Aachen / Kreis Heinsberg - Warten auf Antwort eines Abgeordneten

Warten auf Antwort eines Abgeordneten

Von: Heiner Hautermans
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Das Thema Fracking ist in der Region wie auch in Berlin immer wieder ein Thema.

Aachen / Kreis Heinsberg. Umweltschützer in der Region Aachen haben erfreut auf die Entwicklungen in Sachen Gas-­Fracking reagiert, dem Bohren nach Erdgas in Tiefen bis zu 5000 Metern. Ein breites Bündnis von Verbänden und Gewerkschaften hatte in einem Brief an die Bundestagsabgeordneten aus der Region appelliert, sich für ein Verbot von Fracking einzusetzen.

Als eines der Hauptargumente war dort die Diskrepanz zwischen Risiken und Nutzen aufgeführt worden. „Selbst nach den optimistischsten Prognosen der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) könnte man in Deutschland durch Fracking maximal für 13 Jahre Gas gewinnen, dem stehen aber Risiken und Folgekosten durch die Verseuchung von Grund- und Trinkwasser, erhöhtes Erdbebenrisiko und massive Gesundheitsgefahren für die Bevölkerung für Jahrzehnte gegenüber“, so Vorsitzender Claus Mayr vom Nabu Aaachen. Dies hätten die Erfahrungen der letzten Jahre in den USA gezeigt, wo es unter anderem zu vermehrten Erdbeben und erhöhten Leukämieerkrankungsraten im Umfeld der Bohrungen in Oklahoma und Ohio gekommen sei.

Die Claims im Heinsberger Kreisgebiet hatten sich nach Auskunft der zuständigen Bezirksregierung Arnsberg bis zum Jahr 2016 die Wintershall Holding GmbH (laut eigenem Bekunden der größte deutsche Erdöl- und Erdgasproduzent) sowie Dart Energy ­(Europe) Limited (Stirling, Großbritannien) reserviert.

Als ersten Erfolg bezeichnen Naturfreunde, Nabu und die Initiative „No Fracking“ die Verschiebung der Entscheidung über die geplanten Regelungen bis in den Herbst. Ursprünglich sollte die zweite und dritte Lesung des Gesetzes Anfang Juli im Bundestag stattfinden. Die niederländische Regierung hatte überdies ein Moratorium um fünf Jahre verlängert, eine Untersuchung hatte überdies ergeben, dass die Provinz Limburg von allen Landesteilen am geringsten geeignet für die umstrittene Gasgewinnung ist. Viele Kommunen im Grenzgebiet hatten sich gegen entsprechende Pläne gewandt.

Von den Bundestagsabgeordneten haben sich bekanntlich Andrej Hunko (Linke, Aachen) und Helmut Brandt (CDU, Städteregion) strikt gegen Fracking ausgesprochen. Jetzt hat sich auch Norbert Spinrath (SPD, Kreis Heinsberg) gegen Fracking als „nach heutigem Kenntnisstand unverantwortbar“ gewandt. Die beiden Aachener Abgeordneten Ulla Schmidt (SPD) und Rudolf Henke (CDU) legen sich nach Auskunft des Nabu nicht fest und „reden um den heißen Brei herum“, der Heinsberger Abgeordnete Wilfried Oellers (CDU), stellvertretendes Mitglied des entscheidenden Bundestagsausschusses für Wirtschaft und Energie, habe es bislang nicht mal für nötig gehalten, eine Stellungnahme zu schicken. Mayr: „Dabei muss er sich mit den Gesetzesvorschlägen noch viel intensiver befasst haben als seine Kollegen aus der Region.“

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