Was dem Handwerk unter den Nägeln brennt

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Diskussion vor der Wahl: Kreishandwerksmeister Wilfried Wiesenborn (r.) und Regionalredakteur Dieter Schuhmachers (l.) begrüßten am Sonntag zur Veranstaltung in Oberbruch Norbert Spinrath (SPD), Gisela Johlke von den Grünen, Andreas Rademachers (FDP) und Leo Dautzenberg von der CDU (v.l.n.r). Foto: Petra Wolters

Kreis Heinsberg. Um „Politische Forderungen des Handwerks zur Bundestagswahl” ging es am Sonntag bei einer Podiumsdiskussion in der Oberbrucher Festhalle. Eingeladen hatte die Kreishandwerkerschaft vier Kandidaten aus dem Kreis Heinsberg für den Bundestag: Leo Dautzenberg (CDU), Norbert Spinrath (SPD), Andreas Rademachers (FDP) und Gisela Johlke (Bündnis 90/Die Grünen).

Rund 100 Vertreter aus Handwerk und Politik folgten der etwa zweistündigen Diskussion. Regionalredakteur Dieter Schuhmachers als Moderator wollte dabei zunächst von den vier Politikern wissen, warum das Handwerk genau ihnen ihre Stimme geben solle. Weil es einen kompletten Systemwechsel unter Berücksichtigung erneuerbarer Energien geben müsse, betonte Johlke. Eine Reform des Steuersystems und der Abbau von Bürokratie waren die Argumente von Rademachers, die soziale Gerechtigkeit und Sicherheit für alle Lebensbereiche die von Spinrath. Die CDU sei auch bisher immer ein verlässlicher Partner des Handwerks gewesen, betonte Dautzenberg.

Diskutiert wurden Themen, die vor allem dem Handwerk unter den Nägeln brennen. „Zusätzliche aufzulegen, wäre falsch”, antwortete Dautzenberg auf die Frage nach weiteren Konjunkturprogrammen. Ihm pflichtete Rademachers bei mit der Forderung nach einer steuerlichen Entlastung. „Wir brauchen dringend weitere Maßnahmen auch für das Handwerk, damit die Wirtschaft nachhaltig Bestand hat”, konterte Spinrath ebenso wie Johlke.

Anders als der FDP-Kandidat, der sich für die Senkung der Mehrwertsteuer auf arbeitsintensive Dienstleistungen aussprach, kam aus der CDU der Vorschlag, sich eher darum zu kümmern, wie das Handwerk zu neuen Aufträgen komme. Dautzenberg stellte die verbesserten Möglichkeiten, haushaltnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen steuerlich geltend machen zu können, heraus. „Wir können die Steuerschraube nicht immer weiter nach unten drehen und gleichzeitig immer mehr Leistung vom Staat erwarten”, sprach sich der SPD-Vertreter gegen Senkungen aus. Gleiches tat die Grünen-Politikerin.

Was den Kündigungsschutz angehe, dessen Schwelle derzeit bei zehn Mitarbeitern liege, habe die CDU diesen nicht im Fokus, erklärte Dautzenberg. Johlke und Spinrath sprachen sich gegen Veränderungen aus, während sich Rademachers mehr Flexibilität und eine Anhebung der Schwelle auf 20 Mitarbeiter wünschte.

Weitere Themen der Diskussion waren die „Rente mit 67”, die Gewerbesteuer, die sogenannte Kreditklemme und die Bürokratie. In der Fragerunde brachte Michael Vondenhoff, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, das strittige Thema Mindestlohn in die Diskussion ein.

Bei der Abschlussrunde und der Frage des Moderators, in welchem Handwerksbereich sie denn gerne ein Praktikum absolvieren würden, entschied sich Dautzenberg für den Bereich Ernährung. Johlke wollte sich als Schreinerin versuchen, Rademachers als Bäcker und Spinrath im Bauhandwerk.
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