiefe gehen, Wände und Decken können einstürzen, der Rückweg abgeschnitten werden.

Der nur für 20 bis 25 Minuten ausreichende Atemluftvorrat erhöht den Stressfaktor noch zusätzlich. Für die Kinder des Familienzentrums war dieser „Einsatz“ natürlich ein echtes Ereignis. Im Vorfeld waren sie von Mitgliedern der Einheit Höngen-Saeffelen im Rahmen der kindlichen Brandschutzerziehung mit dem Thema „Feuerwehr“ und „richtiges Verhalten, wenn es brennt“ vertraut gemacht worden. Auch die schnelle Evakuierung der Tagesstätte und das Aufsuchen bestimmter Sammelpunkte im Freien waren dabei geübt worden. Nun konnten sie und ihre Erzieherinnen hautnah einen wirklichkeitsnahen Einsatz von Anfang bis Ende erleben und das Erlernte anwenden.

Die Planer der Übung und die beteiligten Einsatzkräfte konnten aus dieser Übung wieder wichtige Erkenntnisse gewinnen. Objekte, die durch große Ansammlungen von Menschen über ein besonderes Gefahrenpotenzial verfügen, wie Schulen, Kindergärten, Senioren- und Behindertenpflegeeinrichtungen, stehen im besonderen Fokus der Feuerwehr und sind immer wieder Thema in der Ausbildung.

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