Warnstreik: Busverkehr zur Hälfte lahmgelegt

Von: rk/disch
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Warnstreik der West-Busfahrer im Kreis Heinsberg: Fast alle Busse bleiben an diesem Dienstag im Depot. Mit Hilfe von Vertragsunternehmen hat die West allerdings einen Notfahrplan auf die Räder gestellt. Foto: Renate Kolodzey

Kreis Heinsberg. „Warnstreik!“ So hieß am Dienstag die Parole bei den Busfahrern der West Verkehr, kurz West genannt. Am Busbahnhof in Geilenkirchen versammelten sich bereits um 5 Uhr am Morgen zahlreiche Streikende mit Plakaten und fuhren um 6.30 Uhr nach Düsseldorf, um dort mit Gleichgesinnten für ihre Forderungen zu demonstrieren.

Die Gewerkschaft Verdi im Bezirk Linker Niederrhein hat für diesen Dienstag alle Arbeitnehmer im öffentlichen Dienst zum ganztägigen Warnstreik aufgerufen.

Die Fahrgäste zeigten zum größten Teil Verständnis für den Streik, einige äußerten jedoch auch Unmut, da sie gezwungen waren, umzuorganisieren. Alessandro Buchholz und Raphael Schmitz, Schüler, die zum Schulzentrum mussten, meinten jedoch locker: „Dann gehen wir eben zu Fuß.“

Ein Busfahrer, der ebenfalls auf einen Bus wartete, hatte Glück: „Ich muss nach Teveren, doch der Bahnbus Linie 491 fährt auch heute!“ Marion Schermuly aus Geilenkirchen sagte: „Die Busfahrer haben recht, wenn sie streiken, sie sollten richtig bezahlt werden. Ich will nach Übach, aber jetzt muss ich umorganisieren.“ Marvin Barfknecht aus Übach-Palenberg meinte: „Ich will nach Marienberg, muss jetzt zweimal umsteigen, daher finde ich den Streik nicht gut.“ Gabi Leutsch aus Baesweiler meinte: „Ich habe Verständnis für die Streikenden. Gleich kommt mein Bahnbus, er fährt zum Glück.“

Bianca Frömbgen aus Mönchengladbach berichtete: „Ich komme aus Setterich, und es war schwierig, von dort aus nach Geilenkirchen zu kommen. Ich muss jetzt noch nach Mönchengladbach und verpasse wahrscheinlich meinen Unterricht. Die Absicht der Busfahrer kann ich nachvollziehen, aber es ist schrecklich für mich, es ist ein zweischneidiges Schwert.“

Die West Verkehr hatte im Vorfeld über Presseinformationen und auf ihrer Internetseite darauf hingewiesen, dass es an diesem Dienstag im Rahmen des Tarifkonfliktes im öffentlichen Dienst im Busverkehr in der Region zu Warnstreiks kommen werde. Die von der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi angekündigten Warnstreiks würden ganztägig zu Beeinträchtigungen und Ausfällen im Buslinien- und Schülerverkehr der West im Kreis Heinsberg und den angrenzenden Städten und Gemeinden führen, war vorgewarnt worden.

Einige Bürger hatten dies aber offenbar nicht mitbekommen und waren von Ausfällen auf ihrer Linie irritiert. So gab es im West-Kundencenter doch eine Reihe von Anfragen.

Die West bot am Dienstag gemeinsam mit den Vertragsunternehmen im Kreis Heinsberg auf den Linien SB1, SB3, BW1, HÜ1, 401, 402, 411, 423, 430, 431, 438 und 439 einen Notfahrplan an. Auf den nicht genannten Linien konnten entweder nur vereinzelte oder gar keine Fahrten angeboten werden. Insgesamt fiel etwa die Hälfte des West-Busverkehrs aus.

Die Buslinien der RVE Regionalverkehr Euregio Maas-Rhein GmbH (DB Bahn Rheinlandbus)waren vom Streik nicht betroffen.

Im Bereich Schülerverkehr sollten die Fahrten für die Grundschulen sowie die meisten Sportfahrten für die weiterführenden Schulen weitestgehend wie gewohnt laufen. Das geschah laut West so. Auch der Multi-Bus stand zu den gewohnten Zeiten zur Verfügung.

Burkhard Heine (Abteilungsleiter Verkehrsverwaltung und Planung bei West Verkehr) berichtete von einem funktionierenden Notfahrplan: „Der Verkehr rollt auf diesen Linien.“ Dennoch kam es bei der einen oder anderen Fahrt zu Überlastungen, wenn beispielsweise statt eines Gelenkbusses ein normaler Bus im Einsatz war; auch Verspätungen gab es. Neben den Bussen der privaten Firmen fuhr auch der eine oder andere West-Bus – aus­geliehen von Vertragsunternehmen.

Weitere Informationen unter: www.west-verkehr.de

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