Warnstreik: Doch nicht alle Busse stehen still

Von: disch
Letzte Aktualisierung:
7364501.jpg
Ein Bus der Linie SB 1 am Geilenkirchener Bahnhof: Trotz des Warnstreiks soll an diesem Dienstag der Busverkehr unter anderem auf dieser Schnellbuslinie aufrechterhalten werden. Foto: Georg Schmitz

Kreis Heinsberg. Alle Bürger, die im Öffentlichen Personennahverkehr auf Busse angewiesen sind, müssen an diesem Dienstag mit Auswirkungen eines Warnstreiks rechnen. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat die Belegschaften in zahlreichen Betrieben der öffentlichen Dienste am linken Niederrhein zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen.

Betroffen ist auch der Busverkehr der West Energie und Verkehr. Doch wie Udo Winkens, Geschäftsführer und Betriebsleiter der West, am Montag auf Anfrage erklärte, könne voraussichtlich in etwa die Hälfte des Busverkehrs aufrechterhalten werden, da dies in etwa dem Umfang der ohnehin nicht mit ­eigenen Kräften, sondern von ­Vertragsunternehmen erbrachten Fahrleistungen entspreche.

Der Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst wird aber im Busverkehr in der Region mit seinen Warnstreiks auf jeden Fall Folgen haben. Laut West ist ganztägig mit Beeinträchtigungen und Ausfällen im Buslinien- und Schülerverkehr im Kreis Heinsberg und den angrenzenden Städten und Gemeinden zu rechnen. Die West will gemeinsam mit den Vertragsunternehmen im Kreis Heinsberg einen Notfahrplan umsetzen.

Auf den Linien SB1, SB4, SB81, BW1, 411, 430 sowie 431 sollen dabei die regulären Fahrten komplett angeboten werden; auf den Linien 438 und 439 sollen nur vereinzelte Fahrten ausfallen. Es bestehe allerdings die Möglichkeit, dass es in seltenen Fällen auch bei Fahrten auf all diesen genannten Linien zu Überlastungen und Verspätungen kommen könne. Auf den nicht genannten Linien könnten nur vereinzelte Fahrten angeboten werden, so die West.

Im Schülerverkehr sollen die Fahrten für die Grundschulen sowie die meisten Sportfahrten für die weitergehenden Schulen weitestgehend wie gewohnt durchgeführt werden.

Genauere Auskünfte über stattfindende oder ausfallende Fahrten können telefonisch über die Fahrplanauskunft der West eingeholt sowie im Internet unter www.west-euv.de eingesehen werden. Die Servicestelle für Fahrplanauskunft (Telefon 02431/88-6767) und die Buchungszentrale für den Multi-Bus (Telefon 02431/88-6688) sowie der ­Multi-Bus selbst stehen zu den gewohnten Zeiten zur Verfügung. Der Multi-Bus ist dienstags tagsüber (von 9 bis 12 Uhr und von 14 bis 20 Uhr) im Raum Gangelt – Selfkant – Waldfeucht sowie abends (von 20 bis 22 Uhr) kreisweit im Einsatz.

Was will Verdi?

Die Gewerkschaft Verdi fordert nach eigenen Angaben eine ­Erhöhung der Löhne um ­einen Grundbetrag von 100 Euro zuzüglich 3,5 Prozent. In der ersten ­Verhandlungsrunde am 13. März habe die Arbeitgeberseite ein Angebot verweigert. „Mehr Geld muss her für die Beschäftigten in den öffentlichen Diensten“, erklärte der stellvertretende Verdi- Bezirksgeschäftsführer am linken Niederrhein, Dominik Kofent. „Die Gehälter der Altenpflegerinnen, Krankenpfleger, Erzieherinnen, Sozialarbeiter, Busfahrer oder der Beschäftigten in der Verwaltung wie zum Beispiel in den Bau- und Planungsämtern sind zu niedrig. Bereits jetzt gibt es einen Mangel an qualifizierten Fachkräften, auch weil die Löhne in der Privatwirtschaft deutlich besser sind.“ Nicht besetzte Stellen seien die Regel, Überlastung und Erkrankung seien die Folge.

Mangelnde Zukunftsperspektiven wegen Befristungen und keiner verbindlichen Übernahmeregelung von Auszubildenden sind Verdi „ein Dorn im Auge“. Gefordert werden von Gewerkschaftsseite eine Anhebung der Ausbildungsvergütungen um 100 Euro, die verbindliche Übernahme sowie der tarifliche Verzicht auf sachgrundlose Befristungen. „Azubis und junge Beschäftigte brauchen angesichts der derzeitigen Bedingungen Superkräfte, wenn sie für sich eine sichere Zukunft planen wollen. Unsere jungen Kolleginnen und Kollegen haben den Kaffee auf. Unter dem Motto ,Wir sind die Superhelden‘ werden sie ihre Wut über Befristungen deutlich machen. Wie – das wird man am Dienstag sehen“, ergänzte Verdi-Jugendsekretär ­Frowin Jaspers.

Kofent erwartet eine hohe Streikbeteiligung an diesem ­Dienstag bei der zentralen Kundgebung des Verdi-Bezirks in Mönchengladbach. Etwa 1500 Streikende würden ab 10 Uhr auf dem Alten Markt für ihre Forderungen einstehen. Zuvor soll es zwei Demonstrationszüge in Mönchengladbach zum Alten Markt geben. Gestartet wird zwischen 8.45 und 9.15 Uhr am Busdepot der NEW an der Rheinstraße und am Betriebshof der Stadt Mönchengladbach an der Bettrather Straße am Vogelhaus. Laut Kofent werden an diesem Dienstag im Kreis Heinsberg nicht nur Busse der West Energie und Verkehr nicht fahren. Darüber hinaus würden Dienste des NEW-Netzes Geilenkirchen nur eingeschränkt angeboten. Verdi bat die Bürger um Verständnis.

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert